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Goldener Meisterbrief für Josef Trendelkamp Senior

Vom Kreml bis in die Antarktis

Nordwalde

für 50 Jahre Meisterschaft im Handwerk hat jetzt der ehemalige Vizepräsident der Handwerkskammer Münster, Josef Trendelkamp, den Goldenen Meisterbrief der Handwerkskammer Münster erhalten. Damit würdigt die Kammer sein meisterliches Wirken im Land- und Baumaschinenmechatroniker-Handwerk. Die Urkunde wurde durch Hans Hund, Präsident der Handwerkskammer Münster überreicht.

Von Rainer Nix

Auch die Familie freut sich über den Goldenen Meisterbrief (v.l.): Marc Urban, Josef Trendelkamp Junior, HWK-Präsident Hans Hund und Josef Trendelkamp Senior mit seiner Frau Christina sowie Tochter Sylvia. Foto: Rainer Nix

Josef Trendelkamp Senior, gemeinsam mit seinem gleichnamigen Sohn Geschäftsführer der Trendelkamp Technologie GmbH in Nordwalde, bekam am Donnerstag den Goldenen Meisterbrief der Handwerkskammer (HWK) Münster überreicht. Präsident Hans Hund hob die gute Zusammenarbeit mit Trendelkamp hervor, der ehrenamtlich lange Jahre HWK-Vizepräsident war. Bei allen Aktivitäten steht Christina Trendelkamp ihrem Ehemann zur Seite. Pandemiebedingt konnte die Ehrung erst jetzt erfolgen.

Karriere

Der Jubilar ließ sich Mitte der sechziger Jahre zunächst zum Schmied ausbilden, 1970 schloss sich die Meisterausbildung als Land- und Baumaschinenmechatroniker an, deren 50-Jähriges jetzt gefeiert wird. 1971 folgte die Qualifizierung zum Schweißfachmann. Doch dabei blieb es nicht. 1978 machte Trendelkamp seinen Meister im Maschinenbauer-Handwerk. „Das war teilweise eine lustige Situation“, beschreibt er. „Ich war im Prüfungsausschuss der Landmaschinenbranche und gleichzeitig Meisterschüler im Maschinenbaubereich.“ Gibt es sicher nicht oft.

„Wenn ich auf die lange Liste deiner ehrenamtlichen Tätigkeiten schaue, wird sofort deutlich, dass du zu den Menschen gehörst, die sich engagiert um Dinge kümmern“, hob HWK-Präsident Hund hervor. „Du warst oft an vorderster Stelle und hast dafür verdiente Ehrungen entgegengenommen.“

Liste

Der Name Trendelkamp ist in der Unternehmenswelt bereits seit 1898 ein Begriff. „1970 übernahm ich den elterlichen Handwerksbetrieb“, erinnert der Senior-Geschäftsführer an seine beruflichen Anfänge nach einer Phase als Schweißergeselle in Münster. Die Entwicklung des Betriebes in den vergangenen 50 Jahren kann sich sehen lassen. Im Laufe der Zeit wagte sich der Betrieb an zum Teil spektakuläre Projekte. In den Siebzigern vergab die Nato zahlreiche Aufträge an das Unternehmen aus dem Münsterland. 1988 wurden für den Irak monumentale „gekreuzte Schwerter“ hergestellt, die das Tor auf einem ehemaligen Paradeplatz in Bagdad bildeten. „Das war so ein bisschen der Durchbruch“, sagt Trendelkamp, „da wir das erste Mal einen großen Auslandsauftrag allein abwickelten“. Und weiter: „1992 war ich mit drei Monteuren ein Vierteljahr in der Antarktis, wo wir die Georg-von-Neumayer-Überwinterungsstation demontierten.“

Der bislang größte Auftrag datiert aus 1994. Es entstand ein futuristischer Wintergarten im Moskauer Kreml. „Dafür verlieh mir der damalige Präsident Boris Jelzin einen Orden“, erzählt Trendelkamp. Doch auch die Projekte im Inland sind bemerkenswert. Die Adler in den Bundestagen Bonn und später in Berlin entwickelte und fertigte der Betrieb aus dem Kreis Steinfurt. Auch die Inneneinrichtungen gehen weitgehend auf das Know-how des mittelständischen Familienunternehmens zurück.

Durchbruch

„Anfang der 70iger Jahre haben wir hauptsächlich noch Pferde beschlagen“, so der Maschinenbau-Meister, „und Wagenbau für die Landwirtschaft betrieben.“ Es folgten die Reparatur von Landmaschinen, in den Wintermonaten war das Unternehmen als Zulieferer für Landmaschinenhersteller in der Region unterwegs. Danach baute der Betrieb Schweißgruppen und Bauteile für die Fahrzeugindustrie. „Der Landmaschinenbereich war damals hart umkämpft“, sagt der Geschäftsführer, „darum legten wir den Schwerpunkt mehr und mehr auf Maschinenbau.“ Bis heute sei die Auftragslage gut, so dass die Trendelkamps optimistisch in die Zukunft schauen.

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