1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Ochtrup
  6. >
  7. Die Wurzeln einer Kirmes-Familie

  8. >

Raoul Krameyer kommt mit seinem Fahrgeschäft gerne nach Ochtrup

Die Wurzeln einer Kirmes-Familie

Greven

Mit seinem „Big Monster“ bereist Raoul Krameyer zahlreiche Städte. Auch auf dem Hamburger Dom baut der Schausteller sein Fahrgeschäft auf, genau wie auf der Ochtruper Herbstkirmes. In die Töpferstadt kommt der Herforder immer wieder gerne, wie er verrät. Nicht nur, weil dem 40-Jährigen die gemütliche Atmosphäre so gut gefällt, sondern auch wegen familiärer Verbindungen.

Heidrun Riese

Auf dem Marktplatz hat Raoul Krameyer sein Fahrgeschäft „Big Monster“ aufgebaut, mit dem er bereits zum siebten Mal auf einer Ochtruper Kirmes vertreten ist. Er kommt immer wieder gerne in die Töpferstadt, zu der er auch eine familiäre Beziehung hat. Foto: Heidrun Riese

Mit seinen langen Tentakeln wirkt es schon ein bisschen bedrohlich – das große Ungeheuer, das Raoul Krameyers Fahrgeschäft an diversen Stellen ziert. Ihm hat es auch seinen Namen zu verdanken: „Big Monster“ heißt das Karussell, in dem sich die Besucher der Ochtruper Herbstkirmes ab heute so richtig durchwirbeln lassen können. An den Enden fünf langer Arme sitzen die Fahrgäste in Gondeln und werden in so ziemlich alle Richtungen geschleudert. „Es geht nur nicht über Kopf“, gibt der Schausteller all denen Entwarnung, die nicht völlig schwindelfrei sind. Entsprechend groß sieht er die Zielgruppe des Kirmes-Highlights, das auf dem Marktplatz zu finden ist. „Das ist etwas für die ganze Familie.“

Familie ist für den 40-Jährigen übrigens ein wichtiges Stichwort im Zusammenhang mit der Töpferstadt. „Meine Mutter kommt aus Ochtrup“, verrät Krameyer, der in Herford zu Hause ist. „Sie ist eine geborene Kracke.“ Damit fällt der Apfel nicht weit vom Stamm, denn sie stammt aus einer Schaustellerfamilie. Die noch immer auf den Rummelplätzen zu finden ist, auch auf der Ochtruper Herbstkirmes. „Der Musikexpress gehört der Cousine meiner Mutter, ein Süßwarenstand ihrem Cousin und ihr Bruder ist mit einem Greifautomaten vertreten“, zählt Krameyer auf. Was seine Berufswahl angeht, ist er übrigens auch väterlicherseits vorbelastet: „Schon mein Ur-Ur-Großvater war Schausteller.“ Damit führt der Herforder eine über 100-jährige Familientradition fort, in der fünften Generation.

Und er kann sich auch gar nicht vorstellen, etwas anderes zu machen. „Jeden Tag acht Stunden lang im Büro zu sitzen, das wäre nichts für mich“, sagt Krameyer. Er liebt es, ständig unterwegs zu sein. „Ich bin jede Woche in einer anderen Stadt und lerne immer wieder neue Leute kennen.“ Wenn der 40-Jährige zwischen Hamburger Dom im März und Soester Allerheiligenkirmes im November mit seinen zwei Zugmaschinen und fünf Anhängern vor allem durchs Münsterland und Ruhrgebiet tingelt, muss er nicht auf seine Liebsten verzichten: „An den Wochenenden sind meine Frau und meine beiden Töchter eigentlich immer mit dabei, auch wenn keine Ferien sind.“ Mit anzupacken brauchen sie aber nicht, dafür hat Krameyer mehrere Saisonarbeiter engagiert. „Einige von ihnen sind schon seit mehreren Jahren für mich tätig“, berichtet er.

Während sie die letzten Schrauben nachziehen, um die Fahrt mit dem „Big Monster“ nicht nur zu einem rasanten, sondern auch zu einem sicheren Vergnügen zu machen, blickt Krameyer über den mit Karussells und Spiel- und Imbissbuden gespickten Marktplatz. „Ich bin mit meinem Fahrgeschäft jetzt zum siebten Mal in Ochtrup“, verrät er. „Ich komme immer gerne wieder, es ist so schön gemütlich hier.“ Familiär eben.

Startseite