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Dorfladen Welbergen

Eine Oase für den Eigenbedarf

Ochtrup

Der Dorfladen in Welbergen hat sich mit den Auflagen in Folge der Coronakrise arrangiert. Die Mitarbeiter setzen die Anforderungen konsequent um. Das kleine Geschäft konnte in den vergangenen Wochen mit vorrätigen Waren punkten, die andernorts vergriffen waren.

Alex Piccin

Helga Tembrockhaus (l.) und Anke Münstermann achten im ‚Welbergener Dorfladen auf die Hygiene-Standards. Foto: Alex Piccin

Discounter und Supermärkte in Ochtrup haben gegen die Ausbreitung des Coronavirus Vorkehrungen getroffen. Auch der Dorfladen in Welbergen hat sich auf diese herausfordernde Situation eingestellt. „Wir setzen alles um, was wir müssen“, sagt Hermann Lastring vom Vorstand.

Unter anderem sind die Tische und Sitzgelegenheiten entfernt worden. Auch werden keine Tassen mit Getränken mehr ausgegeben oder der kundeneigene Kaffeebecher zum Befüllen angenommen. Vor dem Eingang an der Hauptstraße steht ein Desinfektionsspender. Hinaus geht es nur durch den Seiteneingang.

Eine Kartenzahlung ist möglich und Plexiglas als Spuckschutz trennt die Mitarbeiter hinter der Theke von den Kunden. „So eine Scheibe haben wir als erstes aufgebaut. Wir lassen sie auch stehen, wenn das alles einmal vorbei ist“, kündigt Ewald Brinkschmidt an, der ebenfalls im Vorstand des Welbergener Dorfladens aktiv ist.

Maximal zehn Personen dürfen gleichzeitig einkaufen. In den vergleichsweise kleinen Räumlichkeiten gilt ebenfalls – wie bei den großen Geschäften – die Einkaufswagenpflicht. Diese ist ausgeschildert oder wird auch mal freundlich mündlich ausgesprochen. Für die Kunden stellt dies kein Problem dar. Sie sind froh, dass der Dorfladen überhaupt geöffnet hat. Wagen und Türgriffe werden laufend gesäubert.

Laufend ertönt ein Klingeln während des Ortstermins. Dieses akustische Signal wird ausgelöst, sobald ein Kunde den Laden betritt. Den Zuspruch machen die Verantwortlichen unter anderem an der Tatsache fest, dass der Dorfladen bestimmte Artikel vorrätig hat, die woanders vergriffen sind. „Wir bauen auf das Verständnis der Leute“, sagt Ewald Brinkschmidt.

Das klappt offenbar, denn von Hamsterkäufen könne keine Rede sein, ergänzt Hermann Lastring. Die Kunden halten sich an die selbst auferlegte Beschränkung, von gewissen Dingen eben nur ein Teil mitzunehmen.

Eines sei gesagt, bevor eine Pilgerbewegung nach Welbergen eintritt: Hefe ist auch im Dorfladen ausverkauft – wenngleich die Backzutat dort vergleichsweise noch länger zu haben war. Schließlich sei man im Dorfladen darauf eingestellt, dass über das gesamte Jahr viel gebacken werde.

Dass Menschen telefonisch ihre Bestellung durchgeben und ihre Kinder oder Nachbarn den Einkauf anschließend abholen, hat sich etabliert. Auch habe es einen Fall einer Schleuse auf vier Rädern gegeben, berichtet Helga Tembrockhaus. Der Einkauf wurde in den Kofferraum eines Autos gestellt, das Geld lag passend bereit. Auffällig findet sie, dass kaum noch kleine Kinder ihre Eltern beim Einkauf begleiten: „Auch ältere Menschen kommen kaum noch.“

Neuerdings gibt es eine Stunde Mittagspause, in der der Laden geschlossen ist. Die Mitarbeiter wechseln sich nämlich schichtweise ab, damit eine größere hygienische Sicherheit gewährleistet wird. Daher räumen sie auch die Regale erst nach Ladenschluss mit frisch eingetroffener Ware ein. Aktuell kommt so wenig Personal wie nötig zum Einsatz.

Der Dorfladen und seine Kunden haben sich gut auf die Situation eingestellt, finden die Verantwortlichen. Sie stellen sich darauf ein, dass diese wohl noch länger anhalten wird. Hermann Lastring und Ewald Brinkschmidt: „Das wird so weitergehen, bis ein Impfstoff gefunden ist. Mindestens bis Herbst. Vermutlich werden die Restriktion aber ein wenig gelockert.“

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