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Feuerwehr-Zufahrt: Brandbrief von sechs Vereinen an den Bürgermeister

Schützen fürchten um ihren Platz

Metelen

Mit einem Schreiben wenden sich vier Schützen- und zwei Musikvereine des Ortes an den Bürgermeister. Inhalt: der Ratsbeschluss zur Zuwegung und Parkplatzgestaltung für das Feuerwehrgerätehaus. Die sechs Vereins fürchten, dass sie bei der beschlossenen Variante den Platz nicht mehr in der notwendigen Form nutzen können. Für sie ist der Beschluss mit seine Konsequenzen „nicht akzeptabel“.

Von Dieter Huge sive Huwe

Der Schützenplatz, gelegen zwischen der Altherrenhütte, dem Kreuz am Nordring und dem Gerätehaus, wird durch die beschlossene Feuerwehr-Zufahrt und die notwendigen Parkplätze für die Wehr kleiner. Schützen- und Musikvereine sind alarmiert. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Metelens Schützenvereine, das Blasorchester und der Spielmannszug sind in Sorge um die Zukunft des Schützenplatzes an der Bagnostraße. Grund ist der jüngste Ratsbeschluss zur Alarmzufahrt des Feuerwehrgerätehauses.

Zur Erinnerung: Die Bürgervertretung hatte mit den Stimmen von SPD, UWG und den Grünen beschlossen, die Zufahrt rechts neben dem bestehenden Gerätehaus zu bauen. Ferner soll ein Teil der Parkplätze für die Feuerwehrleute im Einsatz nicht mehr hinter dem Gerätehaus-Anbau, sondern zur Altherrenhütte hin angelegt werden. Für letzteres hatte sich vor allem der Fraktionschef der Grünen, Andreas Weßling, stark gemacht. Beides – die Zufahrt und die Parkflächen – stehen ausschließlich für die Wehr zur Verfügung und dürfen keinesfalls anderweitig genutzt werden.

Vor diesem Hintergrund haben die Vorsitzenden der Allgemeinen Bürgerschützen, des Schützenvereins Naendorf, der Fabianus- und Sebastianus-Schützenbruderschaft, der Friduwi-Frauen, des Blasorchesters und des Spielmannszugs einen eindringliche Brief an den Bürgermeister verfasst, der in Kopie auch den Ratsfraktionen zugegangen ist und auch der Redaktion vorliegt.

In dem Schreiben wird deutlich, dass die Vereine um die Zukunft ihrer Schützen- und Oktoberfeste fürchten: „Die lebendige Diskussion um diese Zufahrt und des Parkraums ist mittlerweile auch bei uns, den Vereinen, die diese letzte größere öffentliche Fläche als Festplatz regelmäßig aber auch unregelmäßig nutzen, angekommen“, heißt es in dem Papier das ausschließlich auf den Ratsbeschluss zur Zufahrt und zu den Parkplätzen fokussiert.

„Die Umsetzung dieser Variante würde somit direkte Auswirkungen auf die vollständige Nutzung des Festplatzes haben und schränkt uns demnach erheblich ein. Als Beispiele seien hier bei einer Ausführung mit einem möglichen festen Zaun entlang der Alarmzufahrt / des Parkplatzes eine stark eingeschränkte Rangiermöglichkeit notwendiger Fahrzeuge, eine deutlich eingeschränkte Nutzungsfläche im vorderen Bereich eines errichteten Festzeltes aber auch eine eingeschränkte Fluchtmöglichkeit in einem Notfall, was dann aber noch genauer zu prüfen wäre, genannt.“

Den Vereinen sei bewusst, dass es sich bei dem Festplatz um ein gemeindeeigenes Grundstück handele und der Rat als gewählte Vertretung der Gemeindebürger unterschiedliche Varianten eigenständig prüfe und diskutiere. Gleichwohl hätten sich die Vereine gefreut, wenn sie in die bisherigen Planungen und Diskussionen einbezogen worden wären.

Der Ratsherr der Bündnisgrünen, Willi Rieps, hatte in der jüngsten Ratssitzung gesagt, dass es ein Gespräch mit den Schützen gegeben habe und keine Einwände erfolgt seien. Dies stellte der Vorsitzende der Bürgerschützen, Daniel Grave, im Gespräch mit dieser Zeitung wie folgt dar: „Andreas Wessling war bei uns, das ist richtig.“ Das Gespräch habe jedoch „zwischen Tür und Angeln“ stattgefunden. Eine Zustimmung zu der Variante, die beschossen wurde, hätten die Bürgerschützen keineswegs gegeben.

Alle sechs unterzeichnenden Vereine sind weiterhin an Gesprächen interessiert und fordern zur Kontaktaufnahme auf: „Gerne stehen wir der Gemeinde und den Fraktionen des Gemeinderates für Gespräche oder aber auch eine Ortsbegehung zur Verfügung.“

Zugleich beklagen sie die mangelnde Wertschätzung, die ihnen entgegengebracht wird: „Immer wieder wird in der Gemeinde Metelen betont, wie groß das ehrenamtliche Engagement in Metelen ist und was für ein tolles und vielfältiges Vereinsleben wir in unserer Gemeinde haben. Hierzu gehört es aber auch, die notwendigen Rahmenbedingungen seitens der Gemeinde zu schaffen oder aber zu erhalten. So ist es aus unserer Sicht auch zwingend notwendig, einen adäquaten Festplatz für Veranstaltungen jeglicher Art in Metelen vorzuweisen. Diesen finden wir bislang, trotz der neuen und absehbaren Wohnbebauung, an der Bagnostraße.“

Die sechs Vereine hoffen auf eine „sinnvolle Entscheidung, auch im Sinne unseres Vereinslebens.“ In dem Schreiben formulieren sie ihre Forderung: „Bei einer möglichen Alarmzufahrt über den Festplatz sowie der Errichtung des notwendigen Parkraums auf dem Festplatz ist es somit unumgänglich, eine gemeinsame sinnvolle Lösung zu finden, welche auch eine vollständige Nutzung dieses Platzes für Veranstaltungen ermöglicht. Sofern diese Nutzung nicht mehr gegeben sein sollte, wäre die derzeitig favorisierte Variante des Gemeinderates unsererseits nicht akzeptabel.“

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