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Kai Schneuings Premiere als Redner war wie ein erstes Date

Die große Liebe zur Bühne

Ochtrup/Schüttorf

Von einem Personaldienstleister-Unternehmen auf die Bühne und vor die Kamera: Diesen beruflichen Weg hat Kai Schneuing für sich neu entdeckt. Eine Gesetzesänderung ließ den 41-Jährigen sich auf seine Kindheit zurückbesinnen. Jetzt möchte er von Schauspielprofis aus New York lernen.

Susanne Menzel

Vor dem Spiegel wie auch vor der Kamera trainiert Kai Schneuing fast täglich seine rednerischen Fähigkeiten. Dazwischen sitzt er als Sachbuch-Autor am Schreibtisch. Foto: Susanne Menzel

Die Bühne, so ist Kai Schneuing überzeugt, ist ihm „in die Wiege gelegt worden. Die Auftritte dort habe ich schon als kleines Kind geliebt.“ Der berufliche Weg allerdings führte ihn zunächst in eine ganz andere Branche.

Ursprünglich war der gebürtige Neuenkirchener, der mit seinen Eltern über Ochtrup in die Obergrafschaft kam, Prokurist. Bis vor Kurzem war er in dieser Position im Personaldienstleister-Unternehmen Schneuing GmbH tätig, das in erster Linie Arbeitnehmer für die Fleischbranche vermittelte. Eine Gesetzesänderung für die Branche machte ein Umdenken notwendig: „Ich habe mich deshalb auf meine kreative Ader rückbesonnen“, entschied sich der 41-Jährige, sein Standbein als Speaker, als Vortragsredner sowie als Buchautor zu suchen und zu finden.

Wie eine DSDS-Jury

Mehrere Wettbewerbe hat er bereits als Redner erfolgreich für sich entschieden. „Da sitzt dann jeweils eine hochkarätige Jury aus Funk und Fernsehen, die die Auftritte beurteilt. Das kann man sich als DSDS – Deutschland sucht den Superstar – für Redner vorstellen“, erklärt Schneuing.

Stück für Stück habe er sich in diesem Metier vorwärts gekämpft, erzählt der Obergrafschafter. „Die Premiere kann man sich von der Gefühlslage her vorstellen wie ein erstes Date“, vergleicht er. „Klar, nicht alles hat da gleich geklappt. Aber man verliebt sich und nähert sich an.“ Parallel zu der emotionalen Ebene hat er sein Handwerk bei Hermann Scherer, einem der Top-3-Speaker Deutschlands, erlernt und verfeinert.

Ein kleines TV-Studio hat sich Kai Schneuing inzwischen eingerichtet. Von dort sendet er auch seine Auftritte als Vortragsredner. Foto: Susanne Menzel

An Selbstbewusstsein fehlt es ihm heute nicht, obwohl die Thematik seiner Vorträge (Angst und Herzenswege) vielleicht einen Blick in sein Inneres erlauben. „Immerhin tritt man bei diesen Experten-Awards, also den Redewettbewerben, gegen rund 70 Konkurrenten an. Das ist keine Kleinigkeit“, unterstreicht Kai Schneuing. Für ihn jedoch ist die Kommunikation ein Feld, auf dem er sich in der nächsten Zukunft noch intensiver tummeln möchte. Nach seinem Erstlingswerk als Autor („Friends fight for your life“) ist gerade das zweite Sachbuch in Arbeit und soll voraussichtlich im Herbst erscheinen. In seinem Büro am Hessenweg hat er sich ein kleines TV-Studio eingerichtet, übt dort nicht nur täglich das Sprechen und Vortragen, sondern nimmt auch für die Social-Media-Kanäle entsprechende Clips auf. „Für meine Kinder bin ich seitdem interessanter als vorher“, schmunzelt Schneuing. „Mit einem Personaldienstleister als Vater vermochten sie wenig anzufangen. Als Youtuber habe ich da bei ihnen schon einen besseren Stand.“

Lee Strasberg Theatre- and Film-Institute

Um auch potenzielle Kunden in Zukunft überzeugen zu können, will der Niedersachse jetzt noch ein Stückchen weiter gehen: „Ich möchte meine Präsentationen demnächst eindrucksvoller gestalten. Deshalb ist ein wenig Schauspielkunst nicht verkehrt“, hat Kai Schneuing erkannt und einen Workshop am Lee Strasberg Theatre- and Film-Institute, einer der renommiertesten Schauspielschulen in der Theatermetropole New York, gebucht. Für eine Woche möchte er dort im Mai als Selbstzahler eine Kurzausbildung machen. Ob‘s in der Pandemielage mit dem Reisen klappt, weiß er noch nicht. Aber es ist ebenfalls ein Herzensweg von ihm. Den will er gehen – gerade, oder mit Kurven.

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