Amtsgericht stellt Verfahren ein

Diebstahl ist nicht nachweisbar

Ochtrup/Steinfurt

Ohne Auflagen wurde am Freitag beim Amtsgericht Steinfurt ein Verfahren gegen eine 39-Jährige aus Legden eingestellt. Die Staatsanwaltschaft warf ihr vor, im Februar 2019 als Angestellte der Postfiliale in Ochtrup einen Betrag von 1480 Euro aus der Barkasse entnommen und den Diebstahl durch Umbuchungen verschleiert zu haben.

Norbert Hoppe

Symbolbild  Foto: dpa

Die Angeklagte, die zum Zeitpunkt der Vorwürfe bereits gekündigt hatte, sagte aus, sie habe mit ihrer Anwältin mehrfach versucht, den Sachverhalt mit dem Inhaber der Postagentur zu klären. „Ich habe kein Geld entwendet und keine Unterschrift gefälscht“, so ihre Einlassung. Leider sei es nicht möglich gewesen, mit ihrem Vorgesetzten ein Gespräch zu führen. Trotz mehrfacher Terminvorschläge kam wegen anderweitiger Verpflichtungen kein Gespräch zustande, so die Verteidigerin.

Breiten Raum nahm die Schilderung der Arbeitsabläufe in der Postagentur ein, damit Richter und Staatsanwältin einen Einblick und Manipulationsmöglichkeiten an den Barkassen erhielten. Danach hätte eine Differenz in der Bestandssumme bei Dienstschluss oder bei der Übergabe auffallen müssen.

Da tatsächlich kein Bargeldtransfer stattgefunden habe, war der Richter überzeugt, dass der Tatvorwurf des Diebstahls nicht bewiesen werden könne. Er schlug die Einstellung des Verfahrens ohne Auflagen vor. Staatsanwaltschaft und Verteidigung stimmten zu, womit die Angeklagte nicht als vorbestraft gilt. Die Kosten gehen zu Lasten der Landeskasse.

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