1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Nordwalde
  6. >
  7. Ein stiller Protest

  8. >

Treckerkorso von Landjugend und LOV

Ein stiller Protest

Nordwalde

Die Landjugend Nordwalde hat gemeinsam mit dem Landwirtschaftlichen Ortsverein einen Treckerkorso veranstaltet. Mit beleuchteten und geschmückten Treckern sorgten sie nicht für Weihnachtsstimmung in den Straßen, sondern machten auch auf ein Thema aufmerksam, das ihnen am Herzen liegt.

wn

Mit 64 Treckern haben die Nordwalder Landjugend und der Landwirtschaftliche Ortsverein einen Korso veranstaltet. Sie überbrachten nicht nur Weihnachtsgrüße, sondern machten vor allem auf die aktuelle Situation in der Landwirtschaft aufmerksam. Foto: Malte Drees / KLJB Nordwalde

Viel los im kleinen Dorf am Sonntagabend: Die Landjugend Nordwalde (KLJB) hat gemeinsam mit dem Landwirtschaftlichen Ortsverein (LOV) einen Treckerkorso auf die Beine gestellt. „Da in diesem Jahr leider wenige Aktionen stattfinden konnten, haben sich beide Vereine überlegt, wie man zeigen kann ‚Wir sind noch da!‘?“, schreibt die Landjugend in einem Pressetext.

Innerhalb kurzer Zeit beschossen die Vereine, einen „kleinen“ Umzug unter dem Motto „Ein Funke Hoffnung“ durch das Dorf zu machen, um mit den beleuchteten und geschmückten Treckern ein bisschen Weihnachtsstimmung in die Straßen zu bringen. Allerdings war der Weihnachtsumzug die Verpackung für ein Thema, was der KLJB und dem LOV sehr am Herzen liegt.

Klarer Appell gesendet

Denn es sollten nicht nur Weihnachtsgrüße überbracht werden, sondern vor allem auf die aktuelle Situation in der Landwirtschaft aufmerksam gemacht werden. „Mit Sprüchen wie ‚Bitte nicht vergessen, wir sorgen für euer Weihnachtsessen‘ und kritischen Äußerungen wie ‚Ist der Bauer ruiniert, wird dein Essen importiert‘ und ‚Ohne Landwirtschaft wärst hungrig, nackt und nüchtern‘ konnte ein klarer Appell gesendet werden, der mit Sicherheit den einen oder anderen zum Nachdenken anregt“, schreibt die Landjugend. „Der Umzug sollte zum einen ein stiller, schöner Protest sein, der auf die Existenzängste der Bauern hindeutet und zum anderen den Bewohnern eine Freude bereiten.“

64 Trecker sind auf dem Realparkplatz gestartet und quer durchs Dorf gerollt. Nach knapp zwei Stunden endete die Tour auf der Umgehungsstraße. „Mit so einer Resonanz haben wir nicht gerechnet. Gerade in dieser schweren Zeit hat es mich gefreut, wieder ein bisschen Freude ins Dorf zu bringen. Außerdem lief alles reibungslos ab, und meiner Meinung nach sind die Nachrichten auf jeden Fall angekommen“, sagte Niko Lenfort, erster Vorsitzender der KLJB.

Eine Art „Wir-Gefühl“

Die Organisatoren freuen sich über das positive Feedback. Bunte LEDs, blinkende Lichterketten, montierte Tannenbäume und Weihnachtsmützen brachten Kinderaugen und auch Erwachsene zum Strahlen. „Der eine oder andere musste sogar eine kleine Träne verdrücken, weil das Bild der vielen Trecker so schön anzusehen war“, schreibt die Landjugend weiter. „Die Aktion ließ endlich mal wieder eine Art ‚Wir-Gefühl‘ spüren. Auch wenn der Abstand untereinander eingehalten werden musste, waren alle vereint. Und wer weiß, vielleicht entwickelt sich ja eine Tradition, die die nächsten Jahre weitergeführt wird und Nordwalde wieder hell erleuchten lässt.“

Startseite