Neues Grabfeld „Arche des Friedens“ auf dem katholischen Friedhof

Eine moderne Form der Bestattung

Nordwalde

Auf dem katholischen Friedhof gibt es ein neues Grabfeld: „Arche des Friedens“ hat der Kirchenvorstand von St. Dionysius dieses einheitlich gestaltete Grabfeld genannt. Wer dort ein Erdgrab oder Urnengrab kauft, bezahlt auch gleich die Pflege für die nächsten 30 Jahre mit.

Von Vera Szybalskiund

Stellten das neue Grabfeld „Arche des Friedens“ auf dem katholischen Friedhof vor (v.l.): Die Kirchenvorstandsmitglieder Ludger Weßels und Andreas Liesenkötter, Friedhofsgärtner Swen Gerlach, Kirchenvorstandsmitglied Michael Exner und Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup. Foto: Vera Szybalski

Die ersten Nachfragen, was denn da mitten auf dem katholischen Friedhof entsteht, gab es schon, erzählt Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup. Keine Frage, das neue Grabfeld zieht die Blicke auf sich. „Die Firma Gerlach hat das gut geplant und gestaltet“, sagt Schulte Eistrup. Wer dort ein Grab kauft, bezahlt auch gleich die Pflege für die nächsten 30 Jahre mit. Es ist das erste Grabfeld dieser Art auf dem Friedhof – und ein Gesamtwerk.

Es sind keine optisch einzelnen Gräber, sondern eine einheitlich gestaltete Fläche. Die Wege sind schon angelegt, wenn auch noch nicht ganz fertig, die Stauden eingepflanzt, nur der Rasen fehlt noch. Die Stauden sind so ausgewählt, dass sie bienen- und insektenfreundlich sind. In der Mitte des Grabfeldes liegen Steine in einer Art Bootform. Aus gutem Grund: Der Kirchenvorstand hat für das neue Grabfeld den Namen „Arche des Friedens“ gewählt.

Einheitliche Grabsteine

Alle Gräber erhalten eine Sandsteinstele, auf denen der Name und die Daten eingraviert sind, sowie eine kleine Sandsteinplatte, auf der mal eine Kerze oder Blumen abgelegt werden können. Eine Bank am Rand des Grabfeldes lädt zum Verweilen ein. „Das ist ein Ort der Ruhe“, sagt Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup.

Eine Bank in dem neuen Grabfeld "Arche des Friedens" lädt zum Verweilen ein. Foto: Vera Szybalski

Im Herbst hatte der Kirchenvorstand von St. Dionysius entschieden, ein neues Grabfeld auf dem Friedhof zu realisieren. Um sich inspirieren zu lassen, besichtigten die Mitglieder des Kirchenvorstands auch andere Friedhöfe. „Unser Ziel ist es, immer neue Grabformen zu schaffen“, sagt Schulte Eistrup. „Die Bestattungskultur wird immer komplexer.“ Für die unterschiedlichen Formen sollen Angebote geschaffen werden. „Wir wollen das Spektrum erweitern.“ Wenn die Kinder nicht in Nordwalde leben, ältere Familienmitglieder nicht mit der Grabpflege belastet werden sollen oder wer gar keine Angehörigen mehr hat, die sich kümmern können – für all diese Fälle könnte das neue Grabfeld eine Lösung sein.

Swen Gerlach

„Das ist eine moderne Form der Bestattung, die auch der Lebenssituation moderner Familien gerecht wird“, sagt Swen Gerlach von der gleichnamigen Gärtnerei. Er hat Anfang dieses Jahres mit der Arbeit an der „Arche des Friedens“ begonnen. „Das Konzept ist so ausgelegt, dass das Grabfeld nicht als für sich abgetrennter Friedhof im Friedhof zu sehen ist“, sagt Gerlach. Es sei „markant herausgearbeitet“, aber nicht trennend vom restlichen Friedhof. Zunächst seien zwei Parameter maßgeblich gewesen: „Zu sehen, wo kann man die Fläche einrichten, und wie groß muss sie sein, dass sie in absehbarer Zeit vollständig belegt ist.“

In der Mitte des Grabfeldes ist eine Arche angedeutet. Foto: Vera Szybalski

In dem Grabfeld finden 18 Erdgräber und 38 Urnengräber Platz. Die Ruhezeit bei dem neuen Grabfeld liegt wie auf dem Rest des Friedhofs bei 30 Jahren. Ein Erdgrab kostet 5070 Euro, ein Urnengrab 3845 Euro. Darin ist fast alles inklusive, lediglich die Nebenkosten für den Grabaushub kommen noch hinzu.

Grundthema „Arche“ bleibt

Swen Gerlach vermutet, dass es drei bis fünf Jahre dauert, bis alle Gräber in der „Arche des Friedens“ belegt sind. Die Kirchengemeinde plant aber schon für die Zeit danach. „Wenn das Grabfeld voll ist, werden wir weitere Anlagen bauen“, kündigt Pfarrer Ulrich Schulte Eistrup an. „Die werden immer wieder thematisch anders und wir können auch mal die Form ändern.“ Das Grundthema „Arche“ soll aber fortgeführt werden.

Das neues Grabfeld ist vom restlichen Friedhof nicht abgeschnitten. Foto: Vera Szybalski
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