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Kostensteigerung beim Bau des Bürgerzentrums

Grüne wollen Pläne anpassen

Nordwalde

Vor dem Hintergrund der Kostensteigerung beim Bau des Bürgerzentrums halten die Grünen einen Stopp des Prozesses für sinnvoll, um einen zukunftsorientierten Flächenbedarf zu ermitteln und die Planungen anzupassen. Die aktuelle Planung mache in dieser Dimension keinen Sinn.

Die Uding Projektmanagement GmbH geht von Kosten in Höhe von 12,5 Millionen Euro für das Bürgerzentrum aus. Foto: Uding

Macht die aktuelle Planung für den Neubau eines Bürgerzentrums in dieser Dimension noch Sinn? Ist der Bau eines derart großen und teuren Verwaltungsgebäudes politisch vertretbar? Die Grünen beantworten diese beiden Fragen derzeit eindeutig mit „Nein“ – und sind gespannt, wie sich die anderen Fraktionen angesichts der Kostenentwicklung positionieren und in die Diskussion einbringen.

„Wir sind immer für zukunftsorientierte Investitionen in die Gemeindeinfrastruktur. Das sind aus unserer Sicht in erster Linie Investitionen in die Themenfelder Bildung, Klimaschutz, Digitalisierung“, so Fraktionssprecher Oliver Hesse in einer Pressemitteilung. Bedarf gebe es genug. So müsse beispielsweise eine der beiden Grundschulen künftig baulich erweitert und könne die KvG-Gesamtschule besser ausgestattet werden. Auch bei der Erweiterung des Feuerwehrgebäudes seien Investitionen in Millionenhöhe zu leisten.

Flächenbedarf reduzieren

Bei dem Bürgerzentrum stelle sich dagegen erneut die Frage, ob die geplante Größe wirklich notwendig sei, schreiben die Grünen. „Die Nettoraumfläche des aktuellen Entwurfs ist rund dreimal höher als die des alten Rathauses“, so Ortsverbandssprecher Jörg Ebbing. Für derart große Flächen sollte ein bedarfsorientiertes Nutzungskonzept vorliegen, nach Ansicht der Grünen gibt es das aber nicht. Das Nutzungskonzept für den Teil Bürgerzentrum habe noch den Stand 2017, damals gab es nur sehr grobe Überlegungen. Bedarfe hätten längst konkret erhoben und diskutiert werden müssen, zum Beispiel auch, ob vorhandene Gebäude als Alternative in Frage kommen.

Die Planungen seien zudem vor der Pandemie vorgenommen und berücksichtigten neue Effekte wie Homeoffice nicht. Die Grünen sehen eine große Chance, wenn das Arbeitsmodell der Gemeindeverwaltung entsprechend zukunftsorientiert ausgerichtet und dadurch der Flächenbedarf deutlich reduziert würde.

Sie hätten immer klar gemacht, dass eine Entscheidung pro oder contra erst getroffen werden könne, wenn alle Kosten bekannt sind, so die Grünen weiter. Das sei nun leider erst seit Ende August der Fall. „In den Gesprächen, die wir im Frühjahr mit der Bürgermeisterin und Vertretern der Gemeinde geführt haben, hat sich schon eine Kostensteigerung angedeutet, allerdings nicht in diesem extremen Ausmaß“, sagte Hesse. „Ein verantwortungsvolles und transparentes Projektmanagement geht anders.“ Ein gegenüber der bisher bekannten Planung zusätzliches Investitionsvolumen von rund fünf Millionen Euro sei für Nordwalde eine sehr große Summe.

Finanzierung anderer Produkte schwierig

Eine reduzierte Flächenplanung würde zu sinkenden Investitionen und Folgekosten führen. Deshalb halten die Grünen einen Stopp für sinnvoll, um einen zukunftsorientierten Flächenbedarf zu ermitteln und die Planungen anzupassen. Die dadurch vermutlich freiwerdenden Mittel könnten in die Bereiche Schule und Feuerwehr fließen. Die Aussagen der Bürgermeisterin ließen bereits erkennen, dass die Finanzierung dieser oder anderer Projekte bei gleichzeitiger Realisierung des Bürgerzentrums schwierig wäre. Und ob Steueranpassungen dann nicht nötig werden, dürfe bezweifelt werden.

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