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Feierabendmusik der besonderen Art

Die Welt der Orgelklänge

Nordwalde

Es ging nicht um die Technik, sondern um den Klang: Kirchenmusiker Thorsten Schlepphorst bot eine Feierabendmusik der besonderen Art an. Er ließ die Zuhörerinnen und Zuhörer in die Welt der Orgelklänge eintauchen.

Von Rainer Nix

Thorsten Schlepphorst ließ der Theorie praktische Klangdemonstrationen folgen. Foto: Rainer Nix

Die Orgel der Pfarrkirche St. Dionysius präsentiert sich als Instrument mit moderner Technik im 300 Jahre alten Gewand. Die barocke Menke-Bensmann-Orgel gilt als einzigartig in der Region. Am Mittwoch erlebte das Publikum eine Feierabendmusik der besonderen Art. Kirchenmusiker Thorsten Schlepphorst vermittelte Wissenswertes zur Orgel. Jede Besucherin und jeder Besucher bekam die Festschrift zur Orgelweihe am 22. Oktober 2000 nach der Erneuerung des „Innenlebens“ überreicht. „Alt ist nur das Gehäuse des Hauptwerkes, abgesehen von einigen wenigen Ergänzungen“, steht darin zu lesen.

„Ich möchte heute Abend nicht die Technik unserer Orgel erklären, weil das ein spezielles Kapitel ist, es soll um den Klang gehen“, begrüßte Schlepphorst die Zuhörerinnen und Zuhörer. Jede Orgel, machte er deutlich, ist ein Unikat und dem Raum, in dem sie gespielt wird, angepasst. Im Laufe der Musikgeschichte kristallisierten sich diverse Orgeltypen heraus. Das, sagte er, hing ebenso vom jeweils gängigen Musikgeschmack ab wie von den Finanzen, der Konfession und der liturgischen Aufgabe. Zum Teil begleiteten die Orgeln vor allem den Gesang der Gemeinde, doch auch als solistisches Instrument hatten und haben sie je nach Einsatzort große Bedeutung. Es entstanden sogenannte Orgellandschaften. Wichtig ist die „Norddeutsche Schule“, die auf Instrumente zurückgeht, die im Zeitalter des Barock gebaut wurden.

Orgel sieht typisch norddeutsch aus

„Wir haben hier eine zweimanualige Orgel, die typisch norddeutsch aussieht“, sagte der Kirchenmusiker. An jedem Manual beziehungsweise jeder der beiden Klaviaturen werde ein Orgelwerk bespielt, so Schlepphorst. Es gibt das Rückpositiv, das in die Brüstung eingebaut ist und oben das Hauptwerk, das vom oberen Manual bedient wird. Drittes im Bunde ist das Pedalwerk. Es wird mit den Füßen gespielt. „Werk“ bedeutet technisch die Zusammenfassung von Gehäuse, Pfeifen und Windlade eines selbstständigen Teils der Orgel.

Schlepphorst demonstrierte mit musikalischen Beispielen den Klang mehrerer Prinzipale des Instrumentes. Als Prinzipale werden wichtige Orgelregister bezeichnet, die bei fast jeder Orgel das klangliche Rückgrat bilden und den Orgelprospekt – das äußere Erscheinungsbild – zieren. Je nach Auswahl wurden weichere oder härtere Klänge wahrgenommen. Als besonders einprägsames Beispiel spielte Thorsten Schlepphorst zwei Oktaven höher als üblich den Ausschnitt einer Fantasie des spanischen Komponisten, Musiktheoretikers, Organisten und Dominikaners Thomás de Santa María (1510-1570). Zwei weitere Feierabendmusiken am 2. und 9. Februar sollen die klanglichen Exkursionen theoretisch und praktisch fortführen.

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