1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Nordwalde
  6. >
  7. Aufgetaute Wandfarbe ist nutzlos

  8. >

Schadstoffmobil ist in Nordwaldes Bevölkerung eine feste Größe

Aufgetaute Wandfarbe ist nutzlos

Nordwalde

Die einen bringen alte Farben und Lacke, andere unzählige Batterien, alle haben ein Ziel: das Schadstoffmobil, das regelmäßig in Nordwalde Halt macht.

Von Matthias Lehmkuhlund

Das Schadstoffmobil Foto: Matthias Lehmkuhl

Mehrmals steigt Rolf Berkemeyer die Stahltreppe am Schadstoffmobil schwer bepackt mit einem Plastikkorb voller alter Kanister, Dosen und Flaschen hinauf und anschließend „erleichtert“ auf der anderen Seite wieder herunter. Der Kofferraum seines Autos auf dem ehemaligen Busbahnhof (ZOB) an der Amtmann-Daniel-Straße ist voll mit alten Farben, Lacken, Lasuren und anderem Sondermüll.

Der Nordwalder unterstreicht, dass er weder den Beruf als Maler oder Anstreicher noch einen anderen handwerklichern Beruf ausfüllt. „Wo soll man denn sonst damit hin? Wir haben ein großes Haus. Meine Tochter hat auch gerade neu gebaut. Da bleibt immer etwas an alten Farben und Lacken übrig“, erläutert Rolf Berkemeyer.

Sondermüll entsorgen

Hinter ihm steht im gebührenden Corona-Abstand Helmut Berning und wartet bis er dran ist. „Ich finde das richtig gut, dass man auf diese Art und Weise diesen Sondermüll entsorgen kann“, lobt auch dieser Nordwalder die Möglichkeit, die nicht nur für die Umwelt gefährlichen Stoffe ohne große Probleme mehrmals im Jahr loszuwerden.

Thorsten Gruse hat Blechdosen mit Acryl-Farbrelikten und Lackresten mitgebracht. Bei seinem zweiten Gang die Treppe hinauf hat der Nordwalder zwei ausgediente Feuerlöscher in den Händen. „Ich finde das ganz angenehm, dass man in regelmäßigen Abständen tatsächlich so etwas los werden kann. Und das kostenlos. Auf dem Wertstoffhof wird so etwas ja gar nicht erst angenommen“, ist auch dieser „Schadstoffmobilkunde“ begeistert.

Heinz-Josef Tegeler

Heinz-Josef Tegeler ist Mitarbeiter der Entsorgungsfirma Drekopf, die das Schadstoffmobil betreibt, und ist für den vom Schadstoffmobil abgetrennten Dispersionsfarben-Container zuständig. Dort überwacht er, ob auch wirklich nur diese Wandfarben hineingeschmissen werden. Normalerweise ist alte Dispersionsfarbe auch noch nach Jahren streichbar. „Aber wenn diese Wandfarbe beispielsweise in der Garage gelagert wird, im Winter einfriert und dann wieder auftaut, kann sie nicht mehr gestrichen oder verarbeitet werden“, weiß der Drekopf-Experte.

Die offensichtlich große Resonanz während des Dreistundenbesuches des Entsorgungsfahrzeuges bezeichnet Heinz-Josef Tegeler eher als normal. „Vor einem Jahr war Nieselregen und es war kalt, da war natürlich nicht so viel los“, erinnert er sich an einen Tag des Schadstoffmobils in Nordwalde, an dem Langeweile aufkam.

Batterien aus mehreren Jahren

Die abgegebenen Schadstoffe werden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Drekopf sortiert und anschließend zur Müllverbrennung gebracht.

Für Martina Holstegge ist der Besuch am Schadstoffmobil eine Premiere. „Ich bin zum ersten Mal überhaupt hier“, hält die Nordwalderin einen großen Plastikeimer in ihrer linken Hand, der mit leeren Batterien jeder Größe gefüllt ist und fast überläuft. „Das ist das Ergebnis aus drei bis vier Jahren.“ Sie habe aus der Zeitung erfahren, dass das Schadstoffmobil kommt. „Da habe ich mir gedacht, diese Chance musst Du nutzen.“

Startseite
ANZEIGE