1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Nordwalde
  6. >
  7. Das Hobby zum Beruf gemacht

  8. >

Shevan Mohammed eröffnet Imbisswagen

Das Hobby zum Beruf gemacht

Altenberge

Vor sechs Jahren ist Shevan Mohammed mit seiner Familie aus Syrien geflüchtet. In Altenberge kümmert sich Andrea Schulze um die Familie. Nun gab es einen freudigen Anlass: Nach langer und hürdenreicher Vorbereitung hat Shevan Mohammed einen Imbisswagen eröffnet.

Von Matthias Lehmkuhlund

Andrea Schulze (l.) und Schwägerin Petra Schulze haben Shevan Mohammed, seine Frau Jihan Khalaf und seine vier Töchter nach ihrer Flucht aus Syrien unterstützt. Foto: Matthias Lehmkuhl

Hummus, Falafel oder Kebab sind orientalische Spezialitäten, die schon lange in Deutschland etabliert sind. Am Samstag hat Shevan Mohammed seinen Imbisswagen eröffnet, dem der 37-Jährige den Namen „Habibi Grill“ gab, was frei übersetzt „Mein Schatz“ heißt. Dort bereitet Shevan Mohammed mit seinem Team aus zwei festen Mitarbeitern und weiteren Helfern diese schmackhaften Spezialitäten auf seinem selbst gebauten Holzkohlegrill zu. Der Grillwagen steht an der Münsterstraße 27 neben der Tankstelle von Markus Brömmler, der dem „Jungunternehmer“ den Platz zur Verfügung stellt.

Vor sechs Jahren flüchteten Shevan Mohammed, seine Frau Jihan Khalaf und seine vier Töchter (inzwischen 16, 14, zwölf und neun Jahre alt) aus dem vom Bürgerkrieg erschütterten Al-Hasaka im Nordosten Syriens. „Sie sind unter unbeschreiblichen Strapazen zu Fuß geflüchtet“, sagt Andrea Schulze, die sich mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann Peter rührend um die Familie gekümmert hat und sich immer noch – inzwischen mit Schwägerin Petra Schulze – kümmert.

Fast wie Brüder

„Peter und Shevan waren dicke Freunde, fast schon wie Brüder“, betont Andrea Schulze, die sich schon lange für die Geflüchteten als Lotsin für Kitas und als Vermittlerin in der Altenberger Gemeindeverwaltung engagiert. „Sie glauben ja nicht, wie groß die bürokratischen Hürden in Deutschland sind, um so einen Imbisswagen eröffnen zu können“, beschreibt Petra Schulze die fast ein Jahr dauernde Vorbereitung, bei der ihre Schwägerin Andrea und ihr Bruder Peter viel Arbeit investiert haben.

Das Fleisch wird auf einem von Shevan Mohammed konstruierten und gebauten Holzkohlegrill zubereitet. Foto: Matthias Lehmkuhl

Shevan Mohammed hat eine Vielzahl an Unterstützung und Hilfe erfahren. Nicht nur Andrea und Peter Schulze sowie Markus Brömmler, sondern auch Bürgermeister Karl Reinke und Wirtschaftsförderer Sebastian Nebel setzten sich für den Geflüchteten ein. „Das ist ein Erfolg der Integration“, hebt Bürgermeister Reinke hervor. Shevan Mohammed ist froh, dass er seinen Habibi Grill endlich eröffnen kann.

Bereits Erfahrung

„Ich habe mein Hobby, das Kochen, zum Beruf gemacht. Ich hatte schon im syrischen Erbil so einen Grillwagen“, betont der 37-Jährige, dass er bereits viel Erfahrung mitbringt. „Ich möchte mich noch bei allen bedanken, die mich unterstützt haben“, ergänzt der Unternehmer. „Nimm eine Speisekarte mit“, wird Postbote Marcel Post aus Burgsteinfurt, der für Altenberge zuständig ist und sich etwas zum Mitnehmen bestellt hat, aufgefordert. „Die habe ich schon längst auf meinem Handy“, entgegnet der Briefträger.

Startseite
ANZEIGE