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Umweltprojekt an der Wichernschule

Naturschutz hört nicht an der Wasseroberfläche auf

Nordwalde

Mit Lebewesen, die sonst unter der Wasseroberfläche zu finden sind, beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der zweiten Klassen der Wichernschule. Einem Flusskrebs konnten die Kinder im Klassenzimmer ganz nahe kommen.

-vera-

Die Klasse 2a der Wichernschule beschäftigte sich in dieser Woche in einem Projekt mit Flusskrebsen und fischte danach Kleinstlebewesen mit Keschern aus dem Wasser. Foto: Vera Szybalski (2) / Lea Steen (2)

Was da im Klassenzimmer der 2a vor sich ging, wollten sich auch die anderen Schülerinnen und Schüler der Wichernschule nicht entgehen lassen und blickten während ihrer Pause neugierig durch die Glastür ins Klassenzimmer. Der Grund für die Aufmerksamkeit hatte fünf Beinpaare, eine bräunliche Farbe und einen Panzer: ein Flusskrebs. Den hatten Max Beiing und Mascha Bierhake vom Landesfischereiverband Westfalen und Lippe mitgebracht, die in dieser Woche in den zweiten Klassen der Wichernschule zwei Workshops des FINNE-Projekts durchführten. Neben Flusskrebsen beschäftigten sich die Grundschüler auch mit Tümpeln und fischten dabei mit Keschern etwa Eintagsfliegenlarven, Rückenschwimmer und Egel aus dem Wasser.

Der Morgen begann für die 2a im Klassenzimmer mit dem Flusskrebs. Nachdem die Schüler das Tier erst mal beobachtet hatten, konnten sie alle Fragen los werden, die sie dazu hatten. Sie lernten etwa, dass der Flusskrebs ein viel größeres Sichtfeld hat, weil die Augen auf Stielen sitzen. Nicht alle haben die gleiche Farbe, wie der Flusskrebs, den Max Beiing und Mascha Bierhake mitgebracht haben. Es gibt welche, die sind rotbraun, andere braungrün, wieder andere blau. Flusskrebse häuten sich. „Es kann sein, wenn sich der neue Panzer aushärtet, dass er dann eine andere Farbe hat“, erklärte Beiing. Er brachte den Schülern auch bei, dass Flusskrebse mit dem Hummer verwandt sind und schätzte das Alter des mitgebrachten Tieres auf sechs bis acht Jahre. „Ungefähr so alt wie ihr.“ Wer wollte, durfte zum Abschluss den Flusskrebs sogar streicheln.

Die Schülerinnen und Schüler beobachteten den Flusskrebs ganz genau. Foto: Vera Szybalski

Der Landesfischereiverband bietet vier Workshops für verschiedene Altersgruppen an, sowohl für Vereine als auch für Schulen. Mit dem Projekt sollen die Teilnehmenden für die Gewässer in der eigenen Umgebung sensibilisiert werden. „Was ich sehe, nehme ich wahr und was ich wahrnehme, kann ich wertschätzen“, sagte Max Beiing, der betonte, dass „Naturschutz nicht an der Wasseroberfläche aufhört“.

Das Thema wird den Sachunterricht der 2a in diesem Schuljahr rahmen: Im Unterricht haben sich die Zweitklässler schon damit beschäftigt, welche Lebewesen in einem Teich zu finden sind, jetzt sammelten sie praktische Erfahrung. Im Mai nächsten Jahres steht dann ein Besuch im Blauen Klassenzimmer des Landesfischereiverbandes an.

Auf das Projekt war Lea Steen, die Klassenlehrerin der 2a, durch Zufall gestoßen und hatte Kontakt zum Landesfischereiverband aufgenommen. „Wir wollen das jetzt mal testen“, sagte Steen. „Im Endeffekt kann ich mir das für jeden Jahrgang vorstellen.“ Dass auch die Schüler daran Interesse haben, dürften die neugierigen Blicke in das Klassenzimmer der 2a bereits gezeigt haben.

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