1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Nordwalde
  6. >
  7. 34 Kisten voll mit Bio-Orangen

  8. >

Aktion des Arbeitskreises Faire Woche

34 Kisten voll mit Bio-Orangen

Nordwalde

Aus einer Kleinstadt in der Stiefelspitze Italiens kommen die fair produzierten Orangen, die der Arbeitskreis Faire Woche an die Nordwalderinnen und Nordwalder verkaufte. Bereits zum vierten Mal fand diese Aktion statt. Und der nächste Termin steht bereits fest.

-ter-

Ruth Ueter und Jens Lücke verkauften die fairen Bio-Orangen aus Kalabrien. Natürlich nahmen die Käufer auch gerne noch von den weiteren fairen Waren etwas mit. Foto: Sigrid Terstegge

In leuchtendem Orange lockten die Zitrusfrüchte aus Kalabrien am Samstag vor der Sakristei die Käuferinnen und Käufer an. Bereits zum vierten Mal verkaufte der Arbeitskreis Faire Woche echte fair produzierte Bio-Orangen aus Rosarno. „Und im März kommt der nächste Lkw mit Bio-Orangen“, informierten Ruth Ueter und Jens Lücke.

Die italienische Kleinstadt Rosarno liegt in der Stiefelspitze Italiens. Orangen, Zitronen, Grapefruit und Mandeln werden zwischen November und April meistens von afrikanischen Wanderarbeiterinnen und Wanderarbeitern geerntet. Die Arbeitsbedingungen und der Lohn ähneln in dem von der kalabrischen Mafia beherrschten Gebiet eher moderner Sklaverei. Multinationale Handelsketten setzen die Kleinbauern mit Preisen unter Druck, die teilweise unter dem Produktionspreis liegen. Also können die Bauern den Arbeitern auch nicht mehr bieten als 25 Euro für einen ganzen Tag harte Arbeit. Miete lässt sich davon nicht bezahlen und so hausen etwa 2500 Arbeiter in Zelten.

Der Verein „Mediterranean Hope“ hat sich zusammen mit der Gemeinde Rosarno und weiteren Institutionen der Gioia-Tauro-Ebene vorgenommen, den Erntehelfern und Erntehelferinnen gerechte Bedingungen zu schaffen. Medizinische Schutzmaßnahmen, nachhaltiger Wohnraum zur Erntezeit oder Beleuchtung für die Fahrräder und Warnwesten für die Menschen gehören dazu. Auf den unbeleuchteten Straßen verunglücken viele Arbeiter, wenn sie zu den Feldern fahren.

Wichtig ist auch die Entwicklung eines fairen Einkaufsgeflechts für Zitrusfrüchte im Einklang mit Arbeitsrechten und Umweltvorschriften, heißt es im Flyer, den Ruth Ueter und Jens Lücke gerne zum Einkauf dazu legten.

Dieses Mal hatte der Arbeitskreis 34 Kisten mit je zehn Kilogramm saftiger Bio-Orangen bestellt. Von Rosarno war der Lkw bis Münster gefahren und hatte dort bei der Fair Handelsgesellschaft ausgeladen. „Und dann hat der Jugendpfarrer des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken, Dirk Heckmann, seinen Bulli beladen und die Bestellungen herum gefahren“, erzählten Ueter und Lücke. Von Nordwalde bis nach Ahaus ging es. „Das geht einfach alles nur mit ehrenamtlicher Arbeit“, betonte Ueter. Schon zu Nikolaus hatte es eine große Organgen-Verkaufsaktion gegeben.

Da die Gemeinde Nordwalde in diesem Jahr zum zehnten Mal „Fairtradetown“ ist, wird der Arbeitskreis sich in Kürze zusammensetzen und einige Aktionen zum Jubiläum planen. „Wir hoffen, dass Corona dann nicht mehr alles beherrscht und man endlich wieder zusammen etwas veranstalten kann“, meinte Lücke. Mit „Signal“ ist schon ein politischer Chor für einen Auftritt angefragt worden.

Startseite
ANZEIGE