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Lichterfahrt der Landjugend (KLJB) Nordwalde

Der Weihnachtsmann fährt Trecker

Nordwalde

Eine lange Schlange aus weihnachtlich geschmückten Treckern rollte am Sonntagabend durch das Dorf. Die KLJB Nordwalde veranstaltete zum dritten Mal eine Lichterfahrt. Viele Nordwalderinnen und Nordwalder guckten sich das Schauspiel vom Straßenrand aus an.

Von Vera Szybalskiund

Viele Nordwalderinnen und Nordwalder standen am Sonntagabend am Straßenrand, um die Foto: Vera Szybalski

Es ist nicht auszuschließen, dass einige Nordwalder Kinder seit Sonntag überzeugt sind, der Weihnachtsmann bringt die Geschenke nicht mit seiner Kutsche samt Rentieren, sondern mit dem Trecker. Dafür verantwortlich ist die Lichterfahrt der Landjugend. „Da sitzt der Weihnachtsmann drin“, rief ein junges Mädchen, als die lange Schlange aus 128 Fahrzeugen am Sonntagabend durch das Dorf rollte. Und nicht nur auf einem Trecker, sondern auf vielen war ein rotes Weihnachtskostüm zu entdecken.

Die Fahrerinnen und Fahrer hatten sich richtig Mühe gegeben und ihre Fahrzeuge aufwendig geschmückt. Blinkende Lichterketten waren fast immer zu sehen, aber auch Tannenbäume, leuchtende Sterne oder aufblasbare Weihnachtspuppen. Manche hatten eine Botschaft am Trecker montiert. Dazu schallte Weihnachtsmusik von einem Feuerwehrauto, das im Zug mitfuhr. „Es ist total schön zu sehen, dass die Leute immer kreativer geworden sind“, sagte Lea Westhues von der Nordwalder Landjugend.

So viele Fahrzeuge wie nie zuvor

Sie sind nicht nur einfallsreicher, sondern auch mehr geworden: Bei der Premiere der Lichterfahrt seien nur gut halb so viele Fahrzeuge dabei gewesen, sagte Westhues. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl wieder ein bisschen gestiegen. Erstmals war auch ein Bagger dabei. Die meisten Fahrer stammten aus Nordwalde, manche waren die Jahre zuvor schon dabei, andere sind neu dazugekommen. Auch aus den umliegenden Orten beteiligten sich Leute.

Knapp zwei Stunden zogen die Fahrzeuge durch das Dorf. Am Straßenrand begleitet von vielen, vielen Nordwalderinnen und Nordwaldern – zur Freude der Landjugend. In Wohngebieten scharten sich Nachbarinnen und Nachbarn um Feuerschalen, andere hatten Stehtische aufgebaut. „Es gab auch hier und da eine Art Glühweinstand“, sagte Lea Westhues. „So viele Leute haben an verschiedenen Ecken ein Event daraus gemacht.“ Bereits im November hatten viele die Landjugend angesprochen mit der Bitte, die Lichterfahrt erneut zu veranstalten.

Bei der dritten Auflage am Sonntag blickten die Verantwortlichen in große Kinderaugen und hörten noch während der Fahrt die ersten Dankesworte. „Es haben uns Leute zugerufen, wie toll das ist, dass wir das wieder machen“, erzählte Westhues. Die Landwirte hätten den Menschen eine Freude bereitet und sich zugleich präsentieren können. Es sei der „Demo-Charakter mit etwas Schönem verbunden“ worden.

Weihnachtliche Stimmung

Denn die Idee hinter der Aktion sei eine Art stiller Protest der Landwirtschaft zur Weihnachtszeit. „Es geht darum, sich zum einen zu bedanken für die Unterstützung der Leute und zum anderen auf die Probleme, Ängste und Sorgen der Landwirtschaft aufmerksam zu machen“, sagte Lea Westhues. Es soll aber auch weihnachtliche Stimmung verbreitet sowie die Zuschauerinnen und Zuschauer begeistert werden. Das dürfte gelungen sein.

Wie stehen die Chancen auf eine Neuauflage im kommenden Jahr? Eine 100-prozentige Zusage kann Lea Westhues nicht geben. Aber: „Wir freuen uns auch jedes Jahr darauf. Es hat alles geklappt, auch schon bei der Vorbereitung“, sagte Westhues. „Für uns ist das schon eine Tradition geworden.“ Bleibt noch die Unwägbarkeit der Genehmigung. „Wir hoffen, dass die Lichterfahrt nicht verboten wird und im nächsten Jahr wieder stattfinden kann.“

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