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Schülerverkehr am Kreisverkehr Stadthalle

Entspannung für alle Beteiligten

Ochtrup

Früher war die Kreuzung an der Ochtruper Stadthalle gerade, wenn morgens oder gegen Mittag der Schülerverkehr rollte, für alle anderen Verkehrsteilnehmer keine beliebte Wegstrecke. Mit dem neuen Kreisverkehr sei das jetzt viel besser geworden, sagt Manfred Wiggenhorn vom Ordnungsamt.

Anne Steven

Der Schülerverkehr an der Kreuzung von Bentheimer und Gronauer Straße sowie von Park- und Bergstraße läuft seit der Eröffnung des neuen Kreisverkehrs deutlich flüssiger. Das finden auch Annette Holtmann und Andreas Hermjakob, die das neue Rondell täglich auf ihrem Weg zur Arbeit befahren. Foto: Anne Steven

„Ganz ehrlich, ich hatte auch so meine Zweifel, als ich gehört habe, dass der Radverkehr in den Kreisverkehr geführt werden soll“, gibt Manfred Wiggenhorn am Mittwochmorgen offen zu. Ort des Geschehens ist der neue Kreisverkehr an der Stadthalle. Es ist 7.30 Uhr und der Schülerverkehr rollt heran.

Zeitsprung: Als die Kreuzung noch mit einer Ampel geregelt wurde, war die Situation frühmorgens vor allem für Autofahrer stressig. Denn die Schüler, die sich mit dem Fahrrad von der Bentheimer Straße aus in Richtung Schulzentrum bewegten, liefen während der roten Ampelphase zu einem riesigen Pulk auf dem Radweg auf, der sich beim Wechsel auf Grün in Bewegung setzte und sozusagen über die Kreuzung flutete – inklusive der Nachzügler, die sich mit einigem Abstand zum Pulk ebenfalls noch auf die Kreuzung stürzten. Ein Graus für alle anderen Verkehrsteilnehmer.

„Ich habe es früher vermieden, um diese Uhrzeit hierher zu fahren“, gibt Annette Holtmann zu. Die Verbundleiterin der katholischen Kindergärten in Och­trup kommt an diesem Morgen auf dem Weg zur Arbeit durch den Kreisverkehr gefahren – ganz entspannt wohlgemerkt. „Es läuft heute wesentlich flüssiger“, zieht die Ochtruperin einen Vergleich.

Manfred Wiggenhorn

„Die meisten fahren gut durch“, freut sich auch Manfred Wiggenhorn. Er hat seine Meinung bezüglich der Führung des Radverkehrs geändert. Kurz nach der Eröffnung des Kreisverkehrs war er schon einmal mit der Polizei vor Ort. Damals seien die Schüler teilweise noch sehr verhalten und vorsichtig in den Kreisverkehr eingefahren. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Selbstbewusst und zügig fahren die Kinder und Jugendlichen auf ihren Rädern durch das Rondell. Und eines freut den Verwaltungsmitarbeiter dabei besonders: Kaum jemand ist verkehrswidrig zum Beispiel auf der falschen Straßenseite unterwegs. Nur an den Zebrastreifen – gerade passiert ein Senior mit seinen Enkeln vorschriftsmäßig die Querungshilfe per Pedes – hake es bei den Schülern manchmal noch.

Es gibt aber noch eine Sache, die sich verändert hat. Während der radelnde Schülerschwarm früher von der Bentheimer Straße aus in den Westwall schwappte, nutzen die Schüler heute fast alle die Berg- und Bült­straße. „Der Straßenbelag ist dort natürlich wesentlich besser als das Kopfsteinpflaster im hinteren Teil des Westwalls“, kennt Manfred Wiggenhorn den Grund für das veränderte Verhalten. Außerdem könnten die Schüler so viel mehr Geschwindigkeit mitnehmen.

Andreas Hermjakob

Apropos: „Ich brauche jetzt nicht mehr vier, sondern nur noch dreieinhalb Minuten für meinen Arbeitsweg“, frotzelt Musikschulleiter Andreas Hermjakob, der ebenfalls allmorgendlich durch den neuen Kreisverkehr radelt. Die Verkehrsführung gefällt ihm nun deutlich besser als vorher. Wobei man als Radfahrer aus Richtung Parkstraße kommend schon aufpassen müsse. „Die Autos aus Richtung Bergstraße kommen natürlich mit mehr Geschwindigkeit reingefahren als die Pkw im Kreisverkehr“, hat er festgestellt. Doch alles in allem sei er sehr zufrieden. „Als Radfahrer sollte man sich wie ein Autofahrer verhalten und einfach in den fließenden Verkehr einfädeln“, ist sein Tipp. Annette Holtmann wünscht sich grundsätzlich mehr Rücksicht von den Autofahrern für die radelnden Verkehrsteilnehmer. „Das fängt schon bei der Verkehrserziehung in den Schulen an“, ist sie überzeugt.

Gut an kommt bei den beiden Ochtrupern auch die Bepflanzung des Kreisverkehrs. „Die Rückmeldungen sind durchweg positiv“, hat auch Manfred Wiggenhorn bisher nur Gutes gehört. Die farbenfrohe Blütenpracht der mehrjährigen Stauden überzeuge einfach, findet er.

Der Schülerverkehr ist mittlerweile und fast unbemerkt, weil problemlos, abgeflossen. Manfred Wiggenhorn kehrt zurück an seinen Schreibtisch. Am Kreisverkehr gibt es für ihn vorerst nichts zu tun.

Nach anfänglicher Skepsis komme die farbenfrohe Bepflanzung am Kreisverkehr an der Stadthalle bei den Ochtrupern gut an, sagt Manfred Wiggenhorn. Foto: Anne Steven
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