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Begegnungsstätte Villa Winkel ist wieder geöffnet

Die Spülmaschine zählt die Gäste

Ochtrup

Etwa drei Monate war die Begegnungsstätte Villa Winkel im Stadtpark geschlossen. Für die Besucher war das keine schöne Zeit. Seit dem vergangenen Wochenende sind dort Begegnungen aber wieder möglich. Den Anfang machte der Montagstreff im Seezimmer.

Anne Steven

Der Montagstreff kommt nach der Corona-Auszeit wieder regelmäßig zusammen. (v.l.) Praktikantin Hanna Reining, Helga Masih, Anni Speckblanke, Hilde Saika und Annelie Penn sind froh draüber Foto: Anne Steven

Woran man erkennt, dass die Begegnungsstätte Villa Winkel nach der Corona-Auszeit ihren Betrieb am vergangenen Sonntag wieder aufgenommen hat? „Die Spülmaschine ist voll“, erzählt Christel Gehlhaar lachend. Sie betreut die Montagsrunde, die sich nachmittags im Seezimmer trifft, und hatte somit das Vergnügen, zahlreiche Tassen und Teller in die Schränke zurückzuräumen.

Ihre Damen kommen schon seit einigen Wochen wieder in den Stadtpark. „Wir sind ja nur eine kleine Gruppe. Da war das dann möglich“, freut sich Christel Gehlhaar. Doch die Zeit während des coronabedingten Lockdowns sei schon hart gewesen für die Senioren. „Wir haben uns etwa drei Monate nicht gesehen“, erzählt Annelie Penn. Die 74-Jährige nimmt sei etwa zwei Jahren an den Treffen der Gruppe teil. Auch Margarete Fleischer hat die wöchentlichen Treffen sehr vermisst. „Die Gespräche haben mir gefehlt. Es ist immer so eine gemütliche Runde“, seufzt die alte Dame und lässt sich ein Stück Erdbeerkuchen schmecken. Sie ist mit 92 Jahren an diesem Tag die Älteste in der Runde und kommt immer mit der von der Begegnungsstätte organisierten Fahrgelegenheit in den Stadtpark.

Margarethe Fleischer schätzt die gemütliche Runde in der Villa Winkel. Foto: Anne Steven

Mit ihr am Tisch haben Helga Masih, Anni Speckblanke und Hilda Saika Platz genommen. Auch sie sind froh, endlich wieder persönlich miteinander ins Gespräch zu kommen. „Wir haben ja immer miteinander telefoniert“, sagt Anni Speckblanke. Christel Gehlhaar sei immer bemüht gewesen, den Kontakt zu ihrer Gruppe zu halten. Aber das sei eben nicht dasselbe. Hilda Saika hat sich während dieser Zeit mit Gartenarbeit abgelenkt. Zum Glück habe es dort viel zu tun gegeben. „Aber man freut sich immer so auf den Montag“, kommt es vom Tisch nebenan.

Hewig Isfort (l.) spielt bei den Montagstreffen am liebsten Rommé. Foto: Anne Steven

Dort sitzt Hedwig Isfort und spielt Karten. Sie kommt bereits seit 29 Jahren zu den Gruppentreffen. „Eine wirklich treue Seele“, meint Christel Gehlhaar schmunzelnd. Ohne die Zusammenkünfte mit den Damen seien die Tage einfach langweilig, findet Hedwig Isfort. „Man hat sich so durchgeschlagen und oft die Decke angeschaut“, erzählt die 88-Jährige von ihrer viel zur ruhigen Corona-Auszeit.

Etwas eingeschränkt sind die Gruppentreffen auch in diesen Tagen noch. Statt wie sonst üblich, wird etwa nicht gesungen. Doch Praktikantin Hanna Reining hat einige lustige Geschichte vorbereitet, die sie den Damen zur Unterhaltung vorliest. Und nach all der Zeit muss sich die Runde natürlich mal wieder ordentlich austauschen: quatschen, schnabbeln, ein bisschen tratschen, meint eine der Damen und bewegt dazu bezeichnend Daumen und Zeigefinger aufeinander zu. Es wird viel gelacht an diesem Nachmittag. Und zum Schluss ist die Spülmaschine wieder gut gefüllt.

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