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Faulturm der Kläranlage wird saniert

Arbeiten sind Premiere nach über 30 Jahren

Ochtrup

Nach über 30 Jahren als Leiter der Kläranlage erwartet Norbert Feldevert jetzt eine Premiere: Der Faulturm wird grundlegend saniert. Welche Arbeiten auf dem Plan stehen, ist noch offen: „Wir müssen uns überraschen lassen, was wir im Innern vorfinden.“

Erhard Kurlemann

Foto: Erhard Kurlemann

Norbert Feldevert ist seit 1983 Leiter der Kläranlage in Ochtrup. In Kürze wird er für sich eine Premiere erleben: Der Faulturm wird saniert. Voraussichtlich bis zum Sommer werden die Arbeiten andauern. Die Vorbereitungen haben begonnen. „Wir sind gerade dabei, die letzten Schlammreste abzusaugen“, sagt er zum Stand der Dinge.

„Ich kann mich noch gut erinnern, als der Turm gebaut worden ist“, erzählt Feldevert. Dass in den vergangenen rund 30 Jahren keine größeren Sanierungsarbeiten notwendig waren, sei auch „ein bisschen Glück“. Es gebe andere Anlagen, bei denen eine Sanierung schon viel früh erfolgen musste.

Deshalb ist auch ungewiss, welche Arbeiten in Ochtrup erforderlich werden. „Wir wissen nicht, was uns erwartet“, erläutert Johannes Ratering. Der Abteilungsleiter Abwasser ergänzt, der Faulturm werde jetzt grundlegend überprüft.

2500 Kubikmeter Schlamm fasst der rund 25 Meter hohe Koloss; zehn Meter davon unterirdisch. „Überzählige Bakterien werden in dem Faulprozess mineralisiert“, beschreibt Feldevert das Geschehen in dem eiförmigen Baukörper. Ein Motor treibt einen Quirl an, der den Schlamm gleich­sam „ständig durchrührt“.

Die Arbeiten finden im laufenden Betrieb statt. Die regelmäßig anfallenden überzähligen Bakterien werden währenddessen zu den Kläranlagen in Gronau und Neuenkirchen gebracht.

Seit Dezember läuft die Vorbereitung. „Wir mussten die

Temperatur im Innern von 38 Grad langsam herunterfahren“, nennt Feldevert ein Beispiel für notwendige Vorarbeiten. Der jetzt abgepumpte Schlamm aus dem Faulturm wird nach der Entwässerung zur Verbrennung ins Kraftwerk nach Ibbenbüren gebracht. „Zudem mussten wir prüfen, ob eine Entleerung zur Folge hat, dass der Turm durch Grundwasser aufgeschwemmt wird“, berichtet Ratering. Aber das Eigengewicht habe sich als ausreichend herausgestellt.

Das Material für die Arbeiten – einschließlich Gerüst – muss durch das Mann-Loch an der Seite in den Turm transportiert werden. „Eine Schubkarre zum Beispiel passt nicht dadurch“, ist auch Ratering gespannt, wie die Arbeiten ausgeführt werden. Schließlich soll im Innern unter anderem ein Gerüst aufgebaut werden. Die reinen Kosten für die Bau- und Sanierungsarbeiten sind mit 140 000 Euro kalkuliert. Ratering: „Wir lassen uns dann überraschen.“

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