1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Nordwalde
  6. >
  7. Jugendliche gestalten einen Sarg und malen ihn an

  8. >

Firmlinge setzen sich mit dem Tod und der Trauer auseinander

Jugendliche gestalten einen Sarg und malen ihn an

Nordwalde

Im Rahmen ihrer Firmvorbereitung haben sich Jugendliche mit dem Thema Tod auseinandergesetzt. Sie malen unter anderem einen Sarg an. Dabei kamen einige Fragen auf.

Von und

Zum Abschluss der Projektreihe gestalteten und malten die 30 Firmlinge einen Sarg. Foto: Kirchengemeinde

Im Rahmen der Vorbereitung auf ihre Firmung haben sich in den vergangenen Wochen 30 Firmlinge aus der Pfarrgemeinde St. Dionysius auf eine berührende Suche nach Begegnungen mit dem Tod und Trauer im Projekt „Regenbogentränen“ begeben.

Im September wurde das Johannes-Hospiz in Münster besucht. Dort lernten die Jugendlichen Stephan Allendorf kennen, der bereits viele Jahre ehrenamtlich im Hospiz tätig ist. Allendorf berichtete über persönliche eindrucksvolle Momente und Erfahrungen seiner Arbeit und dem Leben im Hospiz.

Gerne nutzten die Jugendlichen die Möglichkeit, um Antworten auf ihre vielen Fragen zu bekommen: Wer wohnt gerade im Hospiz und wie werde ich dort zum Bewohner? Was passiert, wenn jemand stirbt? Gibt es etwas nach dem Tod? Abgerundet wurde dieser Besuch mit dem Film: „Wie das Ende gelingen kann…“, heißt es in einer Presseinformation der Pfarrgemeinde.

Arbeit mit Verstorbenen

Die Suche nach den Regenbogentränen wurde im Bestattungsunternehmen Dartmann auf der Amtmann-Daniel-Straße in Nordwalde fortgesetzt. Dort wurden die liebevoll gestalteten Verabschiedungsräume gezeigt. Dort können trauernde Angehörige ihre Verstorbenen verabschieden und so noch Zeit mit ihnen verbringen, wie sie es persönlich möchten. Ferner wurden die Firmlinge ausführlich und sehr berührend über die liebevolle Arbeit am und mit dem Verstorbenen. Zum Abschluss erhielten die Jugendlichen dort einen wunderbar vorbereiteten Imbiss, ein leckeres Getränk und eine Geschenktüte mit einem kleinen thematischen Buch zum Abschied. Die Jugendlichen waren von der warmen und liebevollen Atmosphäre dieses Hauses positiv berührt.

Der Friedhof mit seinen unterschiedlichen Bestattungsmöglichkeiten war der nächste Schwerpunkt der Projektreihe. Grabsteine enträtseln war eine der Aufgaben: Was gibt es auf den Grabsteinen, auf dem Grab für Informationen zu dem Verstorbenen? Was gibt es für Symbole und was bedeuten sie? Zwei von vielen Fragen, auf denen die Jugendlichen eine Antwort suchten.

Stimmungsvolle Atmosphäre

Kurz nach Allerheiligen war die Atmosphäre durch die brennenden Kerzen auf dem Friedhof besonders stimmungsvoll. Auch die Firmlinge entzündeten und verschenkten Gedenkkerzen an Verstorbene. Der kreative, aber auch zunächst eher befremdliche Abschluss dieser Projektreihe, war das Gestalten und Anmalen eines Sarges.

Die Zurückhaltung und das Herantasten an die Gestaltung des Sarges legte sich nach der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema schnell. Einige Teilnehmer führten ein Probeliegen im Sarg aus und teilten ihre Wahrnehmungen der Gruppe mit. Schnell wurde deutlich, dass auch ein Sarg individuell aufgrund von Körpergröße und Körperumfang sein muss. Dass auch die äußere Gestaltung eines Sarges immer auch etwas mit dem Verstorbenen zu tun hat, wurde den Jugendlichen bewusst. Es fand eine wertvolle und intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Tod und Trauer statt.

Der gestaltete Sarg ist für die Gruppe ein wunderbares Ergebnis ihrer Auseinandersetzung geworden. Nun hoffen sie, dass er jemandem gefallen wird und sich vielleicht ein Interessierter findet. Der Sarg steht bis zur Feier der Firmung am 4. Dezember in der Marienkapelle der Pfarrkirche.

Startseite