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Schaden in Millionenhöhe

36-Jähriger soll mit unversteuerten Zigaretten gehandelt haben

Nordwalde/Bielefeld

Der Schaden geht in die Millionen, der Zugriff erfolgte Ende Januar: Ein Mann aus Nordwalde soll im Handel mit unversteuerten Zigaretten verwickelt sein – und das in großem Stil.

Von Axel Roll

In der Nordwalder Wohnung stellten die Fahnder bei dem 36 Jahre alten Verdächtigen unter anderem Stangen unversteuerter Zigaretten sicher. Außerdem beschlagnahmten sie ein BMW-Coupé. Foto: Staatsanwaltschaft Bielefeld

Ein 36 Jahre alter Nordwalder soll zusammen mit einem 41-jährigen Mann aus Ostwestfalen mit unversteuerten Zigaretten gehandelt haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bielefeld und des Zollfahndungsamtes in Hannover sollen die beiden rund 15 Millionen Zigaretten ohne Banderole umgesetzt haben.

Wie Oberstaatsanwalt Gerald Rübsam auf Anfrage bestätigte, wurden die beiden Verdächtigen schon Ende Januar, am 28., festgenommen und ihre Wohnungen durchsucht. „Wir sind auf die Verdächtigen im Rahmen eines größeren Verfahrenskomplexes aufmerksam geworden“, so der Bielefelder Oberstaatsanwalt. So habe es schon Ende vergangenen Jahres Durchsuchungen im Raum Steinfurt gegeben. Dabei seien Kontakte der mutmaßlichen Täter zwischen Ostwestfalen und dem Münsterland ans Tageslicht gekommen.

2,3 Millionen Euro Steuern hinterzogen

Der Beschuldigte aus Nordwalde steht in Verdacht, seit Mai 2020 einen Tabaksteuerschaden von rund 680.000 Euro verursacht zu haben. Sein mutmaßlicher Kollege soll noch dicker im Geschäft gewesen sein. Ihm wird zur Last gelegt, schon seit April 2019 71.000 Stangen Zigaretten mit jeweils 200 unversteuerten Glimmstängeln abgesetzt zu haben. Das ist gleichbedeutend mit einer hinterzogenen deutschen Tabaksteuer von etwa 2,3 Millionen Euro.

Bei den Durchsuchungen in Nordwalde und in Ostwestfalen, die dortige Wohnung befindet sich im Bezirk des Amtsgerichtes Bad Oeynhausen, stellten die Fahnder von Zoll, Staatsanwaltschaft und Polizei nochmals rund 100.000 unversteuerte Zigaretten sicher.

Ermittler beschlagnahmen zwei Autos 

Und nicht nur das, wie Oberstaatsanwalt Gerald Rübsam berichtet. So beschlagnahmten die Ermittler zwei Fahrzeuge im Wert von mindestens 30.000 Euro. Darunter ein BMW-Coupé 850, das von 1989 bis 1999 produziert wurde und mittlerweile als Liebhaberfahrzeug gilt. Außerdem wurden bei den Durchsuchungen 7000 Euro Bargeld, ein Sparbuch mit einem Guthaben von 5000 Euro sowie Goldschmuck sichergestellt. „Zur Vermögensabschöpfung‘“, wie das Einziehen des Gewinns, der bei Straftaten erzielt worden ist, im Amtsdeutsch heißt. Aus diesem Grund ließen die Behörden für den Grundbesitz eines der Beschuldigten auch eine Hypothek ins Grundbuch eintragen.

Eines der von den Ermittlern beschlagnahmten Fahrzeuge. Foto: Zollfahndungsamt Hannover

Woher die unversteuerten Zigaretten stammen, konnte Oberstaatsanwalt Gerald Rübsam noch nicht sagen. Klar ist, dass es sich um Fälschungen handelt, die Zigaretten also nicht in den Fabriken der auf den Verpackungen aufgedruckten Firmen hergestellt wurden. Die Tabakprodukte kamen früher vornehmlich aus dem Osten, aus Polen oder Tschechien. Gerald Rübsam: „Mittlerweile können sie aber genauso gut in Belgien, den Niederlanden oder auch in Deutschland hergestellt worden sein.“ So eine Zigarettenfabrik sei rein räumlich gesehen keine große Sache. Die Maschinen ließen sich leicht unterbringen. Schwieriger sei es da, die Unterkünfte für die Arbeiter einzurichten.  

Im November hatten Zollfahnder auf der A 2 bei Gütersloh 1,4 Millionen unversteuerte Zigaretten bei einer Kontrolle in einem Kleintransporter beschlagnahmt.

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