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Rumiana Elmazova und Mitko Elmazov musizieren regelmäßig auf dem Wochenmarkt

Die fahrenden Musikanten

Ochtrup

Als fahrende Musikanten tingeln Mitko Elmazov und seine Frau Rumiana über die Wochenmärkte. Auch in Ochtrup sorgt das Ehepaar mit den Klängen von Akkordeon und Darbuka für Atmosphäre. Singen wird Rumiana Elmazova aber erst nach der Pandemie wieder.

Irmgard Tappe

Rumiana Elmazova und Mitko Elmazov treten als fahrende Musiker auf den Wochenmärkten in der Umgebung auf. Foto: Irmgard Tappe

Donnerstagmorgens auf dem Wochenmarkt am Pottbäckerplatz. Die Händler haben ihre Stände aufgebaut und die Besucher lassen auch nicht auf sich warten. Einige Meter abseits vom Marktgeschehen nimmt Mitko Elmazov seinen Platz ein und stimmt sein Akkordeon. Pünktlich um zehn Uhr, wie jeden Donnerstag. „Oh, der Straßenmusikant ist wieder da“, freut sich eine Passantin und nickt Mitko Elmazov freundlich zu. Manchmal kommt der 61-Jährige allein, meistens ist er aber in Begleitung seiner Frau Rumiana Elmazova. So auch an diesem sonnigen Morgen.

Lieder vom Balkan

„Was kann schöner sein, viel schöner als Gut und Geld...“, spielt Mitko auf seinem Instrument und seine Frau Rumiana klopft dazu mit den Fingern im rhythmischen Takt auf ein kelchförmiges Instrument aus Blech. „Das ist eine Darbuka. Habe ich aus unserer Heimat Bulgarien mitgebracht“, erzählt Rumiana Elmazova. Das Ehepaar lebt erst seit zwei Jahren in Deutschland. Trotz sprachlicher Hürden gelingt es ihnen, sich verständlich zu machen und aus ihrem Leben zu berichten. Sie erzählen, dass sie in früheren Jahren oft gemeinsam aufgetreten sind. Bei Hochzeiten, Familienfesten und anderen Feiern sorgten sie mit Liedern vom Balkan für Stimmung. Mitko Elmazov spielte Akkordeon und Rumiana Elmazova begleitete ihn auf der Darbuka und vor allen Dingen mit ihrem Gesang. Die 59-Jährige sagt, dass sie jetzt auch gern singen würde. Aber das sei ja momentan wegen der Coronapandemie nicht möglich. „Wenn alles vorbei ist, singe ich wieder“, meint Rumiana Elmazova. Bis dahin will sie bei ihrer Darbuka bleiben.

Musizieren als gemeinsames Hobby

Das Musizieren ist ein gemeinsames Hobby des Ehepaares. Mitko Elmazov zeigt auf seine Beinprothese und erzählt, dass er vor 25 Jahren bei einem Verkehrsunfall ein Bein verlor und danach nicht mehr arbeiten konnte. Da war es ein Glücksfall, dass er das Akkordeonspiel beherrschte.

Heute leben er und seine Frau in Gronau in der Nähe ihrer Kinder und Enkel. Ihre Leidenschaft des gemeinsamen Musizierens haben sie beibehalten. Jetzt erfreuen sie damit die Wochenmarktbesucher in Gronau und den umliegenden Orten ihrer Wahlheimat. „Wir fahren auch nach Ahaus und Enschede. Und freitags sind wir in Epe auf dem Wochenmarkt“, berichtet Mitko Elmazov. „Ja ja“, meint Rumiana Elmazova lachend, „wir sind die fahrenden Musikanten.“

Musik sorgt für Atmosphäre auf dem Wochenmarkt

Mitko Elmazov lässt erneut sein Akkordeon erklingen. Diesmal erfreut er die Passanten mit einem Volkslied vom Balkan. Eine ältere Dame bleibt eine Weile stehen, lächelt dem musizierenden Ehepaar zu und wirft ihnen eine Münze in die bereitstehende Schachtel. „Die beiden schaffen durch ihre Musik eine richtig schöne Atmosphäre. Ein Gewinn für den Wochenmarkt“, meint die Frau. Mitko Elmazov und Rumiana Elmazova bedanken sich mit einem freundlichen Nicken. Es mache ihnen Spaß, die Wochenmärkte mit ihrer Musik zu beleben und den Menschen Freude zu bereiten, sagen sie. „Besonders, wenn das Wetter so schön ist wie heute. Dann haben alle Leute gute Laune“, stellt Rumania Elmazova fest. Und natürlich freuen sie sich über jede Münze, die in ihre Schachtel wandert.

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