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Feierabendmusik mit zwei Schwerpunkten

Musik noch bewusster wahrnehmen

Nordwalde

Für die nächsten Feierabendmusik-Ausgaben hat sich Thorsten Schlepphorst etwas Spezielles überlegt: An drei Abenden Ende Januar und Anfang Februar geht es um die klangliche Erklärung der Orgel. In der Fastenzeit steht an vier Terminen eine Art von Passionsoratorium für Orgel auf dem Programm.

Von Vera Szybalskiund

Thorsten Schlepphorst mit einer alten Orgelpfeife. Die Nordwalder Orgel spielt bei den nächsten Feierabendmusiken wie immer eine große Rolle. Foto: Vera Szybalski

Das Format ist schon bekannt, für die nächsten Feierabendmusiken hat sich Kirchenmusiker Thorsten Schlepphorst aber etwas Neues überlegt. Es gibt zwei Reihen mit unterschiedlichen Themen. Zunächst wird Ende Januar und Anfang Februar an drei aufeinander folgenden Mittwochabenden der Schwerpunkt auf die klangliche Erklärung der Mencke-Bensmann-Orgel gelegt.

Es soll dann nicht etwa darum gehen, wie eine Orgel gesteuert wird, sondern andere Fragen beantwortet werden. „Wie höre ich Orgelmusik? Wie entstehen Klänge? Was ist eigentlich eine Barockorgel?“, nennt Thorsten Schlepphorst Beispiele. Er wird einen kurzen Einblick in die Orgellandschaft mit den verschiedenen Instrumenten geben. „Wenn Bach 1730 eingeladen worden wäre, um in Paris zu spielen, hätte er keine passende Orgel gefunden“, erklärt Schlepphorst. So stark unterscheiden sich Orgeln aus verschiedenen Regionen und Epochen voneinander. „Eine Orgel ist nicht zu vergleichen mit einem Steinway, der mehr oder weniger immer gleich ist.“

Mehr gesprochen als sonst

Thorsten Schlepphorst wird an den drei Abenden auch die verschiedenen Register vorstellen. Er will dazu gerne auf einer Leinwand demonstrieren, worüber er spricht, damit die Besucherinnen und Besucher einen noch besseren Einblick bekommen. Es wird bei den Feierabendmusiken sicher mehr gesprochen als sonst, aber nicht nur, verspricht Schlepphorst: „Musik gibt es natürlich auch dazu.“

Es gebe zwei Möglichkeiten, einem Konzert zu lauschen: Entweder man lasse die Musik einfach so auf sich wirken oder man könne auch verstehen, wie die Musik entsteht. Der Nordwalder Kirchenmusiker erhofft sich von den drei Abenden, dass die Besucher danach „bewusster wahrnehmen, was passiert“.

Thorsten Schlepphorst

Die erste dieser Feierabendmusiken soll am kommenden Mittwoch (26. Januar) stattfinden, die Folgetermine sind der 2. und der 9. Februar. Los geht es wie immer um „Fünf vor Sieben“, also um 18.55 Uhr. Bei den Konzerten gilt derzeit die 2G-Regel. Alle Besucher bekommen eine Festschrift der Orgel als Geschenk, in der sie Infos über den Orgelbau oder die Liste mit Registern noch mal nachschlagen können.

Eine Folge von vier Feierabendmusiken zu einem Thema hat Thorsten Schlepphorst dann für die Fastenzeit geplant. Das Konzept steht bereits, in die Feinabstimmung geht es in den nächsten Tagen und Wochen. Im Zentrum steht Orgelmusik aus dem 17. Jahrhundert von dem Komponisten Johann Ulrich Steigleder (1565-1635). Er hat 40 Variationen zum Lied „Vater unser im Himmelreich“ erarbeitet. Diese sind mal anderthalb, mal zehn Minuten lang und haben noch eine Besonderheit: Steigleder stellt eine Verbindung zur Passionsgeschichte in der Bibel her.

Zeitgemäße Betrachtungen zum Text

„Den Zyklus wollte ich schon immer mal spielen“, sagt Thorsten Schlepphorst. Für einen Abend sei das aber „vielleicht ein bisschen zu üppig“. Mit den vier Feierabendmusiken ergibt sich jetzt eine gute Gelegenheit, um die Variationen zu spielen. Steigleder war bedeutender Organist an der Stiftskirche in Stuttgart, erlebte den 30-jährigen Krieg und die Pest, der er 1635 erlag. Die 40 Variationen für Orgel zu Martin Luthers „Vater unser“-Melodie veröffentlichte er 1627.

An den vier Abenden werden neun zeitgemäße Betrachtungen zum Vater unser vorgetragen. Bei der Musik wird nicht immer die Orgel alleine zu hören sein, sondern auch andere Instrumente wie Geige oder Cello. Zudem werden manche der Musikstücke von Sängerinnen und Sängern begleitet.

Zu den vier Feierabendmusiken mit dieser Art von Passionsoratorium für Orgel wird am 9., 16., 23. und 30. März (jeweils Mittwoch) um 18.55 Uhr in die St.-Dionysius-Kirche eingeladen.

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