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Bürger besichtigten Umspannanlage

Die Energiewende kann kommen

Nordwalde

Erst ein Vortrag über die Energiewende und Auswirkungen auf das Stromnetz, dann eine Besichtigung der Umspannanlage: Der „Bürgerdialog Stromnetz“ hatte zu einem Termin eingeladen. Dabei ging es auch um die Folgen des Ukraine-Krieges.

Von Rainer Nix

Auf dem Gelände der Nordwalder Umspannanlage fanden sich zahlreiche Interessierte ein, die genaueres über die Bedeutung von Stromnetzen und die Energiewende wissen wollten. Foto: Rainer Nix

Umspannanlagen müssen hohe Stromstärken in Gebrauchsstrom für die regionale, kommunale Versorgung umwandeln. In Nordwalde geschieht das mittels zeitgemäßer Technik, denn die Anlage wurde erst 2019 in Betrieb genommen. Das alte Umspannwerk am Sieverts Kamp stieß mit seiner Kapazität an die Grenze.

Am Donnerstagnachmittag lud der „Bürgerdialog Stromnetz“, eine Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums, zur Bürgerinfo vor Ort ein. Lisa Drunkemühle vom Bürgerdialog begrüßte die Anwesenden. „Man merkt immer stärker, wie sehr die Sicherheit, was Stromnutzung und Strombedarf angeht, ins Bewusstsein rückt“, betonte Bürgermeisterin Sonja Schemmann. „Wir sind froh, dass wir seit 2019 eine noch sicherere Umspannanlage als zuvor haben.“

Folgen des Ukraine-Kriegs

Wirtschaftsingenieur Jonas Töpken hielt einen Impulsvortrag, in dem er die Energiewende und Auswirkungen auf das Stromnetz in den Vordergrund stellte. In Deutschland würden erneuerbare Energien ausgebaut, um als das Land klimaneutral mit Strom versorgen zu können. Im Jahr 2045 soll es soweit sein, 2030 sollten immerhin 80 Prozent des Stroms aus regenerativer Energie stammen. „Aktuell liegen wir bei 45 Prozent, wir haben also noch einiges vor uns“, so Töpken.

Der Ukraine-Krieg habe die Ziele des Ausstieges aus der Kohleenergie zurückgeworfen. Allerdings stehe noch immer das Jahr 2038 für den Ausstieg aus der Kohleverstromung im Raum. Künftig soll schwerpunktmäßig Energie aus Windkraft und Sonne erzeugt werden. „Dafür“, so der Ingenieur, „waren unsere Netze ursprünglich nicht ausgelegt.“ Wurde Strom zunächst vor allem dort erzeugt, wo er auch verbraucht wurde, muss er jetzt zum Teil durch weite Teile der Bundesrepublik transportiert werden. Daher gibt es zahlreiche Projekte zum Netzausbau, doch es gibt noch viel zu tun. „Vernetzung“ ist ein Schlüsselwort. Umso größer die Vernetzung auch mit Nachbarländern sei, desto einfacher könnten Ausgleichseffekte stattfinden, wenn deutsche Wind- beziehungsweise Sonnenenergie mal nicht in ausreichender Menge verfügbar ist. Die Schwerpunkte der Windverstromung liegen zurzeit im Norden, die Schwerpunkte der Photovoltaikverstromung im Süden des Landes.

Zwei große Transformatoren

Experten des Nordwalder Umspannanlagen-Betreibers Westnetz führten das Publikum über das Gelände und erläuterten die Funktionsweise der zwei großen Transformatoren. In ihnen laufen elektromagnetische Prozesse ab. Diplom-Ingenieur Olaf Reichling erläuterte in einem Gespräch, welche Funktion Umspannanlagen genau haben.

„Der Strom erreicht uns hier auf eine Spannungsebene von 30 000 Volt“, erläuterte Reichling. „Dann wird er durch einen Transformator umgespannt und mit einer Spannung von 10 000 Volt in die Straßenzüge der Gemeinde weiter verteilt.“ Dort stehen sogenannte Ortsnetzstationen, die diese Spannung auf 400 beziehungsweise 230 Volt für den Hausgebrauch umwandeln.

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