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Vorläufige Erntebilanz fällt positiv aus

Mais muss früher gehäckselt werden

Nordwalde

Jedes auf den Nordwalder Ackerflächen angebaute Getreide ist mittlerweile geerntet worden, bis auf den Mais. Sind die Landwirte mit der Ernte von Weizen, Gerste, Roggen, Hafer und Triticale zufrieden, befürchten sie wegen der langanhaltenden Trockenheit immense Einbußen bei der Maisernte. Deswegen sollen die gelben Körner schon früher als sonst „eingesammelt“ werden.

Von Matthias Lehmkuhl

Wegen der Trockenheit werden die Nordwalder Landwirte den Mais bereits Ende August oder Anfang September häckseln. Foto: Große Hüttmann

Gerade noch rechtzeitig vor Beginn der langen Trockenheitsphase haben die Landwirte in Nordwalde ihre Weizen-, Triticale- (Kreuzung aus Roggen und Weizen), Gerste-, Roggen- und Haferernte eingefahren. „Die Erträge sind im Vergleich zum vergangenen Jahr besser ausgefallen“, weiß Landwirt Thomas Mußmann. Der 2. Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsverbands (LOV) Nordwalde hat sich bei seinen Kollegen in den Bauerschaften Scheddebrock, Suttorf, Feldbauerschaft, Westerode und Kirchbauerschaft erkundigt.

Mais

Nicht so gut sieht es beim Mais aus. Das Getreide wird üblicherweise frühestens ab Mitte September mit großen Maschinen, den Maishäckslern, geerntet. „Weil es schon Monate lang nicht mehr ausgiebig geregnet hat und die bei uns vorzufindenden leichten Böden kaum noch Wasser gespeichert haben, werden wir wohl den Mais bereits Ende August oder spätestens Anfang September häckseln“, deutet der 58 Jahre alte Vollerwerb-Landwirt an.

Hitzewellen

Wegen mehrerer aufeinanderfolgende Hitzewellen sind die Maispflanzen während ihrer entscheidenden Wachstumsperiode im Sommer massiv belastet worden. „Auch robustere Pflanzen wie der Mais können den Stress durch Hitze und ausbleibenden Regen nicht bewältigen. Drei bis vier Wochen kann der Mais wohl ohne Niederschlag auskommen. Länger ohne Wasser wird zu einem Problem“, betont Mußmann.

Die Maiskörner befinden sich aktuell noch in einem akzeptablen Zustand, drohen aber wegen des Wassermangels zu verkümmern. Wegen der zu erwartenden schlechteren Qualität, geringerer Menge und dem Ukraine-Konflikt werden auch beim Mais die Preise steigen.

Nahrungsmittelproduktion

Damit wird das kleine Plus der Landwirte durch die höheren Preise für Getreide für die Nahrungsmittelproduktion beispielsweise beim Weizen mehr oder weniger „aufgefressen“. Denn der Gewinn werde bereits durch die exorbitant hohen Energie- und Düngemittelpreise stark minimiert.

Die Betriebskosten für die Ackerflächen steigen und steigen, eine Ende sei nicht abzusehen. „Wenigstens wurde uns vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erlaubt, auf den Ackerflächen auf denen wir beispielsweise Weizen angebaut haben auch im kommenden Jahr Weizen anzubauen“, erklärt der 2. Vorsitzende des LOV Nordwalde, dessen Hof mit 65 Hektar Ackerflächen ein Familienbetrieb ist. Denn normalerweise müsste wegen der Fruchtfolge – sie soll die Bodenfruchtbarkeit erhalten – eine andere Getreideart oder Raps folgen.

Thomas Mußmann: „Die Erlaubnis, von der Fruchtfolge abzuweichen, gilt jedoch nur für das Getreide, das für die Nahrungsmittelproduktion verwendet wird.“

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