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Junger Chor NRW vor der Stiftskirche

Spätsommertag musikalisch veredelt

Metelen

Viele Zuhörer verfolgten bei bestem Spätsommerwetter das Freiluft-Konzert des Jungen Chores NRW vor der Stiftskirche. Die Sängerinnen und Sänger glänzten durch gekonnte Interpretationen klassischer Chorliteratur, aber ebenso auch durch zeitgenössisches Liedgut.

Von Martin Fahlbusch

Die jungen Sängerinnen und Sänger hatten sich auf dem Kirchplatz vor dem Brautportal der Stiftskirche aufgestellt.Auf dem Kirchplatz verfolgten die Besucher das eindrucksvolle Konzert des Chores. Foto: Martin Fahlbusch

Es passte einiges prima zusammen bei dem Konzert des Jungen Chores NRW vor der Brauttür der katholischen Pfarrkirche. So hatte sich der September daran erinnert, dass er ja großteils zu den Sommermonaten gehört. Und die von einer zumeist niedrigen Mauer begrenzte und mit Bäumen umstandene Fläche an der Kirche wurde zum luftigen Zuhörerraum, der vielen fantasievollen Sitzgelegenheiten und sogar Picknick-Decken Raum bot.

Diese sommerliche Atmosphäre sogen die gut 40 Sängerinnen und Sänger des bemerkenswerten Chorensembles regelrecht auf und veredelten diese mit beeindruckendem Gemeinschaftsgesang. Schon bei den beiden Anfangskantaten von Heinrich Schütz („Herr bleibe bei uns) und den Auszügen aus „Jesus, meine Freude“ von Johann Sebastian Bach entfaltete sich ein höchst transparenter und durchsichtiger Klangteppich. Im letztgenannten Stück wechselten sich knackig-präzise Männer- mit wehmütig-klagenden Frauenstimmen ab, die sich dann in bemerkenswerten dynamischen Abstufungen wieder zum gemeinsamen Chorgesang verschmolzen.

Interessant auch, dass Christiane Zywietz-Godland, die sich mit ihrem Mann Hermann in der Chorleitung abwechselte, durchaus unterschiedliche Vorgehensweisen und Akzentuierungen bevorzugen, was die Breite der umfassenden musikalischen Möglichkeiten des Chores besondere Entfaltungsmöglichkeiten eröffnete. Beide Dirigenten reihten sich, wenn sie den farbenreichen Gesang nicht leiten mussten, in die Chorgemeinschaft ein.

Das Programm war so abwechslungsreich gestaltet, dass sich die Frauenstimmen (bei „Hebe Deine Augen auf“ aus dem Elias von Felix Mendelssohn-Bartholdy) oder die Männer alleine präsentierten und ihre Tonsicherheit, stimmliche Strahl-kraft und Akzentuierungsfähigkeit eindrucksvoll vor Ohren führten.

Der Chor hat auch ein Faible für neuere Kompositionen für Chorgesang und nachgerade fetzigen Sound beispielsweise in einer Komposition des Norwegers Ola Gjeilo, der auf einem lateinischen Text geradezu jazzige Passagen tänzeln lässt. Pfiffige Abwechslung gehört sowieso zu den Qualitäten des „Jungen Chores NRW“, wenn er Wilhelm Nagels „Schöne Nacht“ den „Abschied vom Walde“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy gegenüberstellt.

Schon zum dritten Mal konnte man diesen tollen Chor in Metelen erleben, der über die frühere Mitwirkung der Weritz-Schwestern ein besonders Band ins Vechtestädtchen gebunden hat. „Endlich wieder vor richtigen Menschen singen können“, freute sich Christiane Zywietz-Goldmann in ihrer Moderation darüber, nicht nur die Internet-Probenarbeit endlich beendet zu haben und nach gut anderthalb Jahren corona-bedingter Konzert-Abstinenz endlich wieder auftreten zu dürfen. „Und das, was uns zudem motiviert, ist diese tolle Location, die schöne Atmosphäre hier an der Kirche und die Tatsache, dass so viele Zuhörer gekommen sind und sich augenscheinlich an unserem Gesang erfreuen.“

Margret Sprickmann-Kerkering freute sich als stell-vertretende Vorsitzende der Kulturinitiative Metelen (KIM) über einen wundervollen und entspannten Musik-Nachmittag und sicher auch über die Entscheidung, das aktuelle KIM-Magazin mit einem Bild des „Jungen Chores NRW“ geschmückt zu haben.

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