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Pastor Bernd Haane referiert beim Frauenbund

„Der Glaube an sich ist da und er ist vital“

Ochtrup

Pastor Bernd Haane hat im Frauenbund einen denkwürdigen Vortrag gehalten in Anlehnung an die Sendung Zeitzeichen, die täglich auf WDR 3 ausgestrahlt wird. Dort werden die Zeichen der Zeit oft im Rückblick anhand von Biografien berühmter Persönlichkeiten erklärt. Das geht aus einem Bericht des Frauenbundes hervor.

Pastor Bernd Haane Foto: privat

Haane stellte in diesem Zusammenhang die Frage: Wie nehme ich die Zeichen der Zeit wahr, in der Gesellschaft und in der Kirche? Verliere ich mich im ewigen Wehklagen über Katastrophen und Missstände auf der ganzen Welt und in unserer Kirche? „Da ist es wichtig, nicht nur im Erschrecken zu verharren, sondern sich aus der Vielfalt der Nachrichten aus den öffentlichen Medien und der Presse eine eigene Meinung zu bilden und zu meiner Wahrheit zu kommen. Immer wieder die Frage zu stellen, was ist für mich wichtig und warum. Wo komme ich zur Ruhe, wo finde ich Sinn für mein Leben?“, heißt es im Bericht.

Die Eucharistiefeier könne so ein Ort sein, um auf die Spur des jeweiligen Lebens zu kommen oder das stille Gebet, oder von Gott zu reden, über das, was einen bewegt: „Was wünsche ich mir persönlich, was trage ich dazu bei, was brauche ich, damit mein Glaube mich trägt oder gibt es Brüche in meinem Leben, die ich abarbeiten muss? Wir brauchen nicht nur Theologen, die von ihrer Gotteserfahrung erzählen, sondern auch Frauen und Männer aus unserem Umfeld, die bereit sind, über ihre Beziehung zu Gott zu sprechen. Das gibt mir auch die Möglichkeit zu hinterfragen, woran erkennt man, dass ich aus dem Glauben lebe.“

Viel verändert

Es habe sich viel verändert in unserem Leben, nicht nur im kirchlichen Bereich, sondern auch in der Gesellschaft. Dabei gelte es immer, nach vorne zu schauen und nicht in alten Verhaltensmustern zu verharren. Die Rede, dass wir etwas immer so gemacht haben, sei der Feind der Veränderung. Die jetzige Form der Kirche werde vergehen, die Religion jedoch bleibe. Der Bedarf an meditativen Elementen sei erfahrungsgemäß größer geworden. Und da sich die personelle Situation in der Kirche stark verändern werde, würden viele Aufgaben von Laien übernommen werden.

Von Gott reden ginge auch mit Diakonen und Pastoralreferenten: „Die Kirche erwacht in den Seelen. Manches Gottesbild, das wir haben, hält in dieser Welt nicht mehr stand. Es geht nur ein bestimmter Typ von Christen zu Ende. Der Glaube an sich ist da und er ist vital.“ Dieses Beispiel gab Pastor Haane den Zuhörerinnen mit auf den Weg und die Empfehlung, sich immer wieder von Gott überraschen zu lassen und dabei sich selbst immer wieder in Frage zu stellen.

Dieser Nachmittag habe alle Zuhörerinnen nachdenklich gestimmt und es wurde noch lebhaft über viele offene Fragen diskutiert.

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