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Lockerungen in Seniorenheimen

Besuch ja – aber nur mit Termin

Ochtrup

Die Regelungen werden gelockert: Ab Sonntag (10. Mai) dürfen die Bewohner von Seniorenheimen wieder Gäste empfangen. 40 Angehörige haben sich im Ferdinand-Tigges-Haus und im Carl-Sonnenschein-Haus angekündigt. Wie der Besuch ablaufen soll, erläutert Einrichtungsleiter Stephan Antfang im WN-Gespräch.

Anne Spill

Die Bewohner des Carl-Sonnenschein-Hauses und des Ferdinand-Tigges-Hauses dürfen nun wieder Gäste empfangen – mit Termin und unter strengen Hygieneauflagen. Foto: Spill

Lange mussten die Bewohner von Seniorenheimen auf Besuch verzichten: Ab dem morgigen Sonntag dürfen sie ihre Angehörigen – unter strengen Auflagen – wieder empfangen. Auch das Ferdinand-Tigges-Haus und das Carl-Sonnenschein-Haus lassen am Muttertag Gäste zu. „Es haben sich 40 Besucher angemeldet“, berichtet Einrichtungsleiter Stephan Antfang im Gespräch mit dieser Zeitung.

Die Nachricht, dass das Besuchsverbot gelockert wird, sei für ihn überraschend gekommen. „Ich war erstaunt, dass es jetzt so schnell ging“, gibt Antfang zu. Und dann auch noch zum Muttertag: „Das ist ja schon ein besonderer, emotionaler Termin.“ Klar, dass sich an einem solchen Tag viele Angehörige mit ihren Lieben treffen wollen. „Wir hätten daher gerne einen Vorlauf gehabt – es wäre gut gewesen, wenn das Besuchsverbot zum Beispiel schon am Montag gelockert worden wäre.“ Dann hätte das Personal der Seniorenheime die Abläufe schon einmal üben, Routine entwickeln können. Denn einfach ins Heim marschieren, das ist in Zeiten der Pandemie natürlich immer noch nicht drin – zu groß ist die Sorge vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus. Gäste müssen zunächst einen Termin vereinbaren. „Wir haben die Angehörigen von allen 139 Bewohnern antelefoniert und ihnen die neue Situation geschildert“, berichtet Stephan Antfang vom Prozedere der beiden Caritas-Häuser. Die Familien hätten verständnisvoll darauf reagiert, dass nun nicht alle auf einmal kommen können – und schon gar nicht ohne Anmeldung. 40 Angehörige vereinbarten schließlich einen Termin für den morgigen Sonntag.

Empfangen werden sie von Stephan Antfang persönlich („Das ist auch personell eine Herausforderung – und unter unseren Mitarbeiterinnen sind viele Mütter.“) Er wartet am Einlass zwischen den beiden Häusern auf die Gäste und händigt ihnen einen Gesundheitsfragebogen aus: Wer Symptome einer Covid-19-Erkrankung hat oder Kontakt zu einem (potenziell) Infizierten hatte, darf nicht rein. „Dieser Bogen dient gleichzeitig als Besucherregister“, erläutert Antfang. Schließlich muss genau nachgehalten werden, wer sich wie lange im Heim aufgehalten hat, um im Falle des Falles Infektionsketten nachvollziehen zu können.

Stephan Antfang

Eine Mitarbeiterin des Sozialen Diensts bringt die Angehörigen dann zum Treffpunkt: die Cafeteria des Tigges-Hauses oder das Besprechungszimmer des Sonnenschein-Hauses. Beide Räume sind von außen begehbar. „Ins Haus selbst kommt also niemand – das können wir gut gewährleisten“, betont Stephan Antfang. Bei gutem Wetter könnten auch noch ein, zwei Tische auf die Terrasse gestellt werden.

Bevor die Gäste ihre Angehörigen wiedersehen, müssen sie sich die Hände desinfizieren und eine Maske anziehen. Letztere wird vom Haus gestellt – denn der selbstgenähte Mund-Nasen-Schutz reicht hier nicht aus. „Wir haben aber genug da“, versichert Antfang. Theoretisch könnten auch noch Plexiglasscheiben aufgebaut werden. „Aber man möchte ja so viel Normalität wie irgendwie möglich.“

Besuche auf den Zimmern sind dem Einrichtungsleiter zufolge am Muttertag noch nicht möglich. „Das schaffen wir so spontan nicht.“ Der einzuhaltende Hygienestandard sei extrem hoch.

Aufwand, der nötig ist, um die Bewohner der Seniorenheime zu schützen. Bislang gab es im Ferdinand-Tigges-Haus und im Carl-Sonnenschein-Haus keine Infektion mit dem Coronavirus. „Die Kollegen haben das in den vergangenen beiden Monaten richtig gut gemacht“, zollt Antfang seinem Team Respekt.

Dass das Risiko von Corona-Infektionen mit den Lockerungen nun wieder ansteige, sei klar. „Da haben wir schon Angst. Aber trotzdem ist das der richtige Weg“, ist sich Antfang sicher. Er setzt auch auf das Verantwortungsbewusstsein der Angehörigen, die zu Besuch kommen. Und auf ihr Verständnis: „Wir bitten um Nachsicht, wenn wir nicht jeden individuellen Wunsch sofort erfüllen können.“ Künftig sollen Besuche bei gutem Wetter auch draußen möglich sein – entsprechende Pavillons sind auf dem Weg. Und neben Angehörigen könnten auch weitere Gäste bald wieder erlaubt sein: Therapeuten oder Friseure zum Beispiel.

Wer einen Bewohner der beiden Seniorenheime besuchen möchte, kann sich zur Terminabsprache unter Telefon 0 25 53/ 9 72 90 melden.

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