Bussard greift Jogger in der Oster an

Der Mensch ist das Problem

Ochtrup

Er fliegt wieder Angriffe: Der Bussard, der bereits im vergangenen Jahr in der Oster eine Joggerin attackierte, hat wieder angegriffen. Das Verhalten des Raubvogels sei durch die aktuelle Brutzeit bedingt, klärt der örtliche Hegering auf.

Anne Steven

Ein Bussard sorgt seit einiger Zeit in der Oster Foto: imagoimages (Symbolbild)

Es ist jetzt ziemlich genau ein Jahr her, dass in dieser Zeitung etwas über einen ganz bestimmten Bussard in der Oster-Bauerschaft zu lesen war. Damals hatte der Greifvogel eine Joggerin attackiert. Nun macht der Vogel erneut Ärger. Aber das sei sein gutes Recht, findet zumindest der stellvertretende Kreisjagdberater des Hegerings, Bernd Günster.

In der Oster ist der Bussard bereits bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund. In den verschiedenen Whatsapp-Gruppen unter anderem vom Schützenverein werde immer wieder von Zusammenstößen mit dem Raubvogel berichtet, ist aus Bauerschaftskreisen zu hören. Wobei der Bussard offenbar vorzugsweise Jogger angeht. Radfahrer und Spaziergänger scheinen ihn hingegen nicht zu stören.

Bussard verteidigt sein Revier

Warum er sich so aggressiv verhält? „Er verteidigt sein Revier“, stellt das tierische Verhalten für Bernd Günster kein Rätsel dar. Aktuell ist Brutzeit. „Der Bussard sieht seine Jungen in Gefahr.“ Und da sei ganz klar der Mensch das Problem und nicht das Tier. Womöglich empfinde der Bussard die schnelleren Bewegungen von Joggern als größere Gefahr, als die von Spaziergängern. Radfahrer fielen womöglich unter die Kategorie Fahrzeuge.

Der Nabu schätzt die Situation ähnlich ein. Der Nachwuchs der Bussarde befindet sich laut eines Berichts auf der Internetseite des Naturschutzbundes in NRW jetzt in der Bettelflugphase. Die jungen Vögel haben dann zwar schon ihren Horst verlassen, sind aber noch nicht selbstständig. Gerade in dieser Zeit fühlten sich die Alttiere dazu berufen, ihre Jungen zu verteidigen.

Die Attacken der Greifvögel richteten sich dabei gegen die höchste Stelle des Körpers: der Kopf. Der Naturschutzbund empfiehlt, bei einem Bussard-Angriff, das Tier mit einem Stock vom Kopf abzulenken oder zumindest die Arme hochzuhalten. Nach ein paar Wochen lege sich das angriffslustige Verhalten der Raubvögel wieder. Die Gefahr eines Angriffs bestehe nur während der Aufzucht und sei zudem von Paar zu Paar unterschiedlich.

Warnschilder aufgestellt

Bernd Günster geht mit einem weiteren Rat des Nabu d‘accord, den betroffenen Bereich in der Bauerschaft einfach in der nächsten Zeit zu meiden. „Das sind nur ein paar Wochen“, betont der passionierte Jäger. Aus Liebe zur Natur könne man an dieser Stelle schon mal klein beigeben. Ein Abschuss des unter Naturschutz stehenden Bussards komme auf keinen Fall in Frage. „Wie gesagt, es ist sein Revier, das Verhalten absolut natürlich“, wirbt Bernd Günster für Verständnis und das entsprechende Verhalten bei Passanten.

Mitarbeiter des Baubetriebshofes der Stadt haben übrigens im Bereich „An der Lehmkuhle“ in der Oster-Bauerschaft Warnschilder aufgestellt.

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