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27-jähriger Nordwalder angeklagt

Gefährliche Körperverletzung?

Nordwalde

Einem 27-jährigen Nordwalder wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Er soll laut Anklage seine Lebensgefährtin und aus Fahrlässigkeit auch den Sohn mit einem Schwert getroffen haben.

-mok-

Er soll seine Lebensgefährtin und den vierjährigen gemeinsamen Sohn mit einem 50 Zentimeter langen Schwert getroffen haben: Ein 27-jähriger Nordwalder ist wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt worden. Die Tat soll sich im Mai vergangenen Jahres in der gemeinsamen Wohnung des Paares in Rheine ereignet haben. Den Sohn soll der Nordwalder allerdings aus Fahrlässigkeit getroffen haben, so die Anklage.

Der 27-Jährige, der jetzt in Nordwalde wohnt, bestritt die Tat und behauptete, dass es sich nicht um ein Schwert, sondern um das Innere eines Staubwedels gehandelt habe, mit dem sein Sohn gespielt hätte. Er und seine Lebensgefährtin seien in Streit geraten, weil der Vierjährige ihm vorher erzählt habe, dass „Mama und er“ bei einem fremden Mann übernachtet hätten. Er habe seine Lebensgefährtin danach gefragt, aber keine Antwort bekommen. Sie hätte ihm zuvor schon mal gesagt, dass er nicht der Vater des Kindes sei. Im Zusammenhang mit dem Streit hätte sie ihm den Umgang mit dem Kind untersagt und das auch bis heute eingehalten. Er habe sie aber nicht geschlagen, sagte der Angeklagte.

Sohn an der Wange gestreift?

Seine Anwältin sprach von einem Gewaltschutzverfahren, dass in diesem Zusammenhang stehe. Die 38-jährige Lebensgefährtin aus Rheine bestätigte als Zeugin den Schlag mit dem „Plastikstiel gegen meinen Rücken“. Dabei hätte er ihren Sohn an der linken Wange gestreift. Sie sagte, dass der Stock im Abstellraum gestanden und er ihn dort hergeholt habe.

„Er war aggressiv und hat in mein Handy geguckt und gesagt, dass ich prostituiere. Er hat mir Untreue vorgeworfen“, sagte die Zeugin. Sie habe die Polizei gerufen, die ihn aus der Wohnung geworfen habe. Er bekam im Anschluss vom Familiengericht ein Annäherungsverbot für sechs Monate. Schließlich wurde der Prozess nach Anhörung eines Polizeibeamten, der am Tattag vor Ort war, ausgesetzt, weil es in dem Zusammenhang ein weiteres Verfahren wegen Vergewaltigung geben soll, wie die Verteidigerin sagte. Ihr Mandant soll die Zeugin mit einer Pistole bedroht und zum Sex gezwungen haben.

Die Richterin hatte Zweifel an der Glaubhaftigkeit der Lebensgefährtin, weil es sich in allen bisherigen Verfahren um Familienstreitigkeiten gehandelt habe. Sie schaute fragend in Richtung der Staatsanwaltschaft wegen der „Aussage-gegen-Aussage“-Situation. Die Anklagevertreterin indes hielt die Aussage der Frau für glaubwürdig, „weil sie gesagt hat, dass er das Kind versehentlich getroffen habe“. Der Prozess wurde auf unbestimmte Zeit vertagt, um die Straftaten zusammen zu verhandeln.

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