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Ein tierisches Angebot aus Gimbte

Nachmieter gesucht

Gimbte

Der Weißstorch braucht neben ausreichender Nahrung auch einen guten Nistplatz, hoch oben, namens „Horst“. Zwei engagierte Familien in Gimbte bauten daher in Eigeninitiative ein solches Storchennest. Erst kam auch Besuch, aber jetzt ist das Storchennest in luftiger Höhe verwaist.

Von Peter Sauer

Störche in Gimbte Foto: Martin Sautmann

Wohnraum ist ja bekanntlich sehr knapp geworden. Gerade auch im Speckgürtel von Münster findet sich kaum noch eine freie oder bezahlbare Wohnung. So auch im Gimbte.

„Der Ort wird immer beliebter, gerade auch durch den sich sehr gut etablierenden Dorfladen und die stündliche Busanbindung, die ab 2022 kommen soll“, sagt Johannes Wilp, Mitglied im Vorstand des Bürgervereins „Wir sind Gimbte e.V. . „Die derzeit einzige freie Wohnung in Gimbte befindet sich in luftiger Höhe.

Familienprojekt

Eine Nachbarschaftsinitiative der Familien Sautmann und Ahlert baute auf der Wiese hinter dem Alten Wirtshaus Kaltefleiter mit vereinten Kräften ein Storchennest. „Leider ist es bislang nie richtig bezogen worden“, bedauert Wilp.

„Im Frühjahr waren Störche da, um zu bauen“, berichtet Johannes Wilp, „drei Brutpaare haben sich um den Platz gerangelt. Zwei Monate lang.“ Doch es hat offenbar nicht funktioniert.

Aber: Die Störche wurden sich einfach nicht einig. Alle Storchenpaare verließen das Nest, bevor ein Pärchen in Gimbte heimisch werden konnte.

Störche in Gimbte Foto: Martin Sautmann

Dann zog plötzlich eine Gans ein. „Der ganze Ort konnte an ihrem Geschnatter teilhaben“, erinnert sich Wilp. Doch auch die Gans verschwand. Seitdem ist das Storchennest verwaist.

Experteneinschätzung

Wir fragen nach bei Hans-Uwe Schütz von der Biologischen Station Rieselfelder Münster e.V, warum das Gimbter Storchennest verwaist ist. „Störche suchen einen Neststandort, der eine sichere Ernährungslage bietet. Also ein Storchenpaar mit durchschnittlich vier Jungen braucht 200 Hektar zusammenhängendes Grünland, um die Kinder satt zu kriegen.“ In den nahrungsreichen Rieselfeldern mit den Flachwasserbereichen, nur ein paar Flügelschläge von Gimbte entfernt, würden auch weniger als 200 Hektar ausreichen.

Hans-Uwe Schütz vermutet, dass es sich bei den Störchen in Gimbte um unerfahrene Jungstorche gehandelt hat. „Die vertun sich auch schon mal.“ Das man sich um ein potenziell gutes Nest streitet, ist für den Tierexperten normal. „Störche sind ortstreu. Wenn die Erfolg haben, bleiben sie am Ort, verteidigen ihn gegen Angreifer und komme immer gerne wieder dorthin zurück.“

War es die Gans?

Lag es vielleicht an der quäkenden Gans, die vorübergehend das Storchennest in Gimbte für sich vereinnahmte, dass die Störche nicht mehr zurückgekommen sind? „In den Rieselfeldern haben wir bei den Nilgänsen die Erfahrung gemacht, dass dies nicht die Störche abschreckt“, erwidert Schütz.

Johannes Wilp spricht wohl für alle Gimbter sowie Tier- und Naturfreunde, wenn er abschließend sagt: „Jetzt haben wir ein Storchennest kostenfrei zu vergeben.“ Und das zentral gelegen, mit Blick über ganz Gimbte.

Leeres Storchennest in Gimbte. Foto: Peter Sauer
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