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Debatte über Alarmzufahrt zum Gerätehaus

Wie kommt die Wehr zum Spritzenhaus?

Metelen

Dicke Bretter müssen Metelens Kommunalpolitiker noch bohren, bevor die Bauarbeiten zum Anbau ans Feuerwehrgerätehaus starten können. Eines davon ist die Frage der Zuwegung zum Spritzenhaus für die alarmierten freiwilligen Helfer. Geht es nach dem Planer und der CDU, soll dieser über die Anliegerstraße „Am Stadion“ erfolgen. Die UWG und die Grünen bevorzugen die Anfahrt über den Schützenplatz hinweg.

Von Dieter Huge sive Huwe

Ein Zustand, den die Metelener Feuerwehrkameradinnen und -kameraden seit Jahrzehnten kennen, der aber durch den Anbau endlich der Vergangenheit angehören soll, ist der Umkleidebereich direkt in der Fahrzeughalle. Hier ziehen sich die Feuerwehrleute im Alarmfall gleich hinter den startenden Fahrzeugen um – längst nicht mehr zeitgemäß und überdies gefährlich. Die aktuelle Planung des Architekturbüros Feldhaus Architekten sieht eine Zufahrt zu den Parkplätzen am Spritzenhaus-Anbau mit den neuen Umkleiden Foto: Dieter Huge sive HuweGemeinde Metelen

Comedy-Altmeister Loriot brachte es einst auf den Punkt: „Ja wo laufen sie denn?“ fragte in einem Sketch einer der beiden Herren auf der Rennbahn und suchte die Pferde. Fast die gleiche Fragestellung, nämlich „Wo fahren sie denn?“ beschäftigte am Montag auch den Bauausschuss. Der Unterhaltungswert dieser Debatte war ähnlich hoch, das Thema aber ernst.

Es ging um die künftige Alarmzufahrt zum Feuerwehrgerätehaus an der Ochtruper Straße. Das soll – und hier ist sich die Politik einig – erweitert werden. Neue Umkleiden müssen her, um den seit vielen Jahren beklagten Zustand, dass sich die Wehrmänner und -frauen in der Fahrzeughalle hinter den Lkw umkleiden müssen, endlich ein Ende zu bereiten.

Die Pläne für diesen Anbau sind weit gediehen, die Finanzierung des Ganzen wird in seiner nächsten Sitzung den Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde beschäftigen (13. September, 18.30 Uhr, Bürgerhaus).

Der Bauausschuss hingegen diskutierte über die Zufahrt für die Blauröcke zum Spritzenhaus. Der Architekt hatte die Straße „Am Stadion“ als Zufahrt geplant. Über sie sollen die Wehrleute im Alarmfall um ein einzeln stehendes Haus herum und dann hinter der Sporthalle her bis zum Anbau fahren, um dort die Autos abzustellen und direkt in die Umkleide zu laufen.

Bürgermeister Gregor Krabbe hatte zu Beginn der Debatte berichtet, dass die Feuerwehr ebenfalls hinter dieser Zuwegung gestanden, zuletzt aber auch die Option einer Zufahrt vom Nordring-Kreisverkehr ins Spiel gebracht habe. Krabbe wagte keine Prognose darüber, ob Straßen.NRW als Baulastträger einem solchen Vorhaben zustimmen würde. Und auch die Unfallkasse NRW und das Straßenverkehrsamt des Kreises haben in der Frage ein Wort mitzureden.

Eine abgespeckte Variante, nämlich die Zufahrt direkt neben dem jetzigen Metallzaun zur Festwiese hin, war von den beteiligten Behörden und der Versicherung abgelehnt worden.

Christian Edler stellte sich für die UWG hinter die Überlegung der Wehr, praktisch über den jetzigen Festplatz zu den neuen Parkplätzen hinter dem Gerätehaus zu fahren. „Eine Zufahrt über eine Hauptstraße ist sicherer als über die Anliegerstraße ,Am Stadion‘“. Daneben würde eine Zufahrt hinter der Sporthalle vermarktbare Flächen für Wohnbebauung blockieren. Bekanntlich soll aus dem jetzigen Stadion Bauland werden.

Grünen-Fraktionschef Andreas Weßling würde die Parkflächen für die Privat-Pkw der Wehrleute am liebsten auf dem jetzigen Festplatz anlegen – mit Rasengittersteinen. Parkplätze hinter dem Anbau – also zum künftigen Neubaugebiet hin – bewertet er auch aus Gründen der Emission kritisch.

Martin Grotegerd widersprach den beiden grundsätzlich. Nicht nur, dass er keine Zustimmung der Behörden für eine Zufahrt vom Kreisverkehr aus erwartet, auch im Fall einer Alarmierung während des Zeltbetriebs auf dem Festplatz werde es Probleme geben. „Wie wird denn die Zufahrt gelöst sein an den Tagen, an denen dort das Zelt steht und die Menschen feiern?“, fragte er.

Christian Edlers Einwurf, dass dann ja auch der Parkplatz des HTG-Marktes mit genutzt werden könnte, begegnete Grotegerd mit dem Einwurf, dass so genau Situationen entstünden, die potenziell gefährlich seien. Die Wehrleute würden durch die Fahrzeughalle zu den Umkleiden laufen, während zeitgleich die ersten Einsatzfahrzeuge ausrückten. Auch für seinen Fraktionskollegen Lothar Foecker ist dies keine Lösung. „Wir sollten unabhängig von Festivitäten planen“, merkte der Ratsherr, der auch Polizeibeamter ist, an.

Für das Gemeindebauamt erklärte dessen Leiter Stefan Weßling, dass die Feuerwehr deutlich gemacht habe, nicht um das Gebäude herumrennen zu wollen, um zu den neuen Umkleiden zu gelangen – weshalb die Parkplätze für die Blauröcke auch unmittelbar hinter den neuen Umkleiden im geplanten Anbau entstehen sollten.

Der Bürgermeister erläuterte, dass die Gemeinde mit der Feuerwehr im Dialog stehe. Letztlich sei aber auch entscheidend, wie sich Straßen.NRW und die Unfallkasse zu einer möglichen Zufahrt vom Kreisverkehr aus stellten. Die Frage „Wo fahren sie denn?“ entscheidet sich möglicherweise also nicht im Ratssaal, sondern wird von den Behörden vorgegeben.

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