Landbäckerei Elshoff reagiert auf die Bonpflicht

Kassenzettel auf dem Handy

Nordwalde

Es soll eine Antwort auf die Zettelwirtschaft sein, die mit der neuen Bonpflicht drohen könnte: der E-Bon. Wer in den Filialen der Landbäckerei Elshoff seine Brötchen kauft, kann dafür nun einen elektronischen Kassenzettel erhalten.

Vera Szybalski

Wer in der Landbäckerei Elshoff seine Brötchen kauft, kann nun einen elektronischen Kassenzettel dafür mitnehmen. Foto: Vera Szybalski

Mathias Elshoff zückt das Handy, öffnet mit einem Fingerdruck die Kamera-App und hält sie vor das Display mit dem QR-Code. Es dauert ein paar Sekunden, die Internet-Verbindung muss mitspielen, dann erscheint auf dem Smartphone ein virtueller Kassenbon über seinen Brötchen-Einkauf. Den hat Mathias Elshoff in dem Moment nur zu Demonstrationszwecken getätigt. Der Geschäftsführer der Landbäckerei Elshoff will zeigen, wie seine Bäckereien auf die Bonpflicht reagieren, die zum Jahreswechsel in Kraft tritt: mit einem elektronischen Kassenzettel.

Ab 1. Januar müssen alle Einzelhändler einen Bon ausgeben, wenn sie ein elektronisches Kassensystem besitzen. Wenn der Kunde Brötchen kauft, muss der Bäcker ihm dafür einen Bon geben. Wer sich die Haare schneiden lässt, bekommt vom Friseur den Kassenzettel. Und auch vom Apotheker erhält der Käufer eine Quittung für seine Medikamente. Die Bonpflicht hatte bereits im Vorfeld für Unmut bei betroffenen Einzelhändlern gesorgt und stieß auch bei Kunden auf Kritik. Viele hadern mit der Menge an Müll, die dabei entsteht.

QR-Code scannen – schon ist der E-Bon auf dem Smartphone

„In Zeiten von Nachhaltigkeit, in denen Schüler auf die Straße gehen, um für ihre Zukunft zu demonstrieren, kann das ja nicht die richtige Lösung sein“, sagt Mathias Elshoff. Da erschien der Vorschlag eines Softwareanbieters zur rechten Zeit: „Der kam auf uns zu und sprach von einem E-Bon. Ich habe mir das dann erklären lassen, das ist sehr einfach“, sagt Elshoff.

Geschäftsführer Mathias Elshoff Foto: Vera Szybalski

Bei jedem Einkauf in einem Geschäft der Landbäckerei Elshoff erscheint nun auf dem Display an der Kasse, das den Kunden zugewandt ist, ein QR-Code. Wer diesen mit seinem Smartphone scannt, erhält einen E-Bon auf seinem Handy. Bei Bedarf kann dieser direkt per E-Mail versendet werden. Bei den neueren Smartphones ist das Scannen des QR-Codes per Kamera-App möglich, ein Barcode-Scanner wird dafür nicht benötigt.

Die meisten Kunden merken nichts

Wer kein Smartphone besitzt oder einfach lieber einen Papier-Kassenzettel haben möchte, bekommt diesen ausgedruckt. Ob elektronisch oder auf Papier – jeder kann, es muss allerdings niemand seinen Bon mitnehmen. „Bei circa 97 Prozent der Kunden verändert sich gar nichts“, sagt Elshoff. So hoch sei die Zahl der Käufer, die sich bislang keinen Bon beim Bäcker geben lassen. Die Zahl kommt vom Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks.

Große Auswirkungen für die Kunden der Elshoff-Bäckereien dürfte die Bonpflicht deshalb nicht haben, vermutet der Geschäftsführer: „Die meisten Kunden merken gar nichts, man hat nur keinen Müll dadurch.“ Elshoff hat für alle neun Filialen in Nordwalde, Borghorst, Altenberge, Nienberge und Münster die zusätzliche Software angeschafft. Seit gestern ist sie in Betrieb.

E-Bons sind der richtige Weg

Die Bäckerinnung habe geschätzt, dass durch die Belegausgabepflicht pro Jahr fünf Milliarden Bons mehr ausgedruckt würden. „Unvorstellbar“ findet das Elshoff. Aus Umweltschutzgründen, aber der Geschäftsführer listet auch praktische Fragen auf: Was passiert zum Beispiel, wenn die Quittungsrolle aufgebraucht ist? Darf dann noch kassiert werden? Was geschieht, wenn die Rolle kaputt ist? Es könnten andere Fragen auftauchen. Mit denen nach aufgebrauchten Quittungsrollen muss sich Mathias Elshoff aber nicht mehr beschäftigen, den E-Bons sei Dank: „Wir sind der Überzeugung, dass das der richtige Weg ist."

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