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Hilfestellung bei Starkregen und Hochwasser

„Eigenverantwortung ist Gold wert“

Nordwalde

Der Schutz vor den Folgen von Starkregen und Hochwasser ist spätestens nach dem schweren Unwetter im Jahr 2010 in der Gemeinde ein Schwerpunkt. Damals standen 300 Keller unter Wasser, auch einige Höfe waren im Außenbereich überschwemmt. „Beim beim Unwetter 2014 waren die Folgen nicht ganz so schlimm“, erklärte der Leiter der Feuerwehr Norbert Schroer. Aber auch da waren 50 Keller unter Wasser – nach wie vor ein Schreckensszenario.

Detlef Held

Zwei neue Broschüren sollen den Bürgern Hilfestellung geben, sich bei Starkregen und Hochwasserfolgen richtig zu verhalten. Sie sollen zugleich auch ein Wegweiser sein, in Eigenverantwortung vorbeugende Maßnahmen zu treffen, erklärte Bürgermeisterin Sonja Schemann zusammen mit Claus Ufermann (Leiter Stabsstelle) und dem Klimaschutzbeauftragten Christian Lohmann (r.). Foto: nn

„Das ganz zu verhindern ist wahrscheinlich kaum möglich, aber die Folgen solcher Unwetter einzudämmen, dafür hat die Kommune bislang über zwei Millionen Euro aufgebracht“, sagt Claus Ufermann, Leiter der Stabsstelle im Rathaus.

„Das Hauptproblem“, so Ufermann, „dabei ist, dass die vier Bäche des Ortes (Jammertalbach, Höppenbach, Kirchlarbach und Langemeersbach) das plötzlich kommende Wasser nicht auffangen können und über die Kanalisation den Ort überfluten.“

Inzwischen sind einige nachhaltige Maßnahmen umgesetzt worden. Dazu gehören vor allem größere Rückhaltefläche, die Verbesse­rung der Kanalisation und das Sperren von Bachläufen. In Kürze werden die Arbeiten zum Ausbau des Grabens hinter dem Nettomarkt in Richtung Brüggemannsbach und die Verrohrung in Höhe des Nettomarktes vorgenommen. Diese Maßnahme gehört zur Vergrößerung des Regenkanals in der Emsdettener Straße, die im Anschluss ausgeführt wird.

Angeschafft hat die Gemeinde auch eine Großpumpe, die 8500 Liter pro Minute schafft und vor allem bei Überschwemmungen eine große Hilfe ist. Sie steht auf dem Bauhof und ist in wenigen Minuten einatzbereit. Die Pumpe ist Teil des Maßnahmenkatalogs gegen Starkregenereignisse. Norbert Schroer: „2010 mussten wir die Hilfe des THW in Anspruch nehmen. Kosten: über 20 000 Euro. 2014 stand das THW wegen des noch größeren Schadens in Münster für uns nicht zur Verfügung. Daher entschied man sich, für das Geld dieses Saugwunder anzuschaffen.“

„Doch all diese Maßnahmen können nur dann auch wirklich greifen, wenn die Bürger in Eigenverantwortung ihre Häuser durch einfache bauliche Maßnahmen selber schützen. Das ist Gold wert“, sagt Claus Ufermann. So soll beispielsweise in einem Keller kein dauerhafter Wohnraum eingerichtet werden. Auch sollten Fenster oder Terrassentüren durch Bodenschwellen geschützt werden. Dies gelte vor allem auch für Kellerfenster, Lichtschächte. Die hauseigene Kanalisation sollte durch ein Rückstauventil gesichert werden.

Diese und noch weitere zweckmäßige Tipps sind in den beiden jetzt ausgelegten Broschüren im Rathaus der Gemeinde kostenlos erhältlich. In einer ersten Auflage wurden je tausend Exemplare gedruckt. Erarbeitet sind der Ratgeber und der Wegweiser zum richtigen Verhalten bei solchen Naturereignissen von der Kommunal Agentur NRW, ergänzt mit den örtlichen Zuständigkeiten.

Gleichwohl strebt man in der Kommune weiter nach Optimierung in Sachen Hochwasserschutz. So werden die Strömungsverhältnisse der Bäche im Außenbereich überprüft. „Ziel ist dabei, das Hochwasser an den jeweiligen Höfen vorbeizuführen“, so Ufermann. Dies alles immer auch in sehr enger Zusammenarbeit mit allen Nachbargemeinden, denn Wasser macht vor Gemeindegrenzen nicht halt.

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