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Schuleingangsuntersuchung bei Flüchtlingskindern

Nur 17 Prozent sind völlig gesund

Kreis Steinfurt

Seit rund drei Jahren führt das Kreisgesundheitsamt die Schuleingangsuntersuchung bei geflüchteten und zugewanderten Kindern durch. Im Kreisgesundheitsausschuss wurden die Ergebnisse präsentiert.

Matthias Lehmkuhl

Kinderarzt Dr. Ulrich Pott Foto:

Von 2016 an bis Mai dieses Jahres hat das Kreisgesundheitsamt bei fast 2500 geflüchteten und zugewanderten Kindern die Schuleingangsuntersuchung durchgeführt. „Die Kinder kamen aus 85 verschiedenen Nationen“, erklärte Dr. Ulrich Pott am Donnerstag in der Sitzung des Kreisgesundheitsausschusses. Davon litten 42 Prozent an einer Fehlsichtigkeit und elf Prozent hatten ein Trauma. „Sie müssen diese Zahl aber mal Drei nehmen, weil die Untersuchten zu einem Drittel Flüchtlinge aus Kriegsgebieten waren“, betonte der 68 Jahre alte Kinderarzt aus Rheine. Fast zehn Prozent der Kinder könne dem Unterricht nicht folgen. „Das unterscheidet sie nicht von deutschen Kindern“, so Pott weiter. Ein Problem während der Untersuchungen sei sein Alter gewesen. „Weil die Flüchtlingskinder aus einem anderen Kulturkreis kommen, haben sie einen großen Respekt vor älteren Frauen und Männern und halten sich deshalb mit der Wahrheit über ihr körperliches Befinden zurück“, hat der Kinderarzt festgestellt. Rund 17 Prozent der Kinder von Geflüchteten und Zugewanderten sind gesund. Mit Informationen in der Muttersprache versucht das Kreisgesundheitsamt, mehr Vertrauen aufzubauen.

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