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Dr. Theodor Kock

Drei Brüder – drei Doktoren

Ochtrup

In der Serie „Was macht eigentlich...?“ stellt die Lokalredaktion Menschen vor, die in Ochtrup bekannt sind, manchmal wie der sprichwörtliche bunte Hund, über die man aber in der jüngsten Vergangenheit wenig gehört hat. Wir fragen nach, was aus ihnen geworden ist, wie es weiterging und was sie gerade beschäftigt. Heute: Dr. Theodor Kock.

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Dr. Theodor Kock lebt heute in Amelsbüren. Foto: privat

In der Serie „Was macht eigentlich...?“ stellt die Lokalredaktion Menschen vor, die in Ochtrup bekannt sind, manchmal wie der sprichwörtliche bunte Hund, über die man aber in der jüngsten Vergangenheit wenig gehört hat. Wir fragen nach, was aus ihnen geworden ist, wie es weiterging und was sie gerade beschäftigt. Heute: Dr. Theodor Kock.

Herr Dr. Kock, wie lange haben Sie in Ochtrup gelebt?

Ich wurde am 22. Juni 1936 als dritter Sohn des Drogisten und Heilpraktikers Hermann Kock und seiner Ehefrau Maria, geborene Lammers, in Ochtrup geboren. Die Eltern ermöglichten unter großen finanziellen Schwierigkeiten den Söhnen das Abitur in Gronau. Es musste ja damals noch Schulgeld gezahlt werden. Alle drei haben dann in Münster Naturwissenschaften studiert und den Studiengang mit der Promotion (Dr. rer. nat.) abgeschlossen: Dr. Heribert Kock (Chemie, anorg.), Dr. Günther Kock (Chemie, org) und ich als Biologe.

Wie haben Sie in Ochtrup gewirkt?

Ich habe Ochtrup nur als Schüler erlebt; ab der dritten Klasse auf der sogenannten Mittelschule in Ochtrup war ich dann Fahrschüler mit der Bahn nach Gronau.

Wie haben Sie Ochtrup und seine Bewohner erlebt?

Wegen der damals ortsfernen Wohnlage (mein Elternhaus, das nach dem Tod der Eltern in den 1960er Jahren verkauft wurde, ist die Nummer 27 an der Turmstraße) hatte ich nur Kontakte mit der Verwandtschaft in Och­trup und natürlich den unmittelbaren Nachbarn.

Sind Ihnen besondere Gegebenheiten besonders in Erinnerung geblieben? Und wenn ja, warum?

Als Jahrgang 1936 kann ich mich noch gut an das damalige „Reichsarbeitsdienstlager“ erinnern, das auf der Fläche der heutigen Parkanlage vor dem Freibad stand. Im letzten Kriegsjahr wurden rund um dieses Lager sogenannte Flak- und MG-Stellungen eingerichtet, wo dann Soldaten ihren Dienst versahen. Nach Ende des Krieges wurden einige dieser Lager-Baracken für die Notunterkunft von Ost-Vertriebenen benutzt. Auf der Freifläche (dem früheren Exerzierplatz) haben einige Hausbauer, die im Baugebiet „An der Helle“ Bauplätze hatten, Zementsteine hergestellt. Der damalige Wasserturm war ein beliebter Aussichtsturm, von dem man einen weiten Blick bis Bentheim im Norden und im Süden bis zu den Baumbergen hatte. Den Abriss der Turmes habe ich sehr bedauert.

Dr. Theodor Kock beim Empfang seines Abiturzeugnisses vom damaligen Direktor des Werner-von-Siemens-Gynmnasiums Gronau, Direktor Wolff Foto: privat

Was machen Sie jetzt: beruflich und privat?

Nach meinem Studium (Promotion 1964) war ich von 1965 bis 1969 als Referent für Obstbau und Baumschulwesen beim Pflanzenschutzamt in Münster tätig. 1969 übernahm ich die Leitung der Bezirksstelle für Pflanzenschutz in Bühl/Baden, die zum Pflanzenschutzamt Freiburg/Breisgau gehörte. Im Jahr 1979 wurde ich zum Regierungspräsidium Freiburg versetzt und habe dort den Pflanzenschutzdienst für den Regierungsbezirk Freiburg bis zum Jahr 1984 geleitet. Im November 1984 habe ich dann in Münster die Leitung des Institutes für Pflanzenschutz, Saatgutuntersuchung und Bienenkunde der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe übernommen. Im Juni 1999 habe ich mich in den Ruhestand versetzen lassen. Seit 1985 wohne ich im Stadtteil Amelsbüren im Süden von Münster. Mit meiner Ehefrau Hanna, geborene Hoffmann, die 2018 verstarb, habe ich vier Kinder, die wiederum Naturwissenschaften studiert haben, und zehn Enkel.

Möchten Sie ein paar Worte/Grüße in die Töpferstadt schicken?

Ich wünsche allen Och­trupern ein gesundes Überdauern der Corona-Pandemie.

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