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Rainfarn fällt durch goldgelbe Blüten auf

Blattläuse-Schreck beruhigt die Bienen

Ochtrup

Schön anzusehen ist der Rainfarn mit seinen goldgelben Blüten und wird daher gerne für „Kräuterbuschn“ verwendet. Zum Verzehr ist das „Wurmkraut“ nicht geeignet, aber es hilft gegen Blattläuse. Auch Imker nutzen es, um ihre Bienen zu beruhigen.

-hri-

Aus der Ferne ist der Rainfarn leicht mit dem Jakobskreuzkraut zu verwechseln, aus der Nähe aber durch seine knopfartigen Blüten und die fehlenden Zungenblüten zu erkennen. Foto: Cornelia Wessendorf

Mit seinen goldgelben Blüten zieht der Rainfarn die Blicke auf sich. In voller Pracht steht das Wurmkraut, wie die Pflanzenart aus der Gattung der Wucherblumen innerhalb der Familie der Korbblütler auch genannt wird, von Juli bis September. „Es ist auf feuchten Wiesen, an Bächen oder Waldrändern zu finden“, verrät Cornelia Wessendorf, Kräuterexpertin aus Ochtrup. Aus der Ferne ist es leicht mit dem Jakobskreuzkraut zu verwechseln. Mit einem genaueren Blick auf Tanacetum Vulgare, so der lateinische Name, ist die Pflanze unter anderem durch die fehlenden Zungenblüten auszumachen. Aber auch durch die Form der auffälligen Blüten, die optisch nur aus dem Körbchen bestehen und knopfartig abgeflacht sind. „Die Blätter sind fiederspaltig“, informiert Wessendorf. Das bedeutet, dass die Blattnerven entlang einer Mittelader auf unterschiedlichen Höhen nach rechts und links abzweigen.

Beim Zerreiben der Pflanze wird das ätherische Öl Thujon frei, eine für den Menschen giftige Substanz. Daher eignet sich die Pflanze nicht zum Verzehr, weil dadurch die Leber geschädigt werden kann. Dafür ist der Rainfarn ein geeignetes Mittel gegen Blattläuse. Dazu muss ein Aufguss gemacht werden, der auf die betroffene Pflanze gesprüht wird.

Früher wurde der Rainfarn meist in Form von Tee als Wurmkur genutzt, wodurch er auch als Wurmkraut bekannt ist. In den Gegenden, in denen „Kräuterbuschn“ gebunden werden, also Kräutersträuße, wird dafür traditionell auch der Rainfarn genutzt. „Auch für Imker ist er bis heute interessant – als Räucherwerk für den Smoker, das Gerät zur Rauchentwicklung zum Beruhigen der Bienen“, verrät die Fachfrau. Imker sammeln die Pflanzen in der Blütezeit und trocknen sie. Neben der Wirkung auf die Bienen schätzen Imker die Eigenschaft des Rainfarns, lange zu brennen.

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