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Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr

365 Tage, 24 Stunden an sieben Tagen der Woche

Ochtrup

Die Freiwillige Feuerwehr Ochtrup holte jetzt ihre Generalversammlung nach. Der Leiter der Feuerwehr, Andreas Leusing, berichtete über die pandemiebedingten Schwierigkeiten der Wehr im vergangenen Jahr. Dennoch hätten sie viele Einsätze gehabt und auch zahlreichen Menschen das Leben gerettet. Auf der Tagesordnung der Versammlung standen auch Ehrungen und Beförderungen.

Von und

Die geehrten, beförderten und ernannten Mitglieder der Ochtruper Feuerwehr stellten sich beim Nachholtermin der Generalversammlung zum Erinnerungsfoto mit Bürgermeisterin Christa Lenderich (r.) und dem Leiter der Wehr, Andreas Leusing (4.v.r.), auf. In diesem Rahmen blickten die Kameradinnen und Kameraden auch auf die mehr als 260 Einsätze im Jahr 2020 zurück. Foto: Feuerwehr Ochtrup

Es war ein für diese Jahreszeit eher ungewöhnlicher Kalendereintrag für die Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr Ochtrup. Denn eigentlich findet die Jahreshauptversammlung der traditionell jedes Jahr zwei Wochen vor Ostern statt. Pandemiebedingt war an eine derartige Zusammenkunft sowohl im vergangenen Jahr als auch Anfang dieses Jahres jedoch nicht dran zu denken. „Mit Inkrafttreten der Lockerungsmaßnahmen und der Einführung der 3G-Regel entschied sich die Leitung der Wehr dazu, die Versammlung nun in den Räumlichkeiten der Stadthalle nachzuholen“, heißt es in einem Pressebericht.

Hygienekonzept

Auch wenn die Atmosphäre bedingt durch die Vorgaben eines Hygienekonzeptes nicht mit den vorherigen Versammlungen vergleichbar gewesen sei, freute sich Andreas Leusing, Leiter der Feuerwehr, dennoch, alle Kameradinnen und Kameraden der Einsatzabteilung, der Jugendfeuerwehr und der Ehrenabteilung sowie die Vertreter der Stadtverwaltung begrüßen zu dürfen.

In seiner Rede legte Leusing den Fokus besonders auf den Umgang der Feuerwehr mit der Pandemie und die damit verbundenen Probleme und Herausforderungen. Denn auch der Dienst- und Einsatzbetrieb der Feuerwehr sei durch das Corona-Virus stark eingeschränkt worden. „Wir haben als Feuerwehr die Hauptaufgabe, die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt zu gewährleisten. Unser Augenmerk lag und liegt daher eindeutig auf der Erhaltung unserer Einsatzbereitschaft“, wird Andreas Leusing in dem Bericht zitiert. „Denn eine Infektion innerhalb der Einsatzabteilung hätte den Ausfall einer ganzen Gruppe oder gar eines ganzen Löschzuges zur Folge gehabt.“

Andreas Leusing

Und so rüstete auch die Feuerwehr zu Pandemiebeginn in puncto Schutzausrüstung deutlich auf und verlagerte den Übungsdienst ausschließlich in die digitale Welt. Trotz steigender Einsatzzahlen auch im vergangenen Jahr sei allerdings schnell klar gewesen, dass der Online-Unterricht allein nicht ausreichen würde, um die Routine auf Dauer aufrechtzuhalten. „Wir sind nicht nur Theoretiker. Feuerwehrleute brauchen Praxis“, stellte Leusing fest.

Impfangebot

Ein Hoffnungsschimmer habe letztlich das Impfangebot für Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren Anfang Mai dieses Jahres mit sich gebracht. In Kombination mit einem eigenen Testangebot für die Kameradinnen und Kameraden sei es so möglich gewesen, den praktischen Übungsdienst wieder aufzunehmen. Einen ganz besonderen Dank richtete Leusing in diesem Zusammenhang an Bürgermeisterin Christa Lenderich und an die Vertreter der Stadtverwaltung. „Wir erfahren zu jeder Zeit die volle Unterstützung und bekommen stets den notwendigen Rückhalt bei unseren Entscheidungen.“

Tierrettung

Anschließend stellte der stellvertretende Leiter der Feuerwehr, Frank Piel, den Einsatzzahlenbericht des vergangenen Jahres vor. Demnach wurde die Ochtruper Wehr im Jahr 2020 bei insgesamt 266 Einsätzen jeglicher Art – von Bränden, über Verkehrsunfälle bis hin zur Tierrettung oder nachbarschaftlicher Hilfeleistung – gefordert. Insgesamt retteten die ehrenamtlichen Wehrleute im Jahr 2020 auf verschiedenste Art und Weise 18 Personen das Leben.

In dem Bericht über die Tätigkeiten der Jugendfeuerwehr bedankte sich Ralph Scheitz, der seit Mai 2020 das Amt des Jugendfeuerwehrwarts bekleidet, bei seinem Vorgänger André Thiele für die geleistete Arbeit.

Die Jugendfeuerwehr selbst, welche genau wie die aktive Einsatzabteilung ihre Übungsdienste online abhalten musste, konnte im vergangenen Jahr insgesamt fünf Jugendliche an die aktive Einsatzabteilung übergeben. Die für 2020 geplante Abnahme der Leistungsspange auf dem Gelände des Schulzentrums – ein Zusammentreffen von Jugendfeuerwehren aus der gesamten Umgebung –, soll im kommenden Jahr nachgeholt werden.

Verlängerte Anfahrtswege

Einen kurzen Einblick in die Tätigkeiten der Rettungswache lieferte Rettungswachleiter und Notfallsanitäter Roman Beunink den anwesenden Kameradinnen und Kameraden. „Neben einigen Personaländerungen bedingt durch den Wechsel von Kollegen in den Ruhestand und durch die Übernahme von ehemaligen Auszubildenden, stellte die Schließung des Pius-Hospitals einen gravierenden Einschnitt für die Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter dar“, schreibt die Feuerwehr. Besonders die hierdurch gestiegenen Einsatzzeiten durch die verlängerten Anfahrtswege zu den umliegenden Krankenhäusern habe den Kreis Steinfurt als Träger des Rettungsdienstes dazu veranlasst, die aktuelle Situation hinsichtlich Fahrzeugvorhaltung und Besetzzeiten in einem Gutachten zu überprüfen. „Das Ergebnis hierzu steht aber noch aus“, so Beunink.

Ehrenamt

Auch Bürgermeisterin Christa Lenderich nutzte ihre erste Jahreshauptversammlung nach den Kommunalwahlen, um sich bei den Einsatzkräften im Namen der Stadtverwaltung für ihr ehrenamtliches Engagement zu bedanken. „365 Tage, 24 Stunden an sieben Tagen der Woche sind Sie für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt zur Stelle. Auch wenn es heißt über unsere Stadtgrenzen hinaus Hilfe zu leisten, sind Sie da. Dafür kann ich Ihnen nur danken.“

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