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Piggenband aus dem Ahrtal zurück 

„Danke“ im Namen der Flutopfer - 11.000 Euro an Spendengeldern zusammengespielt

Nordwalde/Ahrtal

Die Piggenband aus Nordwalde war am Wochenende im Ahrtal. Die Musikerinnen und Musiker gaben dort nicht nur einige Kostproben ihres Könnens ab, sondern brachten auch eine Spende in Höhe von respektablen 11 000 Euro mit. Dieser riesige Betrag wurde auf elf leidgeprüfte Familien im Ahrtal, aufgeteilt, die sich bei der Übergabe über jeweils 1000 Euro unbändig freuten.

Von Matthias Lehmkuhl

Die Piggenband im zerstörten Ahrtal bestand aus (v.l.): Jonas Plettendorf, Guido Wolters, Rolf Augustin, Karlheinz Hilgenbrink, Petra Dillmann, Tobias Veensmar, Paul Dahlmann, Dieter Schmedding und Klaus Allendorf. Foto: Piggenband

Die Piggenband ist von ihrer Reise ins leidgeprüfte Ahrtal zurückgekehrt und hat tiefsitzende Eindrücke mitgebracht, die schwer zu verdauen sind. Aber auch viele lächelnde Gesichter haben die Musikerinnen und Musiker gesehen, die dankbar die Spenden in der Gesamthöhe von beachtlichen 11. 000 Euro entgegennehmen konnten.

Anfrage

Auf eine Anfrage, ob die Nordwalder Piggenband den dort lebenden Menschen und auch den vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern mit Musik eine Freude machen könnte, startete sie am Samstagmorgen ins Ahrtal. Zuvor hatte die Musikgruppe Kontakte geknüpft und in den sozialen Medien zu Geldspenden aufgerufen, um Menschen der Flutkatastrophe in ihrer Not zu unterstützen. „Nach und nach kamen 5500 Euro an Geldspenden zusammen“, freut sich Petra Dillmann, Dirigentin und Organisatorin der Fahrt. Außerdem gab es Spenden für Verpflegung, ein großes Werbeplakat mit der Aufschrift „Piggenband on tour wir spenden für die Flutopfer und Helfer im Ahrtal“ und Spenden für Diesel, da die Piggenband einen Bus organisiert hatte, in dem sie auch übernachten konnte. „Zur Zeit sind im Ahrtal kaum Unterkünfte zu bekommen, da alles zerstört ist“, sagt Klaus Allendorf, der in der Piggenband das Akkordeon spielt.

Am Samstagmorgen spielte die Piggenband zunächst eine Stunde am alten Nordwalder ZOB in der Nähe des Wochenmarktes, um weitere Spenden für die Flutopfer zu sammeln. Insgesamt kamen 11 000 Euro für die Flutopfer zusammen. „An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön von uns für die großzügigen Spenden“, bedankt sich Petra Dillmann.

Zerstörungen

Ein beklemmendes Gefühl ereilte die Musikgruppe, als sie die Ausmaße der Zerstörungen im Ahrtal sah. „Es sind noch sehr viele Arbeiten zu stemmen“, hat Klaus Allendorf festgestellt.

Die Mitglieder der Piggenband erfuhren, dass an diesem Samstag rund 3700 Helferinnen und Helfer vor Ort waren, die mit Hilfe von Shuttlebussen an die Orte der Zerstörung gebracht und abends wieder ins Camp zurückgefahren wurden. Übernachtet wurde in Wohnwagen oder Zelten. Die sanitären Einrichtungen waren in Containern untergebracht.

„Morgens und abends gab es Verpflegung. Nach dem Abendessen saß man gemütlich zusammen. An diesem Samstagabend gab es dann zusätzlich noch Musik der Piggenband“, schildert Petra Dillmann. Am Tag spielte sie an verschiedenen Orten, wo die Essensausgabe stattfand für Anwohner, die alles verloren haben und Helfer.

„Mit Hilfe von Ortskundigen machten wir uns auf die Suche nach besonders bedürftigen Menschen, die dringend Unterstützung brauchen“, erzählt Klaus Allendorf.

Familien

Elf Familien, teilweise mit kleinen Kindern, die Haus und Einrichtung verloren haben, oder eine Familie, die gerade drei Wochen lang ein großes Hotel übernommen hatte und das in wenigen Stunden zerstört wurde, sie alle fanden Unterstützung mit Hilfe der Geldspenden und erhielten jeweils 1000 Euro.

„Jede Übergabe war sehr ergreifend, bei der die eine oder andere Träne kaum zu unterdrücken war“, so Petra Dillmann, und ergänzt: „Eine ganz wichtige Botschaft der Organisatoren war, dass die Menschen in der Region Ahrtal noch lange die Unterstützung der freiwilligen Helfer benötigen und auch auf weitere Geldspenden angewiesen sind.“

Gemeinschaft

Viele Helfer haben ihnen gesagt, dass sie eine unbeschreibliche Gemeinschaft dort erleben, egal wie körperlich schwer die anfallenden Arbeiten auch sind.

„Für uns gab es immer wieder tosenden Applaus sowie Lob und Anerkennung für die musikalischen Einlagen“, berichtet Klaus Allendorf. So sei sogar in ganz kurzer Zeit eine Polonaise zustande gekommen, die diesen Zusammenhalt und die Gemeinschaft deutlich macht.

Die Nordwalder Band hatte eigens das Lied „Dat es Heimat“ auf das Ahrtal umgeschrieben. Klaus Allendorf erläutert abschließend den Schluss des Liedes: „Es endet mit der Botschaft, dass die Menschen im Ahrtal – ihrer Heimat – bleiben sollen, um mit Hilfe vieler Menschen diese Heimat neu zu gestalten. Wir wünschen uns, dass viele Musiker von dieser Aktion erfahren und ähnliches organisieren.“

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