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Laubinger und Rickmann fertigt mobilen Waschtisch

Für Klassenzimmer entwickelt

Nordwalde

Von Nordwalde nach Düsseldorf und zurück: Der mobile Waschtisch der Firma Laubinger und Rickmann hat am Dienstag eine kleine Reise durch Nordrhein-Westfalen gemacht. Zunächst stand er bei einer Pressekonferenz neben Schulministerin Yvonne Gebauer, später an seinem neuen Einsatzort in der KvG-Gesamtschule.

Vera Szybalski

Der mobile Waschtisch der Firma Laubinger und Rickmann stand am Dienstag erst neben Schulministerin Yvonne Gebauer, später in der KvG-Gesamtschule umrahmt von Bürgermeisterin Sonja Schemmann, Dagmar Müller und Thomas Thiemann. Foto: vera

Es war ein ereignisreicher Tag für Thomas Thiemann: Am Dienstagmorgen erreichte den Geschäftsführer der Nordwalder Firma Laubinger und Rickmann die Nachricht, dass er am frühen Nachmittag in Düsseldorf erwartet wird – zur Pressekonferenz der nordrhein-westfälischen Schulministerin Yvonne Gebauer. Am frühen Abend war Thiemann dann für einen Termin mit Bürgermeisterin Sonja Schemmann, Schulleiterin Karla Müsch-Nittel und deren Stellvertreterin Sabine Pieper-Nathaus in der Kardinal-von-Galen-Gesamtschule. Und das alles wegen eines Produkts, das es vor einer Woche bei Laubinger und Rickmann noch gar nicht gab: einem mobilen Waschtisch.

Ein Prototyp davon stand am Dienstag erst neben Yvonne Gebauer bei der Pressekonferenz, als sie den Schulen in Nordrhein-Westfalen Unterstützung bei der Versorgung mit Hygiene-Material und Schutzausrüstung zusicherte. Später dann in der KvG-Gesamtschule und damit an einem Ort, für den der mobile Waschtisch gedacht ist. Besonders in Corona-Zeiten soll dieser den Schülern eine zusätzliche Möglichkeit zum Händewaschen bieten. Schulträger können über eine Vermittlung der Bezirksregierung Münster den Spender für Wasser, Papierhandtücher und Seife von Laubinger und Rickmann kaufen.

Gute Idee schnell umgesetzt

Auf die Idee für den mobilen Waschtisch ist Dagmar Müller, Assistentin der Geschäftsführung bei Laubinger und Rickmann, bei einem Gespräch mit ihrer Schwester gekommen, die als Lehrerin arbeitet. Die beiden tauschten sich darüber aus, wie lange es dauert, wenn sich 25 Kinder an einem Waschbecken im Klassenzimmer nacheinander die Hände waschen müssen – und wie viel Abhilfe schon ein zusätzliches Waschbecken schaffen kann. Am Dienstag vor einer Woche sprach sie die Idee im Unternehmen an, am Donnerstag war bereits der erste Prototyp fertig. „Wir sind darauf gepolt, gute Ideen sofort umzusetzen“, sagte Thomas Thiemann.

Die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) steht neben einem Spender für Wasser, Papierhandtücher und Seife, während sie Desinfektionsmittel, Handschuhe und Masken in den Händen hält. Foto: Marcel Kusch/dpa

Die Firma Laubinger und Rickmann stellt sonst komplexe, computergesteuerte Maschinen her. Der mobile Waschtisch ist bewusst anders konstruiert. Im Zentrum steht ein Waschbecken. Das Wasser fließt, wenn man mit dem Knie gegen einen Schalter drückt. Fest montiert sind ein Papierhalter, ein Seifen- und ein Desinfektionsmittelspender. Auf anfällige Elektronik wurde gezielt verzichtet. An seinem Einsatzort muss der mobile Waschtisch dann noch an die Wasserleitung angeschlossen werden.

Schulministerium will Waschtisch behalten

Der Unterschied zu bereits bestehenden mobilen Waschtischen bestehe vor allem in zwei Dingen, sagte Thiemann: „Der höheren Standfestigkeit und der Möglichkeit zur Höheneinstellung.“ Dadurch eigne sich der mobile Waschtisch besonders gut für Schulen. Das Konzept kommt gut an, nicht zuletzt im nordrhein-westfälischen Schulministerium. „Den wollten sie gleich da behalten“, sagte Thiemann über den Prototypen. Doch das ging nicht. Den ersten mobilen Waschtisch spendet die Nordwalder Firma an die KvG-Gesamtschule. „Wir sind sehr stark mit der Gemeinde verwurzelt“, erklärte Thiemann. Wenn sie diese unterstützen können, würden sie das gerne machen.

„Wir hätten den auch gekauft“, sagte Bürgermeisterin Sonja Schemmann, die die Firma an CDU-Landtagsabgeordnete Christina Schulze Föcking vermittelte, die dann den Kontakt zum Schulministerium herstellte. „Wir waren sofort überzeugt davon.“ Die Gemeinde hat Interesse daran, noch weitere Waschtische für die Schulen im Ort zu kaufen. Die Voraussetzungen dafür hat Laubinger und Rickmann geschaffen. Ende dieser Woche sind die ersten 100 mobilen Waschtische produziert. Künftig können bis zu 200 Stück in der Woche gefertigt werden.

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