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15 Maßnahmen am Kanalnetz in den nächsten Jahren geplant

An Klimawandel anpassen

Nordwalde

Kanäle erneuern, Regenrückhaltebecken bauen und das Kanalnetz erweitern: 15 Maßnahmen will die Gemeinde in den nächsten sechs Jahren umsetzen. Dabei spielt auch die Anpassung an die Folgen der Klimakrise eine Rolle.

Die Aufweitung des Brüggemannsbach hat für eine ökologische Verbesserung gesorgt. Um eine Verbesserung in Sachen Abwasserableitung und Überflutungsschutz geht es bei Maßnahmen am Kana Foto: Gemeinde Nordwalde / Vera Szybalski

Was macht die Gemeinde Nordwalde in den nächsten Jahren, um die Abwasserableitung im Ort zu verbessern, die Gewässer zu schützen und sich besser auf Starkregen einzustellen? Phillip Rolke vom Planungsbüro Hahm stellte in der Sitzung des Betriebsausschusses am Donnerstagabend 15 Projekte für die Jahre 2023 bis 2028 vor. Diese sind Teil der siebten Fortschreibung des Abwasserbeseitigungskonzeptes, welches die Gemeinde der Bezirksregierung Münster als Obere Wasserbehörde vorlegen muss.

Den größten Anteil der Projekte machen Sanierungen oder Erneuerungen des Kanalnetzes aus. In den kommenden beiden Jahren ist geplant, die Verrohrung des Hoppenbachs aufzuweiten. Ein Regenwasserkanal soll in der Ladestraße im nächsten Jahr gebaut werden sowie entlang des Auenparks ein neuer Schmutzwasserkanal entstehen. Im Greßkamp sollen der Schmutzwasser- und der Regenwasserkanal in 2023 ausgetauscht werden, in der Marienstraße ein Jahr später und in der Droste-Hülshoff-Straße in 2026. Für die Kreuzung Altenberger Straße / Rottstiege ist vorgesehen, in vier Jahren den Schmutzwasserkanal zu sanieren.

Lange Strecke im Ortskern

Die Belüftung der Kläranlage soll im kommenden Jahr erneuert werden. Mit den Kanälen in der Ortsdurchfahrt von der Felix-Fraling-Straße bis zum Kreisverkehr an der Grevener Straße will sich die Gemeinde in den Folgejahren ab 2025 beschäftigen. „Das ist eine relativ lange Strecke im Ortskern“, sagte Phillip Rolke. Die Kanäle auf der Bahnhofstraße zwischen Darupstraße und Camille-Leclaire-Straße sind dann ab 2027 an der Reihe.

Zu diesen zehn Projekten für die nächsten Jahre kommen zwei fortlaufende Maßnahmen: Der Anschluss von Kleinkläranlagen im Nahbereich der Druckentwässerung sowie Kanalerneuerungen, wenn der Zustand es erfordert. Es werden zudem die Schmutzwasser-Kanäle untersucht, um Fremdwasser zu reduzieren. Dafür sollen jeweils Gelder bereit gehalten werden.

Phillip Rolke

„Die großen Schritte sind die Gebietserweiterungen“, sagte Phillip Rolke. Von denen sind in den nächsten Jahren drei geplant. Im neuen Gewerbegebiet Süd muss auf der 11,8 Hektar großen Fläche das Kanalnetz erweitert sowie ein Regenklärbecken und Regenrückhaltebecken gebaut werden. Erledigt werden soll dies in 2023 und 2024. Die Kosten werden mit 2,38 Millionen Euro beziffert.

Im neuen Jahr soll auch der Auenpark angegangen werden. Das 2,29 Hektar große Gebiet dient unter anderem dem Hochwasser- sowie Überflutungsschutz und der Regenrückhaltung. Ebenfalls in 2023 soll mit den Arbeiten im neuen Baugebiet Windmühlenfeld gestartet werden. Auf der 8,08 Hektar großen Fläche muss das Kanalnetz ausgebaut werden. Außerdem entsteht ein Becken zur Regenrückhaltung. Es wird von Kosten in Höhe von 3,93 Millionen Euro ausgegangen. Für die 15 Maßnahmen muss die Gemeinde in den nächsten sechs Jahren insgesamt 13,32 Millionen Euro in die Hand nehmen.

Jammertalsbach fließt offen

Phillip Rolke nannte „Planungsgrundsätze zur Anpassung an den Klimawandel“, die beispielsweise beim Windmühlenfeld und Gewerbegebiet Süd schon zum Tragen kämen: „Diese Flächen müssen erträglich entwickelt werden, um keine negativen Auswirkungen durch den Klimawandel zu haben.“ Die Garage am Ende einer steilen Straße, wo bei Starkregen das ganze Wasser landet? „So etwas wollen wir nicht mehr bauen.“

Die Frage nach dem Hochwasser werde in Nordwalde „heiß diskutiert und von der Verwaltung ernst genommen“, sagte Rolke. Mit der Verrohrung der Bäche hat sich die Gemeinde schon befasst, ein Projekt wird im Auenpark realisiert: Der Jammertalsbach wird dort aus dem Kanalnetz herausgenommen und fließt dann offen durch das Gelände. Zudem ist der Brüggemannsbach renaturiert worden, was für eine ökologische Verbesserung sorgt. Im Zusammenhang mit der Klimakrise muss sich die Gemeinde auch damit befassen, wie sie auf Dürre reagiert.

Mit verschiedenen Maßnahmen trägt die Gemeinde zum Gewässerschutz bei: Dazu zählen unter anderem der Neubau von Kleinkläranlagen, das Anlegen von Regenrückhaltebecken sowie des Auenparks und die Aufweitung des Lange­meersbachs.

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