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Kleiderkammer eröffnet an anderem Standort

Neustart als „Das Lädchen“

Nordwalde

Die Kleiderkammer hat einen neuen Standort: Nach langer Corona-Pause öffnet sie in ihrem neuen Ladenlokal an der Welle 4-6 die Türen. An zwei Tagen in der Woche kann in der Kleiderkammer eingekauft werden.

Von Vera Szybalskiund

Freuen sich stellvertretend für alle Ehrenamtlichen auf die Eröffnung der Kleiderkammer am neuen Standort (v.l.): Simone Schulz, Barbara Westhues, Alla Spitzer und Monika Schützler mit Hund Sammy. Neben Kleidung werden auch Geschirr, Handtücher und Bettwäsche in der Kleiderkammer verkauft. Foto: Vera Szybalski

Ob bunte Kinderkleidung, Töpfe, Tassen und Teller, ein kariertes Hemd oder ein Sommerkleid – alles wartet in dem Ladenlokal an der Welle 4-6 auf seine neue Besitzerin oder seinen neuen Besitzer. Ab dem 15. Juni (Dienstag) kann dort eingekauft werden, dann öffnet die Kleiderkammer nach langer Corona-Pause an ihrem neuen Standort die Türen. Passend dazu gibt es auch einen neuen Namen: „Das Lädchen – die gemeinnützige Kleiderkammer“.

In den vergangenen Wochen ist die Kleiderkammer vom Trendelkamp-Gelände in das ehemalige Reisebüro umgezogen. Die zwölf Ehrenamtlichen haben alles vorbereitet. Weil nun weniger Quadratmeter zur Verfügung stehen, mussten sie zunächst aussortieren. Eines ist Integrationshelferin Simone Schulz aber wichtig: „Wir haben nichts weggeworfen.“ Was sie an Kleidung und Co. nicht mitnehmen konnten, haben die Ehrenamtlichen an die Caritas und das Rote Kreuz abgegeben.

Möbelbörse bleibt geschlossen

Mit dem Umzug hat sich noch etwas verändert: Die Möbelbörse hat komplett geschlossen. „Wir haben den Platz nicht mehr“, nennt Schulz einen von mehreren Gründen. Denn die Gemeinde will auch die Gesundheit der meist älteren Freiwilligen schützen, die bislang in die Wohnungen der Spenderinnen und Spender gegangen sind, um Küchen abzubauen oder Möbel abzutransportieren. „Das war mit sehr viel Arbeit und Aufwand verbunden“, sagt Simone Schulz. Zudem sei der größte Bedarf an Möbeln gedeckt. Viele Geflüchtete hätten mittlerweile eine eigene Wohnung gefunden und eingerichtet.

Ob Regenjacke, Sakko, Kleid oder T-Shirt – im „Lädchen“ ist (fast) alles zu finden. Foto: Vera Szybalski

Wer in der Kleiderkammer einkaufen möchte, benötigt eine Berechtigungskarte. Dieser Ausweis ist für Empfängerinnen und Empfänger von Transferleistungen beim Jobcenter erhältlich. Während das Angebot von Geflüchteten angenommen wird, kommen Nordwalderinnen und Nordwalder, die schon länger im Ort leben, selten. Schulz ermutigt aber Menschen, wie die alleinerziehende Mutter mit wenig Geld, die Kleiderkammer zu nutzen.

Simone Schulz

Das neue Ladenlokal ist einladend und wirkt fast wie eine kleine Boutique, nur dass es die Kleider meistens nur einmal und nicht in verschiedenen Größen gibt. Die Folien bleiben zudem an den Fensterscheiben, sodass Personen beim Stöbern im „Lädchen“ von außen nicht beobachtet werden können. „Wir sind im Dorf. Es will vielleicht nicht jeder gesehen werden“, sagt Simone Schulz und wirbt für das Angebot: „Es gibt tolle Klamotten, auch ganz viele Markenkleider.“

In der Kleiderkammer können auch Teller, Tassen und Töpfe genauso wie Bettwäsche und Handtücher gekauft werden. Foto: Vera Szybalski

Die sind zu kleinen Preisen erhältlich. Es ist den Verantwortlichen wichtig, dass Kleider, Geschirr und Bettwäsche etwas kosten und nicht verschenkt werden, auch wenn alles Spenden sind. „Wir wollen das Kauferlebnis haben“, sagt Simone Schulz. Das Geld wird für die Mietkosten des Ladenlokals verwendet. Komplett die Kosten damit zu decken, ist aber nicht möglich.

Extrazeit für Spendenannahme

Neben dem Verkaufsraum gibt es im „Lädchen“ noch einen kleinen Lagerraum und einen Kellerraum, die genutzt werden können. Dort werden beispielsweise die Winter- und Sommerkleider gelagert, je nachdem welche Saison gerade ist. Derzeit wird Herrenkleidung dringend benötigt, sagt Simone Schulz: „Und was wir immer brauchen sind Bettwäsche, Handtücher, Töpfe und Besteck.“ Diese sind beispielsweise für die Erstversorgung wichtig: Wenn Geflüchtete neu nach Nordwalde kommen, wird für sie eine Kiste mit einer Grundausstattung zusammengestellt. Spenden werden künftig nicht mehr zu den Einkaufszeiten angenommen, sondern an einem anderen Tag, damit die Ehrenamtlichen Zeit haben, alles einmal durchzusehen.

Dringend benötigt wird derzeit Herrenbekleidung. Foto: Vera Szybalski

Die Kleiderkammer „Das Lädchen“ an der Welle 4-6 hat ab dem 15. Juni dienstags und freitags jeweils von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Gespendete Kleider, Bettwäsche, Handtücher oder Geschirr werden donnerstags von 16 bis 17.30 Uhr angenommen und gesichtet. Wer sich ehrenamtlich bei der Kleiderkammer engagieren will oder Fragen dazu hat, kann sich an Simone Schulz (Telefon: 0 25 73 / 92 91 10 oder E-Mail: schulz@nordwalde.de) wenden.

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