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Musikalische Erzählung „Karneval der Tiere“ in St. Dionysius

Andere Schuhe für das Orgelspiel

Nordwalde

Nicht wie sonst üblich ein Gottesdienst hatte die Besucher am Sonntag in die St.-Dionysius-Pfarrkirche gelockt, sondern die musikalische Erzählung „Karneval der Tiere“ mit Texten von Loriot und Musik von Camille Saint-Saëns. Kirchenmusiker Thorsten Schlepphorst, Organist Michael Schmitt sowie Sprecher und Schauspieler Arndt Winkelmann präsentierten den Kinderklassiker dem zahlreich erschienenen Publikum.

Von Sigrid Terstegge

Gespannt folgten die vielen jungen und älteren Besucher der musikalischen Erzählung „Karneval der Tiere“ am Sonntag in der St.-Dionysius-Pfarrkirche. Foto: Sigrid Terstegge

Ich freue mich über zahlreiche junge Gesichter in der Kirche“, betonte am Sonntag Thorsten Schlepphorst. Nicht ein Gottesdienst hatte die Besucher in den sakralen Bau gelockt, sondern die musikalische Erzählung „Karneval der Tiere“ mit Texten von Loriot und Musik von Camille Saint-Saëns. Der Komponist hatte während seiner Zeit als Klavierlehrer Stimmen und Bewegung von Tieren in Klavieretüden umgesetzt, um damit seinen Schülern ein bisschen Spaß am Üben zu vermitteln. Später im Jahr 1886 baute er diese Skizzen in einem Urlaub zum „Karneval der Tiere“ aus.

Stil

Nach einigen Aufführungen verbot er allerdings diese zu seinen Lebzeiten. Es passte im Stil nicht zu seiner ansonsten ernsthaften Musik, meinte er, und außerdem hatte er humoristisch die Komponisten Offenbach, Berlioz, Rossini und Mendelssohn interpretiert. Die lebten zwar nicht mehr, aber Saint-Saëns wollte auch niemandem auf die Füße treten. Später wurde der Karneval zu seinem bekanntesten Werk.

Ehe die Musik startete, stellte Schlepphorst den Organisten Michael Schmitt vor. „Er muss noch seine Schuhe wechseln, ehe er Orgel spielen kann“, so Schlepphorst. Als Sprecher und Schauspieler ist Arndt Winkelmann in der Gemeinde bereits bekannt. Er las Loriots Text zwischen den Musikstücken. „Die Bearbeitung des Stückes für die Orgel hat Heinz-Peter Kortmann angefertigt“, informierte Schlepphorst noch.

Beamer

Tierbilder auf dem Beamer über dem Altar ergänzten die Aufführung. Und wer betritt als erstes die Urwaldarena – der König der Tiere – der Löwe. „Ich kann nichts sehen“, beschwerte sich die Waldameise beim Erdferkel, das ein Gebilde aus Spargelkraut und Hühnerfedern auf dem Kopf hatte, las Winkelmann vor. Insgesamt nehmen 4791 Tiere in der Arena teil und weitere unzählige Affen und Vögel in den Bäumen.

Nach dem Löwen trippelten 77 Hühner zu einer Pyramide aufgebaut in die Arena. Oben auf der Spitze saß der Hahn, verkleidet als Napoleon. Es folgten noch die Auftritte von Halbeseln, Schildkröten, Elefanten, Kängurus, Fischen, Eseln, Eichhörnchen, Schwan, Fossilien und Kolibris. Dazu sah das kleine und große Publikum schöne Tierfotos.

Großmutter

Loriots Liebe zur Klassik hat er wohl seiner Großmutter zu verdanken, die ihm als Kind bereits Mozart, Puccini und Bach auf dem Klavier vorspielte. Insgesamt hatten nicht nur die Kinder Freude an der Aufführung, sondern auch die Erwachsenen, die nicht nur mit, sondern teilweise auch ohne Kinder gekommen waren. Alle bedankten sich bei den Künstlern schließlich mit kräftigen Applaus für den kurzweiligen Nachmittag.

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