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Grünen-Kandidatin Spallek besucht Hof Averbeck

„Wachse oder weiche“ hat keine Zukunft

Nordwalde

Sie besichtigte den Kälberstall und die Kräuterhochbeete, beantwortete Fragen der interessierten Gäste und erzählte von sich: Grünen-Bundestagskandidatin Dr. Anne-Monika Spallek besuchte den Hof Averbeck. Wie zukunftsfähige regionale Landwirtschaft aussehen kann, war dabei ebenfalls Thema.

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Bundestagskandidatin Dr. Anne-Monika Spallek (Grüne) besuchte mit interessierten Gästen den Hof Averbeck. In kleinen Gruppen ging es beispielsweise zu den Kräuterhochbeeten. Foto: Sigrid Terstegge

Eine zukunftsfähige regionale Landwirtschaft hat sich Dr. Anne-Monika Spallek, Bundestagskandidatin im Wahlkreis Coesfeld – Steinfurt II für die Grünen, auf ihre Fahnen geschrieben. Am Dienstagnachmittag besuchte sie den Hof Averbeck in der Kirchbauerschaft.

„Das ist ja wirklich eine tolle Idee“, lobte sie die vor kurzem errichtete „Eierhütte“ der Averbecks. Die Produzenten der Eier kann man direkt neben der Hütte auf einer Wiese im Gras scharren sehen. „Wir haben eigentlich immer schon Eier ab Hof verkauft“, erzählt Martin Averbeck, der den Hof mit seiner Familie im Nebenerwerb bewirtschaftet. Dann sei eines Abends die Idee zu einer Verkaufshütte direkt an der Straße entstanden. Also Nägel mit Köpfen gemacht, Plan vom Schwiegersohn, der Architekt ist, gezeichnet, Holz bestellt und losgelegt. Inzwischen gibt es auch Kartoffeln von einem Landwirt ein paar Kilometer weiter aus Westerode, Honig vom eigenen Bienenvolk und Kaltgetränke für Radler in der Hütte.

Eine Art Altersheim für Pferde

Ein gutes Beispiel für regionale Vermarktung und Wertschöpfung, sagte Spallek. Sie ist promovierte Mathematikerin mit Nebenfach Wirtschaft. Sie hat als Unternehmensberaterin auch in Ministerien gearbeitet, Arbeitsabläufe angeschaut und versucht zu verbessern. „Aber irgendwann wollte ich etwas anderes machen“, beantwortet Spallek die Fragen der interessierten Gäste auf dem Hof. Es zog die geborene Appelhülsenerin wieder ins Münsterland. Mit ihrer Familie hat sie sich in Billerbeck niedergelassen. Ihre Idee war es, einen Reiterhof zu betreiben. „Inzwischen ist es eine Art Altersheim für Pferde“, beschreibt sie ihren landwirtschaftlichen Betrieb. Viele Menschen, meist aus dem Ruhrgebiet, würden ihre Pferde, wenn sie zu alt sind, um geritten zu werden, dort pflegen lassen. „Da geschieht die Wertschöpfung durch Dienstleistungen, die ich biete“, beschreibt sie die Marktlücke.

Das Prinzip „Wachse oder weiche“, das viele Höfe an die Wand getrieben hat, könne nicht die Zukunft sein. Um regionale Wertschöpfung zu ermöglichen, müsse man eventuell andere Wege gehen. So könnte man vielleicht mal in größeren Betrieben mit Kantinenbetreibern sprechen, ob dort nicht Gerichte aus regional erzeugten Lebensmitteln angeboten würden. Nur als ein Beispiel. Immerhin gibt es in Averbecks Eierhütte sogar Nudeln aus Eiern der 200 Lohmann-Hühner, die teilweise auch in einem Hühnermobil leben.

In kleinen Gruppen führte die Familie Averbeck noch durch den offenen Kälberstall, zu den Hühnern und zu den Kräuterhochbeeten.

Anne-Monika Spallek stellt sich den Fragen der Besucherinnen und Besucher. Foto: Sigrid Terstegge
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