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Verhandlung wegen Diebstahls und versuchter Körperverletzung

43-jähriger Ochtruper will straf- und drogenfrei leben

Ochtrup

Ein 43-jähriger Ochtruper musste sich jetzt vor dem Amtsgericht Steinfurt verantworten. Ihm wurde Diebstahl und versuchte Körperverletzung zur Last gelegt. Der Angeklagte zeigte sich einsichtig.

Ein 43-jähriger Ochtruper musste sich jetzt vor dem Amtsgerichts Steinfurt verantworten. Foto: Norbert Hoppe

Der feste Vorsatz, sein Leben zu ändern, und die entschiedene Mahnung der Richterin, sich auch daran zu halten, standen am Ende einer Verhandlung beim Amtsgericht Steinfurt. Ein 43 Jahre alter Ochtruper musste sich wegen zweier Ladendiebstähle und einer versuchten Körperverletzung vor dem Gericht verantworten. Bei beiden Diebstählen handelte es sich um Waren von einem geringen Wert, bei der anderen Straftat blieb es beim Versuch, ohne dass dabei jemand zu Schaden kam.

Diebstahl und versuchte Körperverletzung

Im Januar 2020 hatte der Angeklagte in einem Ochtruper Supermarkt verschiedene Waren eingekauft und auch an der Kasse bezahlt. Allerdings hatte er eine Flasche hochprozentigen Alkohol und eine Zeitschrift im Wert von etwa zwölf Euro in seinen Rucksack gesteckt und durch die Kasse geschmuggelt. Das sei einem Mitarbeiter des Marktes aufgefallen und dieser habe ihn noch im Laden zur Rede gestellt. Beim Versuch, sich aus dem Geschäft zu entfernen, sei der Ochtruper handgreiflich geworden, habe wild um sich geschlagen und getreten, gab er selbst in seiner Einlassung zu. Einigen Kollegen seien schließlich dem Angegriffenen zu Hilfe gekommen und hätten den 43-Jährigen überwältigt. „Ich weiß nicht, was mit mir los war, ich habe rot gesehen“, erklärte der Angeklagte, der sich über sein eigenes Verhalten schockiert zeigte und alle Beteiligten um Entschuldigung bat. Einen erneuten Ladendiebstahl beging der Angeklagte im August des selben Jahres in einem weiteren Geschäft. Auch hier entstand lediglich ein Schaden von 22 Euro.

In seinem Lebenslauf schilderte der Angeklagte eine beachtliche Drogenkarriere. Bereits im Alter von 15 Jahren habe er angefangen, Cannabis zu konsumieren. Über die Jahre bis heute sei er abhängig von Kokain und Amphetaminen gewesen. Seine Familie und seine Kinder habe er während dieser Zeit kaum wahrgenommen. Der falsche Umgang mit anderen so genannten Kumpeln habe seine schwierige familiäre und finanzielle Situation zusätzlich verschlimmert.

Entgiftung und Drogentherapie

Erst in jüngster Zeit habe er sich zu einer Entgiftung und Drogentherapie entschlossen. „Da bin ich zu mir gekommen und habe gemerkt, wie wichtig und wertvoll meine Familie für mich ist“, so der Angeklagte, der dem Gericht einen Arbeits- und Mietvertrag vorlegen konnte. Er werde wieder in seinem Beruf als Grafikdesigner arbeiten können, die Unterbringung seiner Familie sei gesichert und er absolviere eine ambulante psychologische Behandlung. Außerdem halte er regelmäßig Kontakt zur Drogenberatungsstelle in Ochtrup. Er bereue seine Taten aufrichtig und er bedauere seine Straftaten, vor allem, dass seine Familie darunter leiden musste. Er wolle sich heute zu seiner Schuld bekennen und sich dafür verantworten, um ein neues Leben beginnen zu können, sagte er in seinem letzten Wort.

Dass im Bundeszentralregister einige auch einschlägige Vorstrafen verzeichnet waren, wirkte sich nachteilig für den 43-jährigen aus. Allerdings befand das Gericht, dass auf Grund der beigebrachten Unterlagen durchaus eine positive Sozialprognose zu stellen sei. Deshalb verurteilte ihn die Richterin zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Damit entsprach sie dem Antrag der Staatsanwältin. Als Auflagen wurde dem Ochtruper ein Bewährungshelfer an die Seite gestellt. Er muss die ambulante psychologische Beratung und eine ambulante Langzeittherapie mit Unterstützung der Drogenberatungsstelle aufnehmen. Zusätzlich, so erklärte der Angeklagte, habe er sich inzwischen einer Selbsthilfegruppe angeschlossen, die ihm auf dem Weg in ein straf- und drogenfreies Leben behilflich sein werde.

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