1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Nordwalde
  6. >
  7. Musikalische Reise in die Renaissance

  8. >

Chorkonzert

Musikalische Reise in die Renaissance

NORDWALDE

Das Ambiente hätte schöner nicht sein können. In der Pfarrkirche St. Dionysius gab der Kammerchor „venestra musica“ ein begeisterndes Chorkonzert. Und stellte Werke einer ziemlich bekannten Familie vor.

Axel Engels

Stimmgewaltig wie eh und je: Die 20 Sänger des Kammerchores „venestra musica“ unter der Leitung von Kirchenmusiker Thorsten Schlepphorst beeindruckten die knapp 100 Zuhörer in der Pfarrkirche mit einem Chorkonzert. Foto: Axel Engels

Nach der Konzertreise des Kammerchores „venestra musica“ nach Burgund konnte das Publikum am Sonntag in der Pfarrkirche St. Dionysius nun auch in den Genuss dieser intensiven Probenarbeit kommen.

Mit einem niveauvollen Konzert entführten die 20 Sänger das Publikum in die musikalische Welt der Renaissance, konnten in dem facettenreichen Programm ihre ganzen Qualitäten aufzeigen. Seit über zwei Jahrzehnten beschäftigt sich der Chor mit „alter Musik“ aus dem Barock und der Renaissance, hat sich dabei eine große Stilsicherheit erarbeitet. Mit einer exquisiten Gesangskultur verlieh der Chor den Werken ein ganz lebendiges Gewand und bescherte dem Publikum ein inspirierendes Musikerlebnis.

Wie der Kirchenmusiker Thorsten Schlepphorst in seiner Begrüßung betonte, waren die meisten der stimmungsvollen Werke Auftragskompositionen für Beerdigungen, denen er der damaligen Tradition entsprechend kleine Improvisationen auf dem Cembalo voranstellte. Mit dem „Verleih uns Frieden gnadiglich SWV 172“ aus der Geistlichen Chormusik aus dem Jahre 1648 von Heinrich Schütz eröffnete der Chor sein Konzert, wobei die gute Intonation und feine Stimmgruppentrennung sein hohes Niveau zeigte. Auch bei zwei Werken von dem Thomaskantor Tobias Michael widmete sich der Chor mit farbenreichem Klang ganz dem sakralen Inhalt jenseits des reinen Notentextes.

Im Duett mit sensibler Cembalobegleitung durch Thorsten Schlepphorst erklang das „Herr, sei mir gnädig“. Die handschriftlich erhaltenen drei Werke aus dem Altbachischen Archiv boten einen guten Einblick in das Schaffen der Familie Bach, wobei das „Halt, was du hast“ von Johann Michael Bach unter Ausnutzung des Raumklanges seine ganze Schönheit entfalten konnte.

„Welt ade, ich bin dein müde“ von Johann Rosenmüller, der auch als Vertreter des damaligen Thomaskantors Tobias Michael wirkte, bestach durch seine intensive Ausführung, wobei die tiefe Gläubigkeit jederzeit spürbar war. Kein übertriebenes Pathos, sondern feinsinnige Ausführung zeichnete den Kammerchor „venestra musica“ aus. Bis ins kleinste Detail hatte Thorsten Schlepphorst dieses bewegende Werk mit dem Chor und den beiden Solistinnen einstudiert. Die Sopranistin Katharina Brodesser und die Mezzosopranistin Judit Westhues konnte so ihre warm timbrierten Stimmen über einem bestens differenzierten Chorklang erheben. Dieses Konzert war ein gutes Beispiel dafür, welch hohes Niveau der Kammerchor „venestra musica“ sich im Laufe der Jahre erarbeitet hat.

Startseite
ANZEIGE