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Grundschulen bereiten sich vor

Popeltest für die Kinder

Nordwalde

In dieser Woche betrifft es nur wenige Kinder, in der kommenden könnte das schon ganz anders aussehen: Zwei Mal die Woche werden Schüler und Lehrer auf Corona getestet – per Selbsttest, der durchaus seine Tücken hat. Besonders für Erstklässler ist der Test eine Herausforderung.

Vera Szybalski

An der Gangolfschule werden derzeit 13 Mädchen und Jungen betreut. In dieser Woche werden dort die ersten Selbsttests gemacht. Foto: Vera Szybalski

Flexibel reagieren, viel organisieren – für die Schulleiterinnen und Schulleiter ist das inzwischen Alltag geworden. Vor den Osterferien waren die Schülerinnen und Schüler zumindest tageweise wieder in die Schule zurückgekehrt, im Wechselmodell wurden sie zuhause und im Klassenzimmer unterrichtet. In dieser Woche sind die meisten Schüler wieder im Distanzunterricht, nur die Notbetreuung wird in der Schule angeboten. Dort laufen auch die Vorbereitungen für die Testpflicht. Zwei Mal pro Woche sollen sich alle Lehrerinnen und Lehrer sowie Schüler selbst auf Corona testen.

Die Selbsttests sind sowohl der Wichernschule als auch der Gangolfschule geliefert worden. Einen Probelauf können die beiden Nordwalder Grundschulen in dieser Woche mit den Kindern in der Notbetreuung machen und dabei erste Erfahrungen sammeln. 13 Mädchen und Jungen werden in der Gangolfschule betreut, in der Wichernschule sind es 20 Schüler.

Lehrer können nur unterstützen

Ganz so einfach ist der Selbsttest aber nicht – zumindest für jüngere Kinder. „Für Erwachsene ist das machbar, für die größeren Kinder ist das auch kein Problem, aber für die Erstklässler und Zweitklässler ist das schon äußerst schwierig“, sagt Johannes Neumayer, Schulleiter der Wichernschule. Dabei gehe es nicht nur darum, dass mit dem Test zwei, drei Zentimeter tief an der Nasenscheidewand gerieben werden muss, sondern auch um alle weiteren Schritte, um den Test auszuwerten. Die Lehrer können bei der Durchführung unterstützen, aber nicht alles übernehmen.

Das Testen ist mit viel Aufwand verbunden. Neumayer rechnet damit, dass es bis zu eine halbe Stunde lang dauern könnte, bis die ganze Klasse getestet ist. Nadine Otte, kommissarische Schulleiterin der Gangolfschule, wünscht sich Unterstützung für die Tests, „eine Art Hygienehelfer“. Doch das ist auch nicht ganz einfach. Nicht nur, weil so wenige Personen wie möglich derzeit das Schulgebäude betreten sollen. Falls in der kommenden Woche wieder Wechselunterricht stattfinden sollte, wären an vier Tagen neun Klassen zeitgleich um 8 Uhr mit Selbsttests beschäftigt, sagt Johannes Neumayer.

Eltern sollen Kinder vorbereiten

Ganz neu seien die Tests für viele Kinder aber nicht mehr, weil sie schon mit ihren Eltern in Testzentren gewesen seien. Auf die Selbsttests sollen die Schüler an beiden Schulen unter anderem mit Erklärfilmen vorbereitet werden. Den Kindern haben sie den Selbsttest als „Popeltest“ beschrieben, sagt Nadine Otte. Es gebe pädagogische Handreichungen, wie die Durchführung des Tests vermittelt werden könnte. Dennoch ist sich Otte sicher: „Das wird eine Herausforderung.“

Gemacht werden müssen die Tests auf Corona aber. Wenn Eltern nicht möchten, dass ihre Kinder den Selbsttest in der Schule machen, müssen sie ein negatives Testergebnis in schriftlicher Form vorlegen. Wenn bei dem Selbsttest in der Schule ein positives Ergebnis dabei ist, muss der betreffende Schüler sofort isoliert werden. Die Eltern sollten das vorher mit ihren Kindern besprechen, sagt Neumayer: „Ein positiver Test ist weder eine Schande noch ein Weltuntergang.“ Das Kind muss nach einem positiven Test aber sofort abgeholt oder separat beaufsichtigt werden. Dafür wären eigentlich zusätzliche Lehrer oder Helferinnen und Helfer nötig.

Neumayer ist aber zuversichtlich, dass sich die Kinder an die Selbsttests gewöhnen, so wie sie das schon beim Hände waschen und Maske tragen gemacht haben: „Mit der Zeit wird sich Routine einstellen. Nur am Anfang ist es wirklich schwierig.“

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