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„Bach 1720“-Konzert mit Ludger Lohmann

Einfühlsames Spiel

Nordwalde

Es war eine lange Corona-Pause, die Ludger Lohmann beendete: Das neunte von zwölf Konzerten der Reihe „Bach 1720“ war das erste Konzert in der St.-Dionysius-Kirche nach vielen Monaten. Lohmann konnte dabei wieder einmal überzeugen.

Von Rainer Nix

Ludger Lohmann brillierte wieder einmal an der Orgel. Er spielte in der St.-Dionysius-Kirche ein weiteres Bach-Konzert. Foto: Rainer Nix

Mehrfach hat sich der Komponist Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) des Kirchenliedes „Wer nur den lieben Gott lässt walten“, von Georg Neumark um 1641 gedichtet und vertont, angenommen. Im bekannten „Orgelbüchlein“ Bachs steht eine Version für Orgel (BWV 642), die „Königin der Instrumente“. Zwei weitere Bearbeitungen finden sich im Bachwerkeverzeichnis unter den Nummern 690 und 691.

Dieses vom Komponisten interpretierte Lied war am Sonntag titelgebend für das neunte von zwölf Konzerten der Reihe „Bach 1720“ in der St.-Dionysius-Kirche. An der Bensmann-Orgel saß Ludger Lohmann. Wie bereits in den vorangegangenen Konzerten brillierte der Stuttgarter Organist und Hochschulprofessor durch sein technisch hochkarätiges und einfühlsames Spiel.

Stücke aus Bachs Jugendzeit

Kirchenmusiker Thorsten Schlepphorst begrüßte das Publikum und freute sich darüber, das erste Konzert in St. Dionysius nach acht Monaten Pause ankündigen zu können. „Hoffentlich dürfen wir das nächste Mal wieder ohne Maske zuhören“, betonte er und wünschte für anderthalb Stunden eine gute Zeit bei ausgesuchten Werken des genialen Komponisten.

Das Programm enthielt hauptsächlich Stücke aus Bachs Jugendzeit vor dem 30. Geburtstag. Auch Präludium und Fuge a-Moll (BWV 551), mit denen Lohmann sein Konzert eröffnete, gehören dazu. Die Anlehnung an norddeutsche Vorbilder wird besonders deutlich, wie Lohmann in seinen Werkeinführungen schreibt: „In einer typischen fünfteiligen Anlage gruppieren sich bei einem kurzen akkordischen Mittelteil im ‚stile durezze e ligature‘ zwei Fugen, den Rahmen bilden zwei toccatische Passagen.“

Dankbares Publikum

Lohmann beeindruckte mit den Choralbearbeitungen „Werde munter, mein Gemüte“ (BWV 1118) ebenso wie mit „O Herre Gott, dein göttlich Wort“ (BWV 1110) und weiteren. Das Stück „Valet will ich dir geben“ (BWV 735) schrieb Bach auf Basis des gleichnamigen geistlichen Liedes mit Text von Valerius Herberger und Melchior Teschner. Es thematisiert den Abschied vom irdischen Leben, die Vorbereitung auf das Sterben und das ewige Leben.

Die Toccata E-Dur (BWV 566) brachte Lohmann als Ausklang des Konzertes zu Gehör. Sie gilt in der Literatur als ein „Frühwerk in großartiger Form“. Das Publikum war dankbar dafür, nach langer Abstinenz wieder ein Kirchenkonzert in Präsenz erlebt zu haben.

Bis zum kommenden Wochenende ist das Video von dem Konzert noch auf dem Youtube-Kanal der Pfarrgemeinde St. Dionysius zu sehen.

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