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Pfarrerin Lena Stubben erzählt über ihre Arbeit unter Corona

Neue und schöne Zeit erlebt

Lienen

Gebürtig aus Kamen, studierte sie in Münster, machte in Tecklenburg ihr Vikariat und absolvierte in den vergangenen zwölf Monaten einen Probedienst als Pfarrerin in Lienen. Nun wechselt sie nach Ibbenbüren. Bevor sie am Sonntag (12. September) mit der Konfirmation ihre letzte Amtshandlung in Lienen vollzieht, gab sie dieser Zeitung ein Interview.

Von Peter Sauer

Pfarrerin Lena Stubben bekam zum Abschied in Lienen zahlreiche Dankesworte und Blumen Foto: Peter Sauer

Ihre letzte Amtshandlungen sind die Konfirmationen an vergangenen Wochenende und an diesem Sonntag. Danach wechselt die evangelische Pfarrerin Lena Stubben (32) nach Ibbenbüren. Miriam Seidel wird ab voraussichtlich 1. März Nachfolgerin. Bis dahin ist sie in Elternzeit. Seit 1. September vertreten die Pfarrerinnen Monika Altekrüger (Lengerich) und Verena Westermann (Kattenvenne). Zwölf Monate hat Lena Stubben die Stelle in Lienen innegehabt. Grund genug für ein Interview mit der jungen Pfarrerin auf einer Bank vor der Evangelischen Kirche. WN-Mitarbeiter Peter Sauer blickte mir ihr im Interview zurück und nach vorn.

Warum wechseln Sie nach Ibbenbüren?

Lena Stubben: Das war von vornherein klar, dass ich als Pfarrerin in Probezeit an verschiedenen Standorten im Evangelischen Kirchenkreis Tecklenburg eingesetzt werde und davon nur ein Jahr in Lienen.

Neue Herausforderungen

Was wird Sie in Ibbenbüren erwarten?

Lena Stuben: Das ist eine spannende Gemeinde im Aufbruch, mit insgesamt fünf Pfarrern. Eine Gemeinde, die einen wichtigen Schwerpunkt auf die Kinder- und Jugendarbeit legt. Das hat mich schon immer sehr interessiert. Auch in Ibbenbüren bin ich zunächst für ein Jahr, Dort habe ich die Aussicht, bleiben zu können.

Werden Sie weiterhin mit ihrer Familie in Tecklenburg wohnen bleiben?

Lena Stubben: Sollte ich in Ibbenbüren übernommen werden, werden wir möglicherweise nach Ibbenbüren umziehen.

Die evangelische Pfarrerin Lena Stubben verlässt Lienen und geht nach Ibbenbüren. Foto: Peter Sauer

Was war Ihr schönsten Lienen-Ereignis in der Gemeinde?

Lena Stubben: Die Arbeit mit den Konfirmanden und die Online-Gottesdienste für die Kirchenkreis-Reihe „Ankerplatz“.

Was haben Ihnen die Gläubigen in Lienen gegeben?

Lena Stuben: Bei den Begegnungen mit den Menschen aus der Gemeinde bin ich in Lienen immer sehr herzlich empfangen worden, sehr freundlich. Mit offenen Armen quer durch alle Generationen. Das macht ein Dorf auch ein Stück weit aus.

Corona verändert (fast) alles

Als Sie in Lienen anfingen, sagten Sie, dass Corona die Kirche vor neue Herausforderungen stellen wird. Welche waren dies schließlich?

Lena Stubben: Viele Gruppen der Gemeinde konnten sich wegen der Pandemie gar nicht treffen, zum Beispiel der Posaunenchor. Über 18 Monate. Die Folge ist, das manche Gruppen wichtige Mitglieder verlieren, aus Altersgründen, oder weil sie sterben. Ein anderes Beispiel betrifft die Teamer, die sonst die Konfirmanden begleiten. Sie konnten wegen der Corona-Pandemie kaum ihre Arbeit machen. Da ist es schwierig für die Zukunft neue Teamer von dieser Arbeit zu begeistern.

Was sind die großen Herausforderungen der Zukunft?

Die Kirche braucht Nachwuchs

Lena Stubben: Insgesamt brauchen wir junge Menschen, die sich für die Kirche engagieren wollen. Es fehlt einfach an Nachwuchs.

Wie veränderte die Pandemie Ihre Arbeit und Ihr persönliches Leben?

Lena Stuben: Es hat alles irgendwie entschleunigt. Mein Mann arbeitete als Softwareentwickler im Homeoffice und bekam so viel mehr von unserer Tochter mit, die im Oktober 2019 auf die Welt gekommen war. Als Pfarrerin musste ich mich plötzlich mit dem Medium Online-Veranstaltungen beschäftigen. Das hat uns aber am Predigerseminar keiner beigebracht. Da musste ich dann als Pfarrerin selbst aktiv werden.

Wie kamen Ihre Online-Veranstaltungen an, zum Beispiel das Hirtenspiel?

Lena Stubben: Das Hirtenspiel gehört zu Weihnachten, konnte aber wegen der Pandemie nicht in der Kirche vor den Gläubigen aufgeführt werden. Da haben wir es dann zuvor aufgezeichnet, in einzelnen Kleingruppen und dann auch selbst zusammengeschnitten. Man konnte es als Stream im Internet abrufen. Mit großem Erfolg. Das kam bei den Menschen mehr an als mancher Gottesdienst.

Wandern in Tecklenburg

Sie schätzen es in Ihrer Freizeit sehr, spazieren zu gehen. Haben Sie Tipps für unsere Leser parat?

Lena Stuben: Jetzt in der Zeit, wo die Freilichtbühne in Tecklenburg wegen der Corona-Pandemie leider geschlossen ist, kann man wunderbar um den Burgberg in Tecklenburg herum wandern – die Natur, die Ruhe und den Ausblick genießen. Auch die Tecklenburger Altstadt selbst war in der Corona-Zeit deutlich ruhiger. Man konnte sie viel mehr genießen. Nur beim Weinfest neulich war die Altstadt zum ersten Mal wieder so voll wie vor Corona – und das war ganz schön ungewohnt.

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