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Dr. Michael Nagel referiert beim Parkinson-Forum

Bewegung hält Gehirn auf Trab

Ochtrup

Dr. Michael Nagel hat auf Einladung des Parkinson-Forums Kreis Steinfurt zum Thema Bewegungstherapie und Tanz referiert. Die Gäste erfuhren, wie wichtig die Bewegung auch für den Geist ist.

Zahlreiche Gäste verfolgten den Vortrag von Dr. Michael Nagel in der Gaststätte Börger. Der Oberarzt in der Klinik für Neurologie Osnabrück war der Einladung des Parkinson-Forums Kreis Steinfurt gefolgt und beantwortete offene Fragen. Foto: Rainer Schwarz

„Das Thema hatten wir in 21 Jahren noch nie“, stellte Reiner Krauße, Vorsitzender des Parkinson-Forums Kreis Steinfurt, zu dem auch Mitglieder aus Ochtrup und Umgebung gehören, fest, als er beim jüngsten Treffen des Vereins den Referenten des Tages vorstellte. Denn Dr. Michael Nagel, Oberarzt in der Klinik für Neurologie im Klinikum Osnabrück, sprach über „Bewegungstherapien / Tanz bei Parkinson – auch im Hinblick auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse“. Im Vorfeld hätten einige Mitglieder angerufen und gefragt, ob sie tanzen müssten. „Aber nur Männer“, betonte Krauße und hatte die Lacher auf seiner Seite, heißt es im Pressebericht.

Dass Bewegung und Singen bei der Parkinson-Erkrankung förderlich sind, wissen die inzwischen 485 Mitglieder schon lange. So beginnen sie ihre Zusammenkünfte immer mit einem gemeinsam gesungenen Lied und Gymnastik. Dr. Nagel bestärkte sie mit seinen Ausführungen zu wissenschaftlichen Studien darin und zeigte lebendig die positiven Auswirkungen auf, die Bewegung jeder Art nachgewiesenermaßen erzielt. „Bewegung und Musik, da sind wir schon beim Tanz“, so der Neurologe.

Neuroprotektive Effekte 

Diese Verbindung sei erst recht bei Parkinson ideal. Damit beschäftige sich die Wissenschaft sehr stark. Bewegungen seien auch abhängig von der Bewegungsvorbereitung im Gehirn und der Rückmeldung des Körpers: „Vor allem die automatisierten Bewegungsabläufe sind bei der Parkinsonerkrankung verlangsamt und unregelmäßig.“ Bewegung verbessere motorische und nicht-motorische Symptome und es gebe deutliche Hinweise für neuroprotektive Effekte, also dafür, dass Nervenzellen und -fasern gerettet würden.

Zudem machte der Mediziner deutlich, dass Musik und Rhythmus die Aktivität von Hirnregionen verändern können. Das Timing für die nächste Bewegung werde verbessert, unter anderem die Sturzgefahr verringert. Jeder Tanz sei geeignet, so seine Antwort auf eine Frage von Teilnehmern. Überhaupt sei wissenschaftlich erwiesen: „Bewegung macht schlau und Menschen, die tanzen, haben eine größere Chance, nicht dement zu werden.“

„Für den 22. Mai planen wir unsere Sechs-Tage-Vereinsreise ins Erzgebirge“, hatte Krauße zuvor angekündigt. Das Jahresprogramm 2022 soll laut Beschluss der Versammelten statt per Post nun überwiegend per E-Mail verschickt werden.

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