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Bürgerwind-Projekt gestartet

Frischer Wind im Scheddebrock

Nordwalde

Elf Anlieger haben die Bürgerwind Scheddebrock GbR gegründet. Sie streben eine Bürgerwind-Gemeinschaft in der Bauerschaft an. Noch steckt das Projekt im Anfangsstadium. Wichtig ist den Gesellschaftern Transparenz bei den Planungen und der Dialog mit der Bürgerschaft.

Von Vera Szybalskiund

Seit rund 20 Jahren gibt es im Scheddebrock fünf Windräder, Foto: Bürgerwind Scheddebrock GbR

Sie wollen eine Alternative zu den Konzernen bieten und die Anwohnerinnen und Anwohner bei ihrem Projekt mitnehmen: Elf Anlieger aus dem Scheddebrock haben am 1. März gemeinsam die Bürgerwind Scheddebrock GbR gegründet. Die Gesellschafter streben eine Bürgerwind-Gemeinschaft in der Bauerschaft an. „Das Ziel ist es, die größtmögliche Wertschöpfung einer Stromerzeugung aus Windenergie vor Ort und in der Gemeinde Nordwalde zu generieren. Die nachhaltige und faire Nutzung der Windenergie kann heutzutage nur im Rahmen einer Gemeinschaft zum Erfolg führen“, schreiben die Gesellschafter in einer Pressemitteilung.

Bereits seit rund 20 Jahren drehen sich im Scheddebrock fünf Windräder. Diese werden von European Energy aus Dänemark betrieben. Die Gesellschaft will die alten Anlagen gegen moderne austauschen und hat dazu im August 2020 mit den von diesem Repowering betroffenen Grundstückseigentümern Kontakt aufgenommen, informiert die Bürgerwind Scheddebrock GbR. Die Eigentümerfamilien Allendorf, Mußmann und Göcke loteten daraufhin Möglichkeiten einer Bürgerwind-Gemeinschaft aus.

Überwiegend positive Rückmeldungen

Schließlich gebe es im Kreis Steinfurt mit dem Bürgerwind auch ein Konzept, dass „die Leute vor Ort mitnimmt“, sagt Bernd Nienau, der gemeinsam mit Peter Allendorf, Andre Janning und Bernd Terwort als Geschäftsführer der neuen Gesellschaft fungiert. Im Einklang mit den Anwohnern und der Natur, so soll das Bürgerwind-Projekt im Scheddebrock realisiert werden.

Über das „ambitionierte Vorhaben“ hatten die Gesellschafter die Anwohner im Scheddebrock bereits vorab informiert – und überwiegend positive Rückmeldungen erhalten. Diese seien „zugleich Motivation und Auftrag“, das bevorstehende Repowering sowie einen möglichen Ausbau der Windenergie im Scheddebrock voranzutreiben. „Konstruktive Kritik im Sinne aller Beteiligten ist ausdrücklich erwünscht“, so die Bürgerwind Scheddebrock GbR.

Bürgerwind Scheddebrock GbR

Die aktuelle Betreibergesellschaft European Energy wird künftig nicht verschwinden, denn ein Grundstücksbesitzer hat sich bereits vertraglich an sie gebunden. „Somit kann der dänische Konzern einen Teil der eigenen Anlagen repowern – ohne Bürgerbeteiligung“, informiert die Bürgerwind Scheddebrock GbR. Die dänische Betreibergesellschaft treibt ihr Vorhaben voran: Gutachter seien bereits in ihrem Auftrag im Scheddebrock unterwegs. „Zwei von den fünf Anlagen sind künftig in der Hand der GbR“, sagt Bernd Nienau. Mit dem dänischen Konzert sucht die neue Bürgerwind-Gemeinschaft den Dialog zwecks einer sinnvollen Kooperation.

Das Bürgerwind-Projekt befindet sich noch in der Findungsphase. „Dürfen wir bauen, wo, wie hoch und wie viele Anlagen, das ist alles noch sehr vage“, sagt Nienau. Die Bürgerwind Scheddebrock GbR hat erste Gutachten zum Schutz der Anwohner und Tiere in Auftrag gegeben. Wenn die Ergebnisse vorliegen, sollen die Standorte genauer eingegrenzt und mit der Planung der Anlagen gestartet werden. Die Bürgerwind Scheddebrock GbR will die Anwohner bei einer Präsenzveranstaltung über die Ergebnisse der Gutachter informieren.

Die Leute mitnehmen

„Transparenz bei den Planungen und der Dialog mit der Bürgerschaft haben höchste Priorität“, schreiben die Gesellschafter in ihrer Pressemitteilung. Vor 20 Jahren seien manche etwas überrumpelt worden, sagt Nienau: „Auf einmal waren die Windräder da.“ Und damit auch Themen wie Schattenwurf. Deshalb betont Nienau noch mal: „Wir wollen die Leute auf jeden Fall mitnehmen.“

Die Scheddebröcker Flächeneigentümer befürworten eine Bürgerwind-Gemeinschaft in Form einer Betreibergesellschaft mit Beteiligung weiterer Bürgerinnen und Bürger. Denn nur so verbleibe die Wertschöpfung vor Ort. Die Leitlinien des Kreises Steinfurt zur Umsetzung von Bürgerwindparks seien maßgebend. Die Bürgerwind Scheddebrock GbR plant die künftige Bürgerwind-Gemeinschaft zusammen mit der ENWELO-Projektberatung für erneuerbare Energien mit Sitz in Steinfurt. Diese hat auch eine Einschätzung abgegeben, wann es in die konkrete Umsetzung gehen könnte, sagt Bernd Nienau: „Frühestens 2026 werden wir mit dem Bau beginnen können.“

Bürgerpark-Leitlinien

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